Simvalley Mobile Kinder-Handy KT-612 im Test:
Nach Hause telefonieren

Dem Nachwuchs zur Sicherheit ein Handy mit in die Schule geben, ohne nachher Jamba-Klingelton-Abos und Beschwerden der Lehrer am Hals zu haben? Das geht mit einem speziellen Kinder-Handy. Wir haben uns das Simvalley Mobile KT-612 einmal angesehen.

Grün wie E.T.: Simvalley Mobile Kinder-Handy KT-612 (Bild: W.D.Roth)

Grün wie E.T.: Simvalley Mobile Kinder-Handy KT-612 (Bild: W.D.Roth)

Für Senioren gibt es inzwischen spezielle Handys, die einfach bedienbar sind und Notruffunktionen haben: Komplizierte Menüs und kleine Tasten und Displays sind für viele ältere Menschen nur hinderlich, das Handy jedoch als Sicherheitsfaktor durchaus nützlich. Hier findet ihr einen Testbericht von Kollegin Gabriele Remmers zum Emporia Elegance.

Ähnlich ist es bei ganz jungen Menschen: Kinder haben zwar kein Problem mit kleinen Tasten und Anzeigen, doch zumindest Erstklässler dürften noch Schwierigkeiten mit komplizierten Menüs haben – danach können sie es vermutlich besser als die Eltern.

Allerdings gibt es einen zweiten Grund, Kindern nur ein Handy mit begrenztem Funktionsumfang mitzugeben: Sonst ist mit hohen Telefonrechnungen, lästigen Abzock-Abos und Ärger mit den Lehrern zu rechnen, weil der Filius im Unterricht am Handy spielt. Von der Gefahr, das gute Stück “abgezogen” zu bekommen, ganz zu schweigen.

Lieferumfang: Handy, Akku, Ladegerät, Anleitung (Bild: W.D.Roth)

Lieferumfang: Handy, Akku, Ladegerät, Anleitung (Bild: W.D.Roth)

Das Simvalley Mobile Kinder-Handy KT-612 ist aus einem Senioren-Handy hervorgegangen, was auch die Bedienungsanleitung an einem Punkt unfreiwillig verrät, weil sie noch den Hinweis auf ein Senioren-Handy enthält. Es hat daher auch eine SOS-Funktion, die das Kind in Notfällen nutzen kann – man muss dabei den Notruf 112 nicht eingestellt lassen, kann auch nur die eigene Familie per Anruf und SMS benachrichtigen lassen, wenn der Notruftaster gedrückt wird.

Im Gegensatz zum Seniorenhandy ist das Display sogar extrem klein und statt Zifferntasten gibt es nur vier Symboltasten für maximal vier Rufnummern, die dem Gerät per SMS eingeimpft werden können. Das Kind kann also nur da anrufen, wo es die Eltern erlauben, zu Hause, bei einem Freund oder auf einem Handy der Eltern. Das aber geht dann ganz einfach, ohne Wählen von Telefonnummern.

Simvalley Mobile Kinder-Handy KT-612 mit Akku (Bild: W.D.Roth)

Simvalley Mobile Kinder-Handy KT-612 mit Akku (Bild: W.D.Roth)

Leider hat das Ganze ein massives Sicherheitsproblem: Da keine Zifferntasten vorhanden sind, kann man auch keine PIN eingeben. Diese muss also ausgeschaltet werden. Wird dann das Handy verloren oder gestohlen, kann der neue Besitzer zwar mit dem Handy nur die einprogrammierten Nummern anrufen – mit einem anderen Handy jedoch beliebig telefonieren. Das ist nur mit einer Prepaid-Karte ohne Nachladefunktion tolerierbar, die jedoch leicht im entscheidenden Moment leer ist oder abgeschaltet wird. Mit einer Vertrags-Karte können dagegen erhebliche Kosten auflaufen, bis der Verlust bemerkt wird.

Es gibt jedoch eine Abhilfe, auf die der Anbieter unverständlicherweise nicht hinweist: Die Funktion “feste Rufnummern”. Diese war vor einigen Jahren recht bekannt und ist inzwischen leider ziemlich in Vergessenheit geraten, nur wenige aktuelle Handys wie das Sony Ericsson Xperia Mini Pro kennen sie noch, doch auch ältere Geräte wie beispielsweise das Siemens C25, das ich dazu verwendet habe. Bei anderen Geräten, die die Funktion im Menü nicht unterstützen, kann man eventuell die GSM-Codes direkt eingeben.

Wird diese Funktion aktiviert, wozu die PIN2 benötigt wird, können anschließend nur noch die Nummern angerufen werden, die anschließend ins SIM-Telefonbuch gespeichert werden – zuvor gespeicherte Nummern wie die üblichen vom Provider gelieferten Hotlines von ADAC bis Taxiruf sind ebenso gesperrt wie manuell eingetippte Nummern, außer diese entsprechen einer der neu eingespeicherten Telefonnummern. So präpariert kann mit der SIM nun auch in einem anderen Telefon kein Unsinn mehr angestellt werden.

Dank automatischer Tastatursperre ist das Simvalley Mobile Kinder-Handy KT-612 tatsächlich recht kindersicher: Es löst nicht versehentlich Anrufe aus, ist kaum fehlbedienbar und auch nicht attraktiv, um geklaut zu werden. Allerdings wird es nur bis zu einem gewissen Alter für das Kind akzeptabel sein.

 

Mehr lesen

CoBattery: So muss das iPhone nie wieder an die Steckdose

11.5.2015, 4 KommentareCoBattery:
So muss das iPhone nie wieder an die Steckdose

Wer auf Kickstarter.com den Satz „Never plug in your iPhone again“ liest, denkt an eine großartige Erfindung. Hat man etwa eine Möglichkeit gefunden, dass das Apple-Smartphone nie wieder geladen muss, weil es unbegrenzt über Strom verfügt? Nein, leider nicht.

Doro Liberto 820 Mini im Test: Wie gut ist das Smartphone für Senioren?

29.3.2015, 3 KommentareDoro Liberto 820 Mini im Test:
Wie gut ist das Smartphone für Senioren?

Ein 4“-Display, Android 4.2.2 und ein Preis von rund 170 Euro: Das neue Smartphone von Doro will nicht mit innovativen Leistungsdaten punkten, sondern mit einem perfekt abgestimmten Gesamtpaket für Senioren. Gelingt das? Wir haben das Liberto 820 Mini getestet.

emporiaSMART: Ein Smartphone für Senioren

8.3.2015, 2 KommentareemporiaSMART:
Ein Smartphone für Senioren

Telefonie, WhatsApp, Fotos und mehr: Auf dem Mobile World Congress hat der österreichische Hersteller Emporia ein Handy für die "Silver Generation" und Senioren vorgestellt, das die Funktionen von Feature Phones und Smartphones vereint. Als Basis dient ein angepasstes Android-Betriebssystem.

snu:mee Gewinnspiel: Wir verlosen ein MP3-Player-Babyphone-UFO und zwei Babylieder-CDs

27.7.2015, 176 Kommentaresnu:mee Gewinnspiel:
Wir verlosen ein MP3-Player-Babyphone-UFO und zwei Babylieder-CDs

Wer seinen Nachwuchs nicht zu den immer gleichen Spieluhr-Klängen einschlafen lassen will und zudem auf der Suche nach einem Smartphone-gesteuerten Babyphone ist, der dürfte an unserem Gewinnspiel-Preis seinen Gefallen finden.

Hackaball: Programmiere Spielzeug-Kugel für Kinder

16.3.2015, 2 KommentareHackaball:
Programmiere Spielzeug-Kugel für Kinder

Er sieht wie ein Spielzeug-Ball aus, was er letztlich auch ist. Aber Hackaball ist weit mehr als nur eine Kugel ohne weitere Funktionen. Ganz im Gegenteil, steckt doch im Inneren Technik, die vor allem Kids beglücken soll.

Piper: Baukasten bringt Kindern mit Minecraft Elektronik näher

9.3.2015, 6 KommentarePiper:
Baukasten bringt Kindern mit Minecraft Elektronik näher

Computerspiele machen dumm? Unsinn. Und Piper beweist einmal mehr das Gegenteil. Denn dieser Elektronikbaukasten vermittelt mit „Minecraft“ Wissen über Elektronik.

EyeLock Myris Iris-Scanner: Das Auge als Password

29.12.2014, 3 KommentareEyeLock Myris Iris-Scanner:
Das Auge als Password

Myris ist ein Augen-Scanner, der die Iris abfilmt und den Rechner erst dann freigibt, wenn die gescannte Iris den Nutzer als berechtigt identifiziert. Laut EyeLock ist die Identifikation über die Iris deutlich genauer als die über einen Fingerabdruck

Amaryllo iSensor HD: Preisgünstige Überwachungskamera nutzt Skype und Google Drive

23.8.2014, 6 KommentareAmaryllo iSensor HD:
Preisgünstige Überwachungskamera nutzt Skype und Google Drive

Aus Amsterdam kommt eine preisgünstige und kompakte Überwachungskamera, die als besonders bedienerfreundlich angepriesen wird: Die iSensor HD nutzt die 256-Bit-Verschlüsselung von Skype für die Datenübertragung und kommt mit 15 GB Speicherplatz bei Google Drive daher.

iTwin connect im Test: VPN für DAUs

6.9.2013, 3 KommentareiTwin connect im Test:
VPN für DAUs

iTwin connect ist ein zweiteiliger USB-Stick für OS X- und Windows-Rechner, der er ermöglicht, ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) per Plug & Play einzurichten und darüber hinaus noch weitere Vorteile bietet. Wir haben ausprobiert, was der iTwin connect kann.

4 Kommentare

  1. …Funktion “feste Rufnummern”.
    Danke für den wertvollen Hinweis auf den Workaround!

  2. Wenn ich meiner Enkelin 11 Jahre alt solch ein Handy kaufe wird sie höchstwahrscheinlich von einigen ihrer Mitschüler verprügelt,weil sie kein Marken Smartphone hat.

    Da kaufe ich ihr lieber keins.

    In ihrer Schule ist so was schon vorgekommen.
    Und auch von anderen Eltern höre ich das immer mehr Kinder gehänselt oder geschlagen werden,wenn sie kein Markenhandy besitzen oder nutzen.

    • Wenn sie 11 Jahre ist, dürfte sie von dem Geschenk auch in etwa so begeistert sein wie ein 16jähriger, dem die Eltern ein “Wo die kleinen Babys herkommen – für Kinder von 8 bis 10 Jahre” schenken. Das Gerät ist für Kindergarten und Grundschule als Notfallhandy gedacht.

      Dann lieber keins kaufen ist in einer solch rabiaten Schule wohl angebracht, zumal teure Handys dann “abgezogen” werden oder anderer Unfug angestellt wird. Nur hat man dann mit Klamotten dasselbe Problem, und da geht “wenn ich ihr keine Markenjeans kaufe, dann bekommt sie besser gar keine Hose” nicht.

      Aber das ist wieder ein anderes Thema…

      Hier geht es um eine spezielle Funktion, die ein Smartphone gar nicht bietet.

  3. Betrifft: irritierende Bildunterschrift. Ich bin absolut sicher, dass E.T. eine andere Farbe hat als dieses Handy.

Kommentar schreiben

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen.

* Pflichtfelder

 
vgwort