Jawbone Up ist wieder da:
Sportarmband kämpft gegen den inneren Schweinehund

Schön sah es aus, clevere Technik sollte in diesem dünnen Band stecken, ein intelligenter Begleiter, ein Fitnesstrainer sollte es sein und dazu noch das Wohlbefinden stärken: Das Armband Jawbone Up hatte bereits vor dem Verkaufsstart viele Fans. Dann tauchten in ersten Tests große Probleme auf. Jawbone musste das Band vom Markt zurückziehen, den Käufern des Geld zurückerstatten. Jetzt, 2,9 Millionen Teststunden später, wagt der Hersteller das Comeback.

Intelligentes Armband: Das Jawbone Up in acht Farben

Intelligentes Armband: Das Jawbone Up in acht Farben

Ein Jahr ist es her, dass der Lautsprecher-Hersteller Jawbone sich mit diesem Nebenprojekt verhob. Das “Up” sollte ein Fitness-Gadget werden, ähnlich dem Nike Fuelband, “One” und “Zip” von Fitbit. Wie die anderen Tracker auch sollte das Up die täglichen Bewegungen seines Benutzers registrieren und das Schlafverhalten analysieren. In seiner chicen Form als magnetisches, buntes Armband in verschiedenen Farben konnte man es sogar als modisches Accessoire verwenden. Über einen Klinkenstecker sollte es mit dem iPhone und einer dazu passenden App kommunizieren.

Dass es das bereits nach kurzer Zeit nicht mehr tat, war das Hauptproblem: iPhone und Up wollten einfach nicht mehr synchronisieren. Das Wunder-Armband habe davor im Prinzip funktioniert, versichern Tester. Allerdings wurde es am Handgelenk zu heiß und stellte sich nicht als resistent genug gegen Umwelteinflüsse heraus. Diese Probleme bekamen die Jambox-Techniker nicht in den Griff. Sie taten das einzig Richtige: Sie nahmen das Up vom Markt, erstatteten den Käufern das Geld, zogen sich zurück in die Testlabore – und verbrachten dort ein ganzes Jahr.

Jawbone Up
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Die größte Herausforderung des Projekts? Das Projekt an sich

2,9 Millionen Stunden Testzeit habe das neue Up nun hinter sich, versichert der Hersteller – inklusive Falltest, Materialtest, Funktionstest. Diesmal soll nichts mehr schief gehen. In einem sympathischen Video zeigen die Jawbone-Techniker nun, was sie diesmal an Zeit und Herzblut investiert haben. Projektleiter Yves Behar gibt darin unumwunden zu: “Die Leute fragten mich, was die größte Herausforderung an diesem Projekt gewesen ist. Und das war, im Endeffekt, das ganze Projekt.”

Ein Jahr ist eine lange Zeit. Äußerlich hat sich nichts geändert, das ganze Innenleben aber hat Jawbone nach eigenen Worten überarbeitet und das Band widerstandsfähiger gemacht. Den langen Testzeitraum finanziert Jawbone nun über einen höheren Verkaufspreis von 130 statt ursprünglich 100 US-Dollar. In den USA kann man es bereits vorbestellen, für Europa weist der Hersteller unscharf auf das kommende Jahr. Erhältlich ist es in acht Farben und drei Größen.

Up meldet sich, wenn der Nutzer zu faul ist

Leider kommuniziert das Up bislang nur mit einem iOS-Gerät (iPhone, iPad, iPod touch). Für Android oder andere Systeme gibt es noch keine Informationen. Das Up verfügt unter anderem über ein Pedometer (Schrittzähler). Die Software gibt dem Nutzer die Möglichkeit, persönliche Trainingspläne anzulegen und zu verwalten. Ein Vibrationsalarm meldet sich, wenn das Up der Meinung ist, man habe sich zu lange nicht bewegt. Der eingebaute Akku soll bis zu zehn Tage durchhalten und man soll ihn über die Verbindung via USB innerhalb von 80 Minuten wieder aufladen können.

Nach Tests mit einem Fitbit One muss ich sagen, dass solche Fitness-Gadgets in der Tat helfen können, sich mehr zu bewegen. Beim One ist etwa das Tagesziel, 10.000 Schritte zu gehen – eine recht hohe Hausnummer, die man aber immer wieder gerne als Herausforderung versteht und annimmt. Die Jawbone-Techniker haben in Sachen Marketing alles richtig gemacht. Jetzt muss sich nur noch zeigen, dass sie ihr Versprechen halten können und das Up dieses Mal den Erwartungen entspricht.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Redakteur bei neuerdings.com, netzwertig.com und dem Euronics Trendblog. Neue Gadgets und Software? Liebend gerne! Aber nur, wenn sie das Leben auch wirklich leichter machen.

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Ein Kommentar

  1. Ich schätze zwischenzeitlich das helligkeitsgesteuerte Display und die Multifunktionalität des Fuelband so sehr, dass ich wohl nicht mehr aufs Up wechsle. Auch wenn das Fuelband mit seiner Materialwahl nach 8 Monaten Tragen auch keine Punkte mehr einheimst (vor allem die verwendeten Schrauben nicht).

2 Pingbacks

  1. [...] bieten und damit ebenfalls der Kategorie Internet der Dinge zuzuordnen sind. Die Fitnesstools Jawbone Up, Nike Fuelband und Fitbit Ultra, One und Zip etwa gehören dazu, Googles Glass – sobald [...]

  2. [...] einen ähnlichen Tracker im Programm. Edel-Hardware-Anbieter Jawbone wagte Ende vergangenen Jahres einen Neustart mit dem “Up”, ebenfalls einem Armband. Platzhirsch Fitbit konkurriert hier inzwischen [...]

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