“GPS 2.0″:
Locata entwickelt zentimetergenaue Positionsbestimmung auch in Gebäuden

Das ungenaue GPS wird für immer mehr mobile Anwendungen zum Ärgernis, die eine zuverlässige Positionsbestimmung verlangen. Das australische Unternehmen Locata arbeitet deswegen an einem Assistenten, der deutlich präziser sein soll als GPS, selbst in Gebäuden, Häuserschluchten und Minen.

In bergigen Regionen, Minen, Großstädten: Locata wird bereits eifrig getestet.

In bergigen Regionen, Minen, Großstädten: Locata wird bereits eifrig getestet.

Wir sind dankbar, dass wir so etwas wie GPS heute überhaupt in jedem Smartphone haben. Deswegen fahren wir mit dem globalen Positionssystem und seiner Genauigkeit von rund 10 Metern derzeit noch ganz gut und beschweren uns nicht oft. Probleme gibt es aber in Gebäuden, Tunneln oder Hochhausschluchten, wo GPS nicht funktioniert, sehr ungenau arbeitet oder manchmal Sekunden bis Minuten braucht, um ein abreißendes Signal neu aufzubauen. Die Lösung könnte Locata heißen, eine Erfindung der beiden Wissenschaftler David Small und Nunzio Gambale, die schon 15 Jahre alt ist.

Locata GPS 2.0
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Anders als GPS arbeitet Locata nicht satellitengestützt, sondern mit einem terrestrischen System von Transmittern und einer Technik namens TimeLoc. Die Transmitter nutzen dabei aktuell das Frequenzband von WLANs (2,4 GHz), sie können bis zu mehrere dutzend Kilometer auseinander stehen und Signale im Nanosekunden-Bereich verarbeiten. Die Zahl der Empfänger in eine Funkzelle ist unbegrenzt, die Nutzung anderer Frequenzbänder mit gleicher Technik und dann höherer Genauigkeit ist möglich. Weil die Signale bis zu 1 Milliarde Mal stärker sein sollen als die von GPS, soll eine Genauigkeit von anfangs 18 und später 5 Zentimetern auf allen drei Achsen (Länge, Breite, Höhe) erreicht werden – auch in Gebäuden, Straßenschluchten, Kellern oder gar Minen.

Mehr Ergänzung zu GPS als ein Ersatz

Auch wenn Locata nicht ganz unbescheiden vom “GPS 2.0″ oder “GPS for YOU” spricht, so weist man auch oft genug darauf hin, dass man sich eher als Ergänzung statt als Ersatz zu GPS sieht. So wie a-GPS zusätzlich auf Mobilfunk- und WLAN-Netze zurückgreift, sei es die Kombination verschiedener Möglichkeiten, die eine genaue Positionsbestimmung erst ermöglichen. Locata könne GPS da assistieren, wo die althergebrachte Satellitennavigation an ihre Grenzen stößt, eben in sehr urbanen Gegenden oder in Gebäuden. Auch mit anderen Satelliten-gestützten Positionssystemen wie dem russischen “Glonass”, dem chinesischen “Compass” und dem EU-Projekt “Galileo” will man zusammenarbeiten. Locata allerdings soll keinem Staatenbund gehören und frei konfigurierbar sein.

Bis man Locata nutzen kann, dürften noch einige Jahre ins Land ziehen. Besondere Eile scheinen die beiden Erfinder auch nicht zu haben: Sie verfassten ihre Idee und gründeten das Unternehmen Locata bereits 1997. In den Folgejahren entwickelte man die Technik, schloss Partnerschaften, testete zusammen mit Partnern wie Leica Geosystems oder der US Air Force, und entwarf dutzende Patente, die für die Nutzung nötig sind. Der Öffentlichkeit präsentierte man sich erstmals 2011. Derzeit arbeitet man noch daran, die Empfänger so zu verkleinern, dass sie auch in Smartphones passen. Pilotprojekte laufen seit längerem. Sollte alles gut laufen, werden Privatanwender vielleicht Ende dieses Jahrzehnts mit ersten Locata-Empfängern für mobile Gadgets rechnen können.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Redakteur bei neuerdings.com, netzwertig.com und dem Euronics Trendblog. Neue Gadgets und Software? Liebend gerne! Aber nur, wenn sie das Leben auch wirklich leichter machen.

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3 Kommentare

  1. Claas nutzt doch bereits ein ähnliches System um Erntemaschinen im Genauigkeitsbereich von 10cm Bereich zu steuern

  2. Ein solches System wird doch schon seit Jahren in der Vermessung eingesetzt. An vielen wichtigen Stellen gibt es extra Antennen, die dann Vermessern eine sehr hohe Genauigkeit gestatten.

  3. Hallo ihr Fachleute,
    ich suche ein Gerät, um in Feld und Wald bestimmte Positionspunkte zu definieren, z.B. Wegekreuze, Kapellen, Ruinen etc. Die Positionsbestimmungen sollen sehr exakt sein, das Gerät soll aber sehr einfach zu bedienen sein, da ich nicht zur PC-Generation gehöre.
    Kann mir jemand eine Empfehlung geben? Vielen Dank im Voraus.
    Bosambo

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