Mojio:
Macht ein Auto zum “Smartcar”

Autos gehören zwar zu den komplexesten Maschinen, die wir als Privatmenschen besitzen und sind inzwischen auch voller Elektronik, aber sie gehören noch nicht zum “Internet der Dinge”. Das Projekt “Mojio” will das ändern, in dem es sich über einen Standardstecker direkt mit dem Bordcomputer verbindet.

Das kleine Kästchen vernetzt den Bordcomputer mit dem Internet. Bild: Mojio

Das kleine Kästchen vernetzt den Bordcomputer mit dem Internet. Bild: Mojio

Dass das “Internet der Dinge” sichtbar Fahrt aufnimmt, ist kaum noch abzustreiten. Die Vision dahinter ist eine Welt, in der alles miteinander verbunden ist. Es soll unser Leben einfacher und effektiver machen.

Das Indiegogo-Projekt “Mojio” möchte diesen Schritt nun auch Autos ermöglichen. Hinter dem Namen steckt ein unscheinbares Plastikkästchen, das sich direkt mit dem standardisierten Onboard Diagnostics Port verbindet, wie man ihn in allen Autos ab Baujahr 1995 findet. Über diesen Anschluss verbindet sich Mojio direkt mit dem Bordcomputer.

Mojio
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Features und Funktionen

Mojio selbst hat einen eigenen Prozessor, einen Beschleunigungssensor, GPS und eine GSM-Mobilfunkverbindung. Über diese Features werden neue Funktionen möglich. So können sich Eltern beispielsweise per SMS informieren lassen, wenn der Nachwuchs mit dem eigenen Auto eine bestimmte Geschwindigkeit überschreitet. Man kann jederzeit nachsehen, wo der eigene Wagen ist – falls man vergessen hat, wo man ihn abgestellt hatte oder er gar gestohlen wurde. Der Beschleunigungssensor kann Alarm schlagen, wenn das Auto abgeschleppt wird. Wer ein Fahrtenbuch führt, kann sich dabei auch per Mojio unterstützen lassen. Und über eine App sieht man jederzeit, wie der Zustand des Fahrzeugs ist und wann man wieder zur Tankstelle muss.

Da Mojio eine offene Programmierschnittstelle hat, sind in Zukunft noch weitere Anwendungen denkbar, sofern sich Entwickler dafür begeistern können. Kostenlose Apps für Android, iOS und Windows sollen von Beginn an zur Verfügung stehen.

Privatsphäre und Sicherheit

Natürlich stellt sich bei so sensiblen wie zahlreichen Daten die Frage nach der Privatsphäre. Jedes Mojio muss daher zunächst manuell für einen Account freigeschaltet werden. Dazu benötigt man die Seriennummer des Geräts und eine PIN. Wer anderen die erhobenen Daten freigeben will, kann auch nur Teile der Informationen zur Verfügung stellen. Zudem wird man immer informiert, wenn jemand auf den Account zugreift, versprechen die Macher. Die Mobilfunkverbindung ist über ein Virtual Private Network abgesichert und die Plattform selbst sowie die Apps setzen auf eine 128-Bit-Verschlüsselung, wie man sie auch vom Online-Banking kennt.

Zunächst nur für USA und Kanada

Wer sein Auto in ein “Smartcar” verwandeln will, muss derzeit allerdings in den USA oder Kanada unterwegs sein. Das liegt an der Mobilfunkverbindung, die einen Machine-to-Machine-Datenaustausch benutzt. Die Macher von Mojio haben dazu Partnerschaften mit Mobilfunkanbietern in beiden Ländern geschlossen. Starttermine für weitere Länder gibt es noch nicht, werden aber immerhin in Erwägung gezogen.

Wer das Projekt auf Indiegogo unterstützen möchte, bekommt einen Mojio derzeit für 89 US-Dollar (umgerechnet etwa 69 Euro). Nach drei kostenlosen Monaten fallen etwas mehr als 6 Euro im Monat oder rund 61 Euro im Jahr für die Mobilfunkverbindung an. Diese Tarife könnten hierzulande sicherlich noch anders ausfallen.

Geduld braucht man auch: Erst für den August 2013 ist mit der Auslieferung der ersten Geräte zu rechnen.

Weitere Informationen auf der Indiegogo-Projektseite und der offiziellen Website.

Gefunden bei Technabob.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Leitender Redakteur von neuerdings.com und Autor auf netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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2 Kommentare

  1. viel interessanter als die beschrieben funktionen ist doch: Kann ich auf meinem Smartphone den Fehlerspeicher des Autos auslesen, bestimmte Daten ändern etc. – eben wie wenn ich einen Laptop mit entspr. Software an den OBD-Port anschließe!?

    • ODB-Adapter mit Bluetooth mit denen man das über das Smartphone machen kann gibt’s doch schon einige.

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