CommBadge:
Freisprechen mit einem Hauch Star Trek

Wer kein Fan von Bluetooth-Headsets ist, aber im Idealfall gleichzeitig ein Fan von Star Trek, wird vom “CommBadge” begeistert sein. Unter diesem Namen wirbt ein kleiner, ansteckbarer Lautsprecher um Unterstützer auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo.

CommBadge in Aktion

CommBadge in Aktion

Zwar spielt Star Trek ab Captain Picards Mannschaft offiziell im 24. Jahrhundert, aber wer sich die Serie heute anschaut, wird an mancher Stelle doch schon arg schmunzeln müssen. Die klobigen Laptops auf den Tischen der Diensträume sind von heutigen Ultrabooks längst überholt worden. Und die allgegenwärtigen PADDs stehen heute als Tablets im Elektronikfachmarkt im Dutzend herum. Immer wieder hat Star Trek dabei Designer und Entwickler angeregt. Berühmtestes Beispiel ist wohl das Motorola StarTac, das auf den aufklappbaren Communicator aus der Kirk-Ära Bezug nahm. Und ähnlich ist es beim Indiegogo-Projekt “CommBadge”, das sich allein schon mit seinem Namen am Vorbild “Combadge” orientiert. Stellt sich nur noch die Frage, ob es auch wirklich sinnvoll und alltäglich einsetzbar ist.

CommBadge
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Technisch gesehen ist der CommBadge ein kleiner Lautsprecher mit Mikrofon und Bluetooth-Verbindung zum Handy sowie einer berührungsempfindlichen Oberfläche. Wie beim Combadge aus Star Trek reicht also ein Antippen, um ihn zu aktivieren. Das kann auf Android oder iPhone die passende Sprachsteuerung starten lassen. Im folgenden Video wird das mit Beispielen anhand von Siri demonstriert:

Die Macher sehen als ihre Zielgruppe vor allem solche Menschen, die sich mit einem Bluetooth-Headset nicht anfreunden können. Nicht jeder möchte oder kann es den ganzen Tag im Ohr lassen, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein. Es bei Bedarf erst hervorzukramen, ist wiederum umständlich. Einen CommBadge kann man theoretisch den Tag über an der Kleidung lassen. Und damit man durch diese große Bequemlichkeit nicht vergisst, dass man ja eigentlich ein Handy hat, wird man vom CommBadge gewarnt, sobald man es irgendwo liegen gelassen hat.

Den CommBadge soll es dabei ebenfalls in einer Art Office-Version geben, an der man gleich sein Namensschild befestigen kann. Wie das Vorbild aus Star Trek soll es also zum alltäglichen Bestandteil der (Dienst-)Kleidung werden.

Laut Entwickler auch im öffentlichen Raum einsetzbar

Die große Frage ist natürlich, wie sinnvoll sich der Lautsprecher im Alltag nutzen lässt. Man wird wohl nicht in einem Großraumbüro oder auf der Straße längere Telefonate damit führen wollen. Wobei die Macher versprechen, dass nicht alle Menschen in der Umgebung hören, was man als Nutzer des CommBadge hört. Hier sei viel Zeit in die Entwicklung geflossen. Die Geräuschunterdrückung sorge zudem dafür, dass man selbst auch in lauten Umgebungen noch gut über den CommBadge verstanden wird.

Aber selbst wenn sich diese Versprechen als Marketingübertreibung herausstellen: Für die im Video demonstrierte Sprachsteuerung des Smartphones mag es tatsächlich sinnvoll sein oder für kurze Absprachen. Wer die Star-Trek-Serien aus der Picard-Ära kennt, der weiß: Auch dort wurde in der Öffentlichkeit nur das notwendigste per Combadge kommuniziert. Für die wichtigen Gespräche traf man sich immer ganz altmodisch persönlich.

Aufgeladen wird der CommBadge per Micro-USB. Eine Angabe zur Akkulaufzeit findet sich im Beschreibungstext nicht.

Preise und Lieferbarkeit

Die Macher des Projekts möchten den CommBadge bereits im Februar 2013 ausliefern können. Das Modell im Video sei kein Prototyp, sondern bereits der direkte Vorläufer des zu produzierenden Geräts, heißt es in der Beschreibung.

Das preisgünstigste Modell in Schwarz (“Galactic Black”, um genau zu sein), kostet 75 US-Dollar plus 15 US-Dollar für den internationalen Versand. Umgerechnet ist man also mit knapp 70 Euro dabei. Wer das Modell lieber in Grau (“Nebula Chrome”) oder Weiß (“Cosmic White”) haben möchte, legt noch einmal knapp 8 Euro drauf. Die “Business”-Versionen mit Halterung für ein Namensschild liegen einige weitere Euro darüber. Die Übersicht dazu findet sich hier auf Indiegogo. Generell gilt hier wie auch bei anderen solchen Projekten der Hinweis: Crowdfunding-Plattformen sind keine Onlineshops.

Im Moment haben die Macher noch über drei Wochen Zeit, ihr Ziel von mindestens 100.000 US-Dollar auf Indiegogo zu erreichen.

Gefunden bei Cnet.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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