Polytron Prototyp:
Der vermeintliche Traum vom transparenten Smartphone rückt näher

Polytron hat den Prototypen eines transparenten Smartphone-Gehäuses vorgestellt. Es könnte schon Ende des Jahres auf den Markt kommen, löst aber auch das Problem nicht, dass es nach wie vor nicht genügend durchsichtige Komponenten auf dem Markt gibt.

Das ist schon einmal der Anfang: Transparentes Smartphone-Gehäuse von Polytron. Bild: cfp.cn

Das ist schon einmal der Anfang: Transparentes Smartphone-Gehäuse von Polytron. Bild: cfp.cn

Immerhin soll es funktionieren. Polytron hat den Prototypen eines transparenten Smartphones vorgestellt. Schon auf dem Bild erkennt man allerdings unschwer, dass “transparent” sich nur auf das Gehäuse und das Display bezieht. Einzelne Komponenten wie die Kamera, die Speicherkarte oder eine Leiterplatte sind sichtbar. Und was ist eigentlich mit solchen nicht unwesentlichen Komponenten wie dem Prozessor und dem Akku? Weil es hier noch keine marktreifen Komponenten gibt, würde das die Freude an einem transparenten Telefon mächtig trüben.

Auf dem Weg zum transparenten Phone
TransparentesSmartphoneTransparenterSpeicherTaiwan firm unveils prototype of transparent cellphoneTransparenterAkku
SamsungFlexiblesDisplay

Auf dem Weg dahin sind wir allemal: Materialwissenschaftler an der Stanford University haben bereits eine frühe Version eines transparenten Li-On-Akkus erschaffen, der sich als dünne, flexible und für das menschliche Auge nicht sichtbare Schicht auf ein Display auftragen lässt. Die Ladekapazität solle immerhin etwa der Hälfte moderner Smartphone-Akkus betragen; langfristig sei die zehnfache Lademenge möglich, sagen die Forscher. Noch ist die Technik allerdings nicht marktreif und billig dürfte es auch nicht werden. Unwahrscheinlich, dass Polytron rechtzeitig einen solchen Akku für das transparente Gehäuse wird nutzen können.

Wenn transparent, dann auch biegsam

Transparente Prozessoren fehlen uns noch, transparente Kameralinsen auch, durchsichtiger Speicher immerhin wird von Wissenschaftlern der Rice University bereits entwickelt – auch wenn er noch von einer Marktreife weit entfernt ist. Stück für Stück nähern sich die Wisschenschaftler also duchsichtigen Materialien an. Meistens – wie die transparenten Speicher und Akkus – bieten diese den Vorteil, dass sie gleichzeitig auch noch flexibel sind. Soll heißen: Wenn eines Tages wirklich ein transparentes Smartphone kommt, dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass es auch biegsam sein wird.

Beides allerdings – lasst euch da von Polytron nichts erzählen – ist noch Zukunftsmusik. Sollte da wirklich Ende 2013 ein “transparentes Smartphone” kommen, dann hätte es den Anmut einer dieser Gehäuse, bei denen man ein Blick auf das gut sichtbare, elektronische Innenleben werfen kann. Bei frühen Mobiltelefonen und Digitalkameras boten einige Hersteller das an. Einige Technikfreaks kauften das auch, meistens verschwanden solche Modelle aber mangels Nachfrage nach kurzer Zeit wieder aus den Regalen.

Bliebe noch die Frage, ob ein transparentes Smartphone unbedingt erstrebenswert wäre. Man soll schließlich Text darauf lesen, Animationen und Bilder erkennen, ein Stück weit damit arbeiten können. Kann man das gut, wenn man im hellsten Sonnenlicht auf eine Glasscheibe guckt? Oder hat es nicht doch durchaus seinen Sinn, dass ein Smartphone oder Tablet eben nicht durchsichtig ist?

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Redakteur bei neuerdings.com, netzwertig.com und dem Euronics Trendblog. Neue Gadgets und Software? Liebend gerne! Aber nur, wenn sie das Leben auch wirklich leichter machen.

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4 Kommentare

  1. Ich kann mir zwar noch nicht so ganz genau erklären, wozu ein durchsichtiges Smartphone gut sein soll. Aber interessant ist es allemal. Hätte nicht gedacht, dass die Entwicklung da doch schon so weit ist.

  2. Ich denke nicht das es sehr Sinnvoll ist. Zugegeben es ist was anderes und wird eine Geschmacksfrage bleiben. Ich stehe dieser Entwicklung sehr skeptisch gegenüber und für mich hat es keinen sinnvollen Nutzen.

  3. Habe dazu zwei Kommentare im Netz gefunden:

    “dann kann man endlich Pornos ansehen und sich simultan beim Masturbieren betrachten”

    und

    “endlich wieder mal was, das man leicht verlieren kann – vor allem, wenn sich das Display an die Umgebung anpasst”.

  4. Der Nutzen ist doch glasklar (oh, ein Wortspiel!): Als erstes Zubehör zum transparenten Display wird es eine Kopfhalterung geben, damit man sein Smartphone den ganzen Tag vor den Augen tragen kann. Wer braucht da noch Google Glass? ;-)

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