Roboy:
Uni Zürich entwickelt kinderähnlichen Roboter – Spielbergs “A.I.” lässt grüßen

Wie erschafft man möglichst lebensechte Roboter? Indem man sie so aussehen und sich bewegen lässt wie echte Menschen. Ein Projekt der Universität Zürich arbeitet seit Mai an einem kinderähnlichen Roboter namens Roboy und will die Finanzierung nun via Crowdfunding abschließen.

So soll der Roboy final aussehen.

So soll der Roboy final aussehen.

Der Roboy hat Rippen, ein Brustbein, Armgelenke, Handknochen, tiefblaue Augen. Seine filigranen Bewegungen sich menschlich und das Licht der Welt erblickt er nach neun Monaten. Was Forscher und Entwickler des Labors für Künstliche Intelligenz der Universität Zürich da erschaffen, klingt ein wenig verstörend: Die Physis des Roboters ähnelt der eines Kindes.

An Roboy soll künstliche Intelligenz weiter getestet werden und die Ergebnisse sollen der Weiterentwicklung des Forschungsfeldes zu Gute kommen. Die Forscher haben einen konkreten Nutzen deswegen noch nicht definitiert. Soll es ein Haushaltsroboter, ein Spielkamerad oder ein Hilfsroboter für Pflegebedürftige werden? Unternehmen, die sich an dem Projekt beteiligen, können den Nutzen selbst bestimmen. Zwar wird das Projekt privat und durch Crowdfunding finanziert, Roboy soll aber nach dem Open-Source-Gedanken weiterentwickelt werden und keinem einzelnen Unternehmen gehören.

Roboy, kindähnlicher Roboter
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Ecce

Roboys Federn simulieren die Flexibilität des menschlichen Körpers. Kabel ersetzen Nervenbahnen, mit Sensoren und Kameratechnik kann er fühlen und sehen. Das Skelett ist dem eines jungen Menschen nachempfunden. So hat der Roboy etwa Ellen und Speichen und einen flexiblen, mit Kunststoffelementen verstärkten Schlauch, der die Wirbelsäule ersetzt. Gleich zu Beginn soll der Roboy Radfahren können.

Auf Facebook wurde über das Gesicht abgestimmt.

Auf Facebook wurde über das Gesicht abgestimmt.

Fiktion wird Realität

Nach Angaben der Forscher ist das Projekt bereits in seiner Endphase. Oberkörper, Kopf und Beine sind vollendet, im Januar wird der Roboy zusammengebaut. Im Februar muss er – im wahrsten Sinne des Wortes – erst einmal laufen lernen, bevor er dann im März auf der Veranstaltung “Robots on Tour” in Zürich vorgestellt wird. Knapp 300.000 der gewünschten 500.000 Schweizer Franken (etwa 414.000 Euro) sind bereits via Crowdfunding eingegangen. Vorläufer des Roboy ist der einäugige ECCE, Produkt eines EU-geförderten Projektes der Universität Sussex. Der ECCE verfügte bereits über den sehnengesteuerten Arm “Anthrob”, der nun auch im Roboy zum Einsatz kommt. Roboys Gesichtsform wurde in einem Facebook-Voting bestimmt, nachdem sein Porträt auf ersten Entwürfen auf viele Menschen wohl zu beängstigend gewirkt hat. Ein Video stellt das Projekt kurz vor:

Was immer ihr an Science-Fiction-Filmen über menschliche Roboter gesehen habt, “Terminator”, “A.I.” oder “I, Robot” – die Entwicklung möglichst menschenähnlicher Körper und Bewegungen ist bald so weit. Bis so ein Gerät sich wie ein Mensch unterhalten und wie einer denken kann, dürften noch einige Jahre vergehen, aber erleben werdet ihr es noch. Und dann wird es allein von der Programmierung abhängen, wie freundlich unsere neuen elektronischen Mitmenschen uns gesinnt sind.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Redakteur bei neuerdings.com, netzwertig.com und dem Euronics Trendblog. Neue Gadgets und Software? Liebend gerne! Aber nur, wenn sie das Leben auch wirklich leichter machen.

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Ein Kommentar

  1. “Soll es ein Haushaltsroboter, ein Spielkamerad oder ein Hilfsroboter für Pflegebedürftige werden?”

    Öhmmm, gibt es nicht genug Menschen, die solche Aufgaben auch gut und zuverlässug erledigen können? Ich verstehe nicht, wofür man solche Androiden wirklich braucht. Die menschliche Population steigt exponentiell an, und dann will man da noch ‘ne Horde Haushaltsroboter, Spielkameraden und Hilfsroboter reinschieben???

    Es wird ein Schuh daraus, wenn man die hässlicheste Seite der Menschheit betrachtet:…..Kriegsdienst.

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