Laptops und Betriebssysteme:
Sind Google Chromebooks die Alternative?

Der logische Schritt nach Windows 7 sollte Windows 8 sein, aber nicht jeder Anwender und jeder PC-Hersteller ist mit dem System zufrieden. Acer meldet nun erstaunliche Absatzzahlen eigener Laptops mit Chrome OS. Kann Googles Cloudsystem eine Alternative für Windows 8 sein?

Google preist seine Chromebooks "für alle" an. Ist das realistisch?

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Die Sympathie des PC-Herstellers Acer gegenüber Microsoft hielt sich zuletzt in Grenzen. Schon im August vergangenen Jahres, knapp drei Monate vor dem Start von Windows 8, kritisierte Acer-Chef J.T. Wang Microsofts eigene Hardware-Pläne mit dem Surface. Hardware sei nichts, was Microsoft gut könne und es habe einen negativen Effekt auf das System und den Markt, sagte Wang.

Aus Acers Sicht haben sich diese Vorahnungen nun bewahrheitet. Unternehmenspräsident Jim Wong sagte in einem Interview, das Bloomberg Businessweek zitiert: “Windows 8 selbst ist nicht erfolgreich. Der ganze Markt hat seit dem Start von Windows 8 noch nicht angezogen. Das ist eine einfache Möglichkeit um zu beurteilen, ob das System erfolgreich ist oder nicht.” Im gleichen Atemzug lobte Wong Googles Chrome OS. Es sei sicherer als Windows 8, koste die PC-Hersteller keine Lizenzgebühren und habe sich auch ohne jegliche Werbemaßnahmen anständig verkauft. Fünf bis zehn Prozent der verschifften Acer-Geräte in den USA seit November seien Chromebooks.

Google Chromebooks
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Das wären in der Tat anständige Zahlen. Google scheint seit einiger Zeit bestrebt, seine Chromebook-Reihe aufzurüsten, um Microsoft und Apple etwas entgegen zu setzen. Umfangreicher muss das System nicht sein, aber die Endgeräte billiger. Vor allem Samsungs neues Series 3 Chromebook ließ im vergangenen Herbst aufhorchen. Es war das erste Chromebook, das mit vergleichsweise starker Hardware zu einem günstigen Preis (ab 250 US-Dollar) in den USA verkauft wurde. Acer ist aktuell mit seinem etwas schwächer motorisierten aber noch preiswerteren C7 Chromebook (ab 200 Dollar) dabei. Eine verbesserte Hardware für 100 Dollar mehr soll in Planung sein.

3 Millionen Dollar Preisgeld für ein sichereres Chrome OS

Dass Google sein Chrome OS weiter verbessern will, zeigt auch eine Neuauflage des Hacker-Wettbewerbs Pwn2Own im März im kanadischen Vancouver, bei dem es diesmal ausschließlich um Chrome OS gehen soll. Preisgelder von insgesamt 3,14 Millionen US-Dollar will Google dort vergeben. Ziel für die Hacker soll es sein, Sicherheitslücken in der neuesten Version von Chrome OS zu finden, auf dass Google sie dann stopfen kann.

Und weiter geht’s: Ein erstes Chromebook von HP könnte in Kürze auf den Markt kommen. Der “Pavilion” mit 14-Zoll-Bildschirm wäre das bislang größte Chromebook für einen Preis von 330 Dollar. Auch Lenovo hat ein eigenes Chromebook angekündigt: das ThinkPad X131e, das in den USA ab Ende Februar für 430 Dollar erhältlich sein soll.

Kurzzeitig Platz 1 in Amazons Verkaufscharts

Samsungs Series 3 Chromebook war Anfang Januar das erste Chromebook, das in den USA jemals auf Platz 1 in Amazons Laptop-Verkaufscharts war. Natürlich macht der Preis die Musik. Bei PandoDaily vermutet man aber mehr hinter dem Erfolg. Chrome OS sei schlicht, leicht zu bedienen und ihm wohne etwas Rebellisches inne, was einst den Charme von Apple-Laptops ausgemacht habe, vermutet Autor Michael Carney. Matt Baxter-Reynolds von ZDNet stimmt in den Kanon mit ein: Ein Chromebook könnte das perfekte Post-PC-Gerät sein. Es habe fast alle Apps, die er auf seinem MacBook auch finde, koste aber nur einen Bruchteil davon.

Acer, Lenovo, HP und Samsung: Vier der wichtigsten PC-Hersteller hätte Google schon einmal für sein System gewonnen. Das ist noch lange keine Trendwende, das ist noch nicht einmal eine Rebellion gegen Windows 8, zumal jeder der vier Hersteller eine Vielzahl von Windows-8-Modellen in den Regalen stehen hat. Aber es ist durchaus als Warnschuss vor den Bug von Microsoft zu werten: Seht her, ihr seid nicht die einzigen, wir testen Alternativen. Vielleicht finden sich ja genug Kunden, die das mögen, und dann wollen wir mal weitersehen.

Eine Alternative für wen?

Für wen kann ein Chromebook überhaupt eine Alternative zu Windows 8 sein? Für Unternehmenskunden mit anspruchsvoller Geschäftssoftware weniger, für Handlungsreisende ebenso nicht. Menschen, die “was mit Internet” machen? Bedingt. Digitale Nomaden? Bei guter WLAN-Versorgung oder bei Modellen, die mit einem Mobilfunkempfänger ausgerüstet sind, in den meisten Fällen. Als Heimrechner, auf dem man ohnehin das meiste im Browser macht oder hin und wieder ein Dokument bearbeitet – schon eher.

Ein Abgesang auf Windows 8 kann das alles nicht sein, das weiß auch Acer. Jim Wong kritisierte das System gegenüber der “Wirtschaftswoche” zwar als “zu kompliziert” und “erklärungsbedürftig”. Solange er signifikante Teile seiner Umsätze mit Windows-8-Rechnern erzielt, wird er aber den Teufel tun, sich dieses Geld durch die Finger gehen zu lassen. Gegenüber der Wirtschaftwoche kündigte Wong an, in weiteren Ländern Experience Center zu gründen, um den Menschen Windows 8 zu erklären und näher zu bringen. Damit widerspricht er allerdings indirekt der Botschaft eines aktuellen HP-Werbespots auf YouTube, wonach Windows 8 “intuitiv bedienbar” sei. Künftig will Acer außerdem Android-Smartphones und -Tablets forcieren. Es herrscht Eiszeit zwischen den Taiwanern und Microsoft.

Erfahrungs- und Testberichte zu früheren Chromebooks

Wir haben uns in der Vergangenheit schon Chromebooks angesehen:

 

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3 Kommentare

  1. War zu erwarten. Ich glaube nicht das sich der Absatz von Windows 8 noch einmal steigert im Gegensatz zu Windows 7

  2. Ich nutze Windows 8 und bin eigentlich auch ganz zufrieden, aber es gibt trotzdem noch einige Sachen bei denen eindeutig nachgebessert werden muss. Aber selbst wenn Microsoft das absolut perfekte Betriebssystem herausgebracht hätte wären die Verkaufszahlen sehr wahrscheinlich trotzdem nicht durch die Decke gegangen. Es ist eigentlich fast schon beeindruckend, dass Windows 8 mit Windows 7 von den Verkaufszahlen gleichauf oder sogar darüber liegt. Denn Windows 7 ist zu einem großen durch die günstigen Netbooks so häufig verkauft worden. Netbooks sind allerdings mittlerweile fast Tod und der Markt wurde von Tablets übernommen. Genauso wie viele sich keinen neuen Desktop PC mehr kaufen, sondern stattdessen zum Tablet greifen. Warum auch? Wenn man nicht am Computer arbeitet reicht ein Tablet auch für fast alles. Damit auch Windows 8 auf Tablets ein Erfolg werden kann braucht es allerdings glaube ich noch etwas günstigere und auch 7-8 Zoll Geräte

  3. Win 7 ist für Netbooks nicht geeignet, da zu Ressourcen hungrig. Win XP war zwar etwas schneller, aber immer noch zu “fett”. Für Netbooks braucht man ein schlankes Betriebssystem wie Lubuntu oder Joli OS, dann läuft die Kiste flott und kann auch mit richtiger Software laufen. Tablets sind auf Apps beschränkt und haben, in der Regel, keine Tastatur. Ein Tablet ersetzt nicht ein Netbook oder Notebook, sondern ergänzt es.
    Letztendlich sind die Netbooks am verschwinden, weil sie mit Win7 ausgeliefert werden. Mit dem geeigneten OS sind Netbooks den Tablets in den meisten Disziplinen überlegen, außer beim Surfen auf dem Sofa.
    Joli OS ist im Grunde ein Chrome OS, aber man kann damit auch Linux-Software nutzen. Also ist Joli OS einem Chrome OS sogar überlegen.

Ein Pingback

  1. [...] Doch seit einigen Monaten scheint die Liebe neu entflammt zu sein. Google gibt plötzlich Vollgas bei den Chromebooks, setzt auf Wachstum, niedrige Preise und neue Partner aus der Riege der PC-Hersteller. Die beiden [...]

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