Nikon 1 V2:
Nikons Spiegellose im radikal neuen Gewand

Mit der Nikon 1 Serie versucht sich der namhafte Kamerhersteller seit einem Jahr im boomenden Markt der Spiegellosen Systemkameras und hat mit dem neuen Modell Nikon 1 V2 zumindest äußerlich einen radikalen Wandel vollzogen: mehr Spiegelreflex, weniger Kompakte. Bei der Technik hingegen ging man kleinere Schritte.

Nikon 1 V2

Nikon 1 V2

Man kann sich vorstellen, in welcher Zwickmühle ein Hersteller wie Nikon stecken muss, der schließlich gutes Geld mit seinen Spiegelreflexkameras verdient, die längst nicht nur von solchen Leuten gekauft werden, die diese Geräte wirklich brauchen oder benutzen können. Spiegellose Systemkameras sind da für manchen eine interessante Alternative, weil sie mehr Flexibilität als Kompaktkameras versprechen und oftmals zugleich leichter zu bedienen und zu transportieren sind als die Profigeräte. Nikon will hier mitmischen, aber zugleich den Verkauf seiner teureren Modelle nicht gefährden.

Die Nikon 1 kam vielleicht auch deshalb im Kompaktgewand daher. Das aber hat man bei der jetzt vorgestellten Nikon 1 V2 komplett geändert. Nun hat die Kamera beispielsweise einen deutlich ausgeformten Handgriff, um sie bequemer halten zu können. Allerdings sollte die äußere Form nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich im Gehäuse weniger getan hat.

Nikon 1 V2
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Verbesserungen und neue Funktionen

Zwar hat der Sensor der Nikon 1 V2 nun 14,25 Megapixel statt der bisherigen 10 Megapixel. Aber das hat einen eher schalen Beigeschmack, weil der Sensor im Vergleich zur Konkurrenz sehr klein geraten ist und sich auf dem wenigen Platz nun noch mehr Pixel drängeln. Alle Erfahrung spricht dafür, dass sich das beispielsweise in geringerer Lichtempfindlichkeit niederschlägt. Auch die Bildqualität kann leiden. Nikon verspricht (natürlich), diesen Nachteil mittels anderer technischer Hilfsmittel auszugleichen. Wie gut sich die Kamera im Vergleich mit Konkurrenten in diesem Punkt schlägt, muss sich aber noch beweisen.

Die Kamera richtet sich aber auch nicht wirklich an jene Klientel, die erst einmal Testfotos in 100-Prozent-Darstellung analysiert, bevor sie sich für ein Modell entscheidet. Ein Indiz: der “Best Moment Capture Mode”. Hier wird beim Auslösen ein Minifilm aufgenommen und dann in Zeitlupe wiedergegeben – erst dann legt man fest, welcher Part davon zum Foto wird. Parallel dazu gibt es weiterhin den “Best Shot Mode”, bei dem generell eine Fotoserie aufgenommen wird und die Kamera selbst angibt, welche Version am besten gelungen scheint. Die “Live Bildsteuerung” zeigt einem wiederum, wie sich eine Einstellung auf das Motiv auswirkt, noch bevor man abdrückt.

Der Autofokus soll nun ein gutes Stück schneller funktionieren, was erste Testberichte im Netz auch so bestätigen. Neu hinzugekommen ist ein kleiner Ausklappblitz und das Modus-Wahlrad befindet sich nun oben in der Nähe des Auslösers, wie man es von vielen anderen Kameras kennt. 15 Bilder pro Sekunde (statt bisher 10) sind nun mit nachgeführtem Fokus möglich.

Preise und Verfügbarkeit

Die Nikon 1 V2 soll Ende November 2012 auf den Markt kommen und die unverbindliche Preisempfehlung inklusive eines 10-30 mm Objektiv liegt bei 900 Euro.

Weitere Informationen und Daten finden sich hier auf der Produktseite zur Nikon 1 V2.

Zwei Tipps zum Weiterlesen: Wir haben den Markt der Spiegellosen Systemkameras bereits in einem zweiteiligen Beitrag beleuchtet. Und wer sich fragt, welche Digitalkamera wohl am besten passt, dem sei unsere ausführliche Digitalkamera-Typberatung empfohlen.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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Ein Kommentar

  1. Mein Gott 900 € selbst wenn das nur der Listenpreis ist – na die vertrauen aber arg auf den klangvollen Namen Nikon. Andere Kamerahersteller wie Olympus und Panasonic bieten dagegen unzählig viel mehr für diese Asche! Willkommen im Legoland.

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