Canon Powershot N:
Superkompakte Kamera mit ungewöhnlichen Funktionen

Die Canon Powershot N soll mit ihrem ungewöhnlichen Design und neuen Features für Furore im Segment der Kompaktkameras sorgen. Dabei ist eines ganz klar: Hauptkonkurrent ist das Smartphone. Das gibt Canon sogar selbst zu.

Canons Powershot N will mit Design und Funktionen überzeugen.

Canons Powershot N will mit Design und Funktionen überzeugen.

Als “perfekte Ergänzung zum Smartphone” bewirbt Canon die neue Powershot N in der entsprechenden Pressemitteilung. Und diese Beschreibung ist sicher alles andere als ein Zufall. Hersteller wie Canon müssen sich etwas einfallen lassen, um gegen die immer besser werdenden Kameras in Smartphones bestehen zu können. Die Fotoqualität einer Kompakten mag da noch immer höher sein, aber für viele Situationen reicht das Smartphone eben bereits aus. Und wer mehr will, kauft sich vielleicht lieber gleich eine spiegellose Systemkamera oder gar eine Spiegelreflex, um seine Möglichkeiten spürbar zu erweitern.

Bei der Powershot N will Canon mit zwei Dingen überzeugen: superkompaktes Design und neue Funktionen.

Canon Powershot N
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Kompaktes Design, schwacher Akku

Die Kamera selbst scheint fast nur noch aus dem Objektiv und dem klappbaren Display zu bestehen. Damit dürfte es die Powershot N leicht machen, sie immer dabei zu haben. Ob sie sich gut und sicher in der Hand hälten lässt, kann man hingegen nur erahnen. Gezoomt und auch ausgelöst wird über Ringe direkt am Objektiv. Dadurch soll man sie beispielsweise auch über Kopf bedienen können. Ein schwenkbares Display statt eines klappbaren wäre hier sicher die Krönung gewesen – aber Canon muss sich ja noch Steigerungsmöglichkeiten für den Nachfolger aufbewahren. Ein Minuspunkt des kompakten Designs: Nur 200 Aufnahmen sollen sich mit einer Akkuladung machen lassen. Auch hier wäre noch Luft nach oben fürs nächste Modell.

“Kreative” Funktionen für den kleinen Unterschied

Während die technischen Daten (s.u.) ansonsten nichts Ungewöhnliches entdecken lassen, spendiert Canon seinem neuen Modell einige Funktionen, die für mehr Spaß und bessere Fotos sorgen sollen. “Verblüffende Bilder, die Freunde und Follower beeindrucken, sind vorprogrammiert”, behauptet die Pressemitteilung in typischer Unbescheidenheit. Diese Vorschusslorbeeren wirft die Marketing-Abteilung in Richtung des Modus “Creative Shot”: Er macht fünf Bilder, bei denen die Software Bildkomposition, Belichtung, Fokuspunkt, Weißabgleich, Gradation und Kontrast variiert. Wie gut das funktioniert, kann man natürlich nur durch einen Test herausfinden. Wer etwas mit Miniatureffekt, Weichzeichner, Spielzeugkamera-Effekt oder Monochrome fotografiert hat, kann die Aufnahme zudem mit “kreativen Umrandungen” versehen. Da läuft es dem einen oder anderen Fotografen wahrscheinlich eher eiskalt den Rücken runter und für alle anderen stellt sich die Frage, ob entsprechende Smartphone-Apps nicht längst mehr bieten.

Ein anderes ungewöhnliches Feature: Auf Wunsch werden vor jedem Foto vier Sekunden Video in 720p-Auflösung aufgezeichnet. Diese Videos lassen sich am Ende des Tages zu einem Clip kombinieren. Damit bekomme man die Entstehungsgeschichte zu jedem Foto, heißt es in der Mitteilung.

WLAN ist integriert

Zu guter Letzt ist WLAN in die Kamera integriert, die auf diese Weise mit einem Knopfdruck z.B. Kontakt zu Smartphones und Tablets aufnehmen können soll. Durch eine Smartphone-App von Canon werden die Fotos laut Beschreibung um GPS-Daten ergänzt. Wie genau das funktioniert, wird nicht erklärt, aber vermutlich wird man die App zu Beginn der Fotosession starten müssen, damit sie im Hintergrund als GPS-Tracker fungiert.

Auch an dieser Stelle können Smartphones mehr. Sie bringen bereits ein GPS-Modul mit und Bilder können auch ganz ohne WLAN per Mobilfunk hochgeladen werden. Ganz zu schweigen von der Flexibilität von Apps.

Technische Daten, Lieferbarkeit und Preis

Einige technische Daten:

  • CMOS-Sensor mit 12,1 Megapixel Auflösung (1/2,3 Zoll)
  • 8-fach Zoomobjektiv: Brennweite von 28 bis 224 mm (umgerechnet auf Kleinbild) bei f/3 bis f/5,9
  • Bildstabilisierung
  • Touchscreen mit 2,8 Zoll (7,1 cm) Diagonale
  • Video-Aufnahmen mit Full HD (1.080p)
  • WLAN IEEE802.11b/g/n (2,4 GHz)
  • Speichermedium: MicroSD, MicroSDHC oder MicroSDXC
  • Akkulaufzeit: rund 200 Aufnahmen
  • Maße: 78,6 x 60,2 x 29,3 mm
  • Gewicht: 195 g

Hier finden sich alle technischen Daten in einem PDF.

Preis und Verfügbarkeit: Ab Ende April 2013 soll die Canon Powershot N erhältlich sein und dann rund 330 Euro kosten – laut unverbindlicher Preisempfehlung.

Gefunden bei The Verge.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Leitender Redakteur von neuerdings.com und Autor auf netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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