Bheestie Bag:
Erste Hilfe für Smartphones, die ins Wasser gefallen sind

Weil das offenbar sehr häufig passiert, hat Hersteller Bheestie nun eine Rettung für Smartphones parat, die ins Wasser gefallen sind. Mikrogranulat, das 700 Mal saugfähiger sein soll als roher Reis, soll ein Smartphone oder Tablet in einem bis drei Tagen entfeuchten – und dann im Idealfall wieder benutzbar machen.

Wenn das Smartphone in die Badewanne fällt – wir sprachen neulich noch darüber – dann war es das mit dem schöne Gerät, richtig? Nein, nicht unbedingt. Zum einen geht der Trend hin zu wasserfesten Smartphones, zum anderen habe ich selbst schon erlebt, wie der Vater meiner damaligen Freundin mein Handy mit dem Fön trocknete, nachdem es in der Waschmaschine eingeweicht worden war. Auch wenn von diesem Rettungsversuch dringend abzuraten ist: Danach ging es wieder – nur der Akku war hin. Und auch so manches Hausmittel gibt es, um nasse Smartphones zu retten: zum Beispiel, es in eine Schale Reis oder Katzenstreu zu legen. Besser als das soll jetzt angeblich ein “Erste-Hilfe-Beutel” für Smartphones funktionieren: der Bheestie Bag.

Bheestie Bag
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Der Bheestie Bag ist ein wiederverschließbarer Plastikbeutel, in den man das vermeintlich ruinierte Smartphone hineinsteckt. Vorher ein wenig abtrocknen, dann das Smartphone acht bis 72 Stunden lang (je nach Nässe) in dem Beutel lassen, fertig. Adam Popescu von Readwrite hat die Tasche getestet, sein altes Blackberry absichtlich ins Wasser geworfen, ein wenig abgetrocknet, den Akku herausgenommen und 24 Stunden gewartet. Danach funktionierte es wieder:

Beim näheren Hinsehen zeigt sich, dass auch die Bheestie Bag nicht mit Zauberei arbeitet: Kleine Taschen mit Mikrogranulat, wie man sie bei vielen technischen Geräten zur Entfeuchtung findet, saugen im Inneren des Beutels die Flüssigkeit auf. Bheestie besteht allerdings darauf, dass die eingesetzten “Molekularkugeln” deutlich besser arbeiten als jedes Hausmittelchen. Jedes Granulatkügelchen kann die 22-fache Menge des Eigengewichts an Wasser aufnehmen. Damit sei das patentierte Granulat bis zu 700 Mal effektiver als die Entfeuchtung mit ungekochten Reiskörnern.

Der Faktor Zeit

Ein kleiner Bheestie Bag für Smartphones, Kompaktkameras, Armbanduhren oder Ear Plugs kostet 20 US-Dollar. Mit einem größeren Bheestie Bag für knapp 40 Dollar sollen sich auch Tablets oder Spiegelreflexkameras trocknen lassen. Bheestie gibt allerdings keine Garantie dafür, dass das bearbeitete Gerät nach der Entfeuchtung auch wieder funktioniert. Aber immerhin: So hat man zumindest nochmal eine Chance. Erhältlich sind die Beutel allerdings fürs Erste nur in den USA. Ob sie auch in Europa auf den Markt kommen, steht noch nicht fest.

Sollte euch einmal ein Smartphone oder Tablet ins Wasser fallen, reagiert schnell! Die meisten Smartphones sind zumindest leicht gegen eindringendes Wasser geschützt. Also besteht ein großer Unterschied, ob das Telefon nur kurz untergetaucht wurde oder gleich minutenlang im Wasser lag. Schaltet das Gerät aus und entfernt nach Möglichkeit sofort den Akku, sorgt dafür, dass kein Strom mehr fließen kann, trocknet die einzelnen Komponenten mit einem Trockentuch. Benutzt keinen Fön, sondern besser einen Staubsauger, um Wasser herauszusaugen und dann lasst dem Gerät viel Zeit beim Trocknen. Das dürfen auch bei Zuhilfenahme von Mikrogranulat gerne mehrere Tage sein.

Zum Glück geht der Trend hin zu wasserfesten Geräten wie dem Sony Xperia Z, dem Motorola Defy und diversen Outdoor-Handys wie dem Xperia Go oder dem Samsung Galaxy Xcover. Nano-Beschichtungen wie von HZO und Liquipel sollen technische Geräte nachträglich wasserdicht machen. Außerdem gibt es verschiedene Cover.

Der beste Trick ist allerdings wohl nach wie vor, technische Geräte von Wasser so weit wie möglich fern zu halten.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Redakteur bei neuerdings.com, netzwertig.com und dem Euronics Trendblog. Neue Gadgets und Software? Liebend gerne! Aber nur, wenn sie das Leben auch wirklich leichter machen.

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7 Kommentare

  1. Das Granulat dürfte das gleiche Zeug sein, das in Pampers verhindert, dass die Kinder einen wunden Hintern bekommen. Es ist erstaunlich, wieviel Wasser man in so einer Pampers versenken kann, ohne dass es leckt. Ich wette mit diesem Pampers-Granulat bekommt man den gleichen Effekt billiger hin. ;)

  2. Mir ist mein Smartphone letztes Jahr in die Toilette gefallen. Leider war da auch durch einen Fachmann nichts mehr zu machen. Die Bheeestie Bag klingt interessant. Mich würde mal interessieren, wie so die Erfahrung damit sind, ob beispielsweise das Handy danach wieder funktioniert hat :)

  3. 1. Gerät raus aus dem Wasser
    2. Gerät ausschalten
    3. Akku raus
    4. Gerät in Spiritus oder reinen Alkohol tauchen, besser noch: damit spülen
    5. Rausnehmen, Alkohol verdunsten lassen

    Durch das Tauchen in Alkohol/Spiritus wird das Wasser verdrängt bzw. “verdünnt” , anschliessend trocknet der Alkohol wesentlich einfacher, schneller und unproblematischer als das Wasser

    • Finger weg von Spiritus (noch schlimmer sind nur Waschbenzin oder Aceton) denn der kann Kunststoffe und Lack angreifen! Viel besser ist Isopropanol.

  4. Nur komisch, dass gerade das Präsentationsbild ein iPad zeigt, bei dem man den Akku NICHT entfernen kann. Schöne Sache mit etwas suggestiv zu werben. Theoretisch kann das Granulat auch die 2000-fache Aufnahmeleistung von Reis haben. Das Spielt keine Rolle, denn der Sättigungsgehalt der Luft spielt hier die entscheidende Rolle.

    Lt. diversen Tests ist dieses “Notfallbag” aber nur heiße Luft. Getestet wurde es gegen die normale Reis-Methode und zog klar den Kürzeren. Während der Reis das Telefon wirklich in 2-3 Tagen wieder benutzbar machte, brauchte es bei diesem Beutel knapp eine Woche. Soviel zur “Innovation”.

    mfg SCORPiON

  5. Ich empfehle immer die Silicagel Päckchen die mit Neugeräten mitgeliefert werden. http://desiccantpacks.net…lica-gel-packets.jpg jeder kennt sie, jeder schmeisst sie weg – dabei kann man sie gut im Vorratsschrank unterbringen, wo Feuchtigkeit ebenfalls hoch unerwünscht ist (kühl und _trocken_ lagern), und die ziehen Feuchtigkeit schneller als jeder trockene Reis (sonst würden die Firmen reiskochbeutel zu ihren Neugeräten beilegen).

    • Die sind teilweise nur schon angefeuchtet – sie entfeuchten ja Geräte auf ihrer Reise. Auch auf die Menge kommt es an. Man bräuchte eine ganze Menge dieser Beutel, um so ein Gerät wirklich trockenzulegen.

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