Muse ML-30 im Test:
Buntes Brüll-Ei mit Lichtweckfunktion

Lichtwecker gibt es mittlerweile in etlichen Varianten. Dabei wird meist an sanftes Erwachen gedacht. Der Muse ML-30 ist dagegen auch für sicheres Erwachen nur durch Licht geeignet und dabei nicht allzu teuer.

Muse ML-30 als Stimmungslicht (Bild: W.D.Roth)

Muse ML-30 als Stimmungslicht (Bild: W.D.Roth)

Philips hat einst die Gattung der Lichtwecker ins Leben gerufen: Radiowecker, die platzsparend gleichzeitig auch als Nachttischlampe dienen können und einen neben Geräuschen auch mit Licht aus dem Land der Träume holen. Das soll dann sanfter und erfrischender sein als nur mit dem Tuut-Tuut-Tuut eines Standard-Weckers oder den Flachwitzen eines Radiomoderators.

Muse ML-30
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An dem Original von Philips wurden unter anderem mickriger Empfang, hoher Preis und durch die eingebaute Glühlampe teils auch Geruch nach “Ampere” bzw. heißem Plastik beanstandet. Besser war da schon das Modell Twilight von Pure, das den Sonnenaufgang mit LEDs sogar farblich simuliert. An ihm störte “nur” der Preis – und der Fakt, dass das Licht erst vollständig angehen muss, bevor die Musik spielen kann. Außerdem kann die “Touch”-Bedienung verwirren: Berühren der Glaskuppel schaltet bereits das Licht ein oder aus.

Aufs Design geachtet, aber nicht auf die Akustik

Der französische, bei uns noch unbekannte Hersteller Muse baut unter anderem Bluetooth-Lautsprecher und tönende und leuchtende Blumenvasen – und Weck-Eier: Den Licht-Radiowecker von Muse gibt es als ML-30 ohne und als ML-60 mit iPod-Dock. Das erste Modell kostet nominell 70 Euro, das zweite knapp 130 Euro. Ersteres haben wir uns zum Test vorgeknöpft.

Neben dem eigentlichen, eiförmigen und damit Platz sparenden Gerät wird noch ein Audiokabel mitgeliefert, mit dem man auch an diesem Modell ohne iPod-Dock einen MP3-Spieler oder eine andere externe Audioquelle anschließen kann. Allerdings wird man dies kaum tun wollen, denn Muse hat zwar auf Design geachtet, doch nicht auf Akustik: Das Gerät quäkt wie ein 5-Euro-Radiowecker aus einem auf der Rückseite angebrachten Lautsprecher in Telefonqualität. Der Unterschied zwischen dem Empfang auf Mittelwelle und UKW ist daher zumindest am Klang kaum wahrnehmbar.

Angenehm dagegen, dass das Gerät mit einem regulären Netzkabel ohne Steckernetzteil (“Netzklops”) auskommt und auch zwei Mignon-Batterien eingesetzt werden können, die der Speichererhaltung bei Stromausfall dienen – angezeigt wird dann allerdings nichts mehr. Es lassen sich zwei Weckzeiten programmieren und auch relativ einfach zwischen akustischem oder/und optischen Wecken umschalten. Auch die Anzeige lässt sich in drei Stufen dimmen – aber leider nicht abschalten: Schwarze Ziffern auf weißem Hintergrund sind im Schlafzimmer gar keine gute Idee – nicht ohne Grund haben Radiowecker eher rote Leuchtziffern auf dunklem Hintergrund.

Die Sendersuche findet zwar primitiv analog mit Rändelrad statt, doch wird die gewählte Frequenz digital auf der Anzeige dargestellt. Wer also lieber mit “96.3 – die besten Hits der 70er, 80er und 90er” als mit “89.0 – die besten Hits der 70er, 80er und 90er” geweckt werden will, findet seinen Liebligssender so deutlich leichter.

Lichtwecken nur in Weiß

Zusätzlich kann das Gerät auch als dimmbare LED-Nachttischlampe dienen – und auch, ähnlich wie das Pure-Modell oder die Philips “Living Colors“, als “Stimmungslicht”. Letzteres startet allerdings immer in einem eher unangenehmen Dunkelgrün, merkt sich nicht die zuletzt gewählte Farbe, und kann auch nicht gedimmt werden. Auch das Lichtwecken findet nur in Weiß statt, nicht wie bei Pure als Morgenröte.

Angenehm ist dagegen, dass neben den langsamen Lichtweckvarianten mit 20, 15, zehn und fünf Minuten Aufhellzeit auch ein – im Handbuch gar nicht erwähnter – “Sofortweckmodus” existiert, der das Licht auf einen Schlag einschaltet. Das ist dann zwar nicht ganz so sanft wie das langsame Hochdimmen, aber immer noch sanfter als per Geräusch und zeitsparend und sicherer, wenn man auf zusätzliches akustisches Wecken verzichten will und nur das Lichtwecken nutzen möchte.

Angesichts der eher dürftigen Klangqualität des ML-30 ist dies durchaus naheliegend, aber auch, weil der Partner weiterschlafen soll – oder, weil man beispielsweise als Hörgeräteträger ohnehin per Licht und nicht per Ton geweckt werden will.

Wer also auf den Klang seines Weckers ohnehin keinen Wert legt, erhält mit dem Design-Ei von Muse einen energiesparenden LED-Lichtwecker zum günstigen Preis. Allerdings sollte er noch eine schwarze Socke oder besser eine dunkelrote Folie über das Display kleben, damit er zuvor überhaupt einschlafen kann.

 

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2 Kommentare

  1. günstiger Preis??? 70 Euro?

  2. 70 Euro für einen guten Lichtwecker ist nicht übertrieben, gute Modelle haben einige Funktionen die weit mehr abdecken als nur Aufwachen mit Licht.

    Es gibt eine günstigere Variante nämlich Muse ML-30CF, den gibt es schon für ca. 40 Euro

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