Filabot Reclaimer:
3D-Druck-Material aus Plastikmüll selbst herstellen

Der Filabot Reclaimer will 3D-Druck-Enthusiasten an einer wichtigen und vor allem teuren Stelle unterstützen: beim Druckmaterial, dem Filament. Das nämlich wird auf Dauer sehr teuer. Der Filabot soll es aus Plastikmüll wie PET-Flaschen und Fehldrucken herstellen.

Filabot Reclaimer (Bild: Whitney Trudo)

Filabot Reclaimer (Bild: Whitney Trudo)

Tyler McNaney ist Student am Vermont Technical College kann sich zwar ebenso wie so manche andere für 3D-Druck begeistern, aber er hatte zunächst ein Problem: Es war für ihn viel zu teuer. Denn während bei den 3D-Druckern inzwischen ein Preisverfall klar zu erkennen ist, ist das Druckmaterial selbst teuer. Fehldrucke können da dem Portmonee schon sehr weh tun und die Experimentierlust bleibt logischerweise auf der Strecke.

Während industrielle 3D-Drucker bereits zahlreiche Materialien verarbeiten können, ist es bei ihren Pendants im unteren Preissegment derzeit in der Regel Kunststoff: Das Filament (“Faden”) wird auf Rollen geliefert, der 3D-Drucker schmilzt es und erstellt damit Schicht für Schicht das gewünschte Objekt. Tyler McNaneys Idee: Könnte man nicht Geld sparen, in dem man etwas von dem Plastik in 3D-Druck-Material verwandelt, das man sowieso bereits im Haushalt hat?

Filabot Reclaimer
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Genau das soll Filabot leisten: Man gibt ihm Plastikmüll wie Getränke- oder Shampooflaschen, er zerkleinert es und verarbeitet es zum benötigten Kunststofffaden weiter. Und natürlich kann man auch Fehldrucke nehmen und auf diesem Weg in neues Filament umwandeln. Das entstehende Material soll dabei dem fabrikneuen in nichts nachstehen – schließlich werde auch dieses auf eine ähnliche Weise hergestellt, erklärt Tyler McNaney. Der Filabot läuft elektrisch und währenddessen automatisch. Der Nutzer gibt seinen Plastikmüll ein und nimmt am Ende die Spule ab. Allerdings muss der Nutzer zunächst dafür sorgen, dass die Plastikstücke klein genug sind und das Heizelement lässt sich auf unterschiedliche Kunststofftypen einstellen. Insofern wartet schon ein wenig Arbeit auf den Anwender, aber angesichts des gesparten Geldes dürften das viele Enthusiasten gern in Kauf nehmen.

An sich klingt die Idee dabei sehr gut, denn die Kosten des 3D-Drucks dürften dadurch spürbar sinken. Dabei geht es nicht nur um Fehldrucke, die man dann wiederverwenden kann, sondern beispielsweise auch um verworfene Prototypen – wofür sich 3D-Druck schließlich gerade eignet. Man druckt den Prototypen und wenn er noch verbessert werden muss, wird er recycelt. Wie gut das selbst hergestellte Filament am Ende funktioniert und wir praktikabel die Idee alles in allem ist, muss sich natürlich noch in der Praxis beweisen. Tyler MacNaney zeigte gerade kürzlich, dass sich sogar mit qualitativ schlechtem Filament, das zudem die falsche Stärke hatte, erstaunlich gute Ergebnisse erzielen lassen.

Lieferdatum und Preis noch offen

Der Filabot ist inzwischen weit in seiner Entwicklung fortgeschritten. Vor einem Jahr hatte eine Kickstarter-Kampagne das notwendige Startkapital bereitgestellt. Nun sollen die ersten Maschinen an die Unterstützer ausgeliefert werden.

Wann und zu welchem Preis der Filabot für alle erhältlich ist, steht noch nicht fest. Interessenten können hier ihre Mail-Adresse hinterlassen, um sich über den Verkaufsstart informieren zu lassen. Die Kickstarter-Unterstützer hatten das Gerät für umgerechnet rund 265 Euro bekommen.

Weitere Informationen auf der Filabot-Website.

Video zum Filabot

Mit diesem Video hatte Tyler McNaney das Projekt auf Kickstarter vorgestellt:

Gefunden bei Technabob. Weitere Quelle: Wired

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Leitender Redakteur von neuerdings.com und Autor auf netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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3 Kommentare

  1. Das erste Bild passt nicht, dass ist ein anderes Produkt aus einem anderen Artikel.

  2. Hatte vorher schon einmal irgendwo von einem ähnlichen Konzept gelesen. Dabei ging es auch darum die 3D-Drucker durch günstiges Material für Länder der dritten Welt zugänglicher zu machen und zudem Müll durch Recycling zu reduzieren. Ich vermute es wird mit der Zeit einige solcher Ansätze geben, wenn man die Vorteile bedenkt. Allerdings frage ich mich, wie die Hersteller entsprechender Drucker reagieren werden. Mindestens einen Verfall der Garantie auf den Drucker wird es wohl geben, aber könnten sie womöglich auch weiter gehen und zum Beispiel Stoffe in das Grundmaterial mischen, welche eine einfache Nachahmung verhindern sollen?

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