iMac, Mac mini, MacBook Pro, Fusion Drive:
Apple im Flash-Fieber

Optische Laufwerke waren die größten Opfer der heutigen Präsentation von Apple, als es um die eigene Mac-Sparte ging. Dicht gefolgt von Festplatten. Soweit es nur geht, setzt Apple auf Flash als Festspeicher und will auch sonst keine sperrigen, sich drehenden Speichermedien mehr sehen. Das “Fusion Drive” soll im Übergang helfen.

So hatte Apple zum heutigen Event eingeladen.

So hatte Apple zum heutigen Event eingeladen.

Wer selbst schon einmal den Unterschied zwischen Flash und Festplatte gespürt hat, der weiß, warum dort die Zukunft liegt. Der Rechner beschleunigt sich bei vielen alltäglichen Aufgaben so enorm, dass man es kaum fassen kann. Nur ist diese Speicherform noch immer in einem wichtigen Punkt den klassischen Festplatten unterlegen: dem Preis. Entsprechend geht Apple bei seiner Produktpalette keine radikalen Schritte, die ihnen selbst eingefleischte Fans nicht bezahlen würden. Stattdessen gibt es Zwischenlösungen allerorten.

MacBook Pro 13 Zoll mit Retina Display

MacBook Pro mit Retina Display jetzt in 13 und 15 Zoll.

MacBook Pro mit Retina Display jetzt in 13 und 15 Zoll.

Besonders deutlich wird dieser Schwenk bei der Laptopreihe. Sie bringt Apple das meiste Geld in der Mac-Sparte ein und entsprechend behutsam geht es hier vonstatten. Die neue Generation wird parallel zur alten Generation eingeführt. Weiterhin bekommt man die inzwischen “klassischen” MacBook Pros mit Festplatten, optischen Laufwerken und handelsüblichen Bildschirmen (die teils hinter der Konkurrenz liegen in Sachen Auflösung). Zugleich erweitert Apple nun die neuen MacBook Pros mit Retina Display um das 13-Zoll-Modell und senkt den Einstiegspreis für diese neue Klasse damit auf 1.699 Euro. Das sind aber dennoch 500 Euro mehr als für das Modell der alten Generation. Ob schon im nächsten Schritt der komplette Wechsel erfolgt oder erst im Schritt danach, ist offen zur Spekulation.

Achte Generation des iMac

Dünner, aber nicht so dünn wie es scheint: der neue iMac.

Dünner, aber nicht so dünn wie es scheint: der neue iMac.

Der iMac ist über die Jahre vom kunterbunten Einsteigergerät zur Workstation mutiert. Entsprechend mag und kann Apple hier noch nicht ganz auf Flash setzen. Stattdessen überlässt man es den Kunden, ob sie auf Festplatte, Flash-Speicher oder beides setzen wollen. Das optische Laufwerk aber wurde schon einmal rausgeworfen, was schon abzusehen war. 5 mm dünn ist die Kante des iMac nun und dank einer geschickt gewölbten Rückseite sieht es fast so aus, als sei der Rechner selbst tatsächlich so dünn – was er nicht ist. Zudem ist es natürlich die Frage, wozu dieser Aufwand beim Design wohl getrieben wird, denn für einen Desktop-Computer ist es schließlich herzlich egal und für einen iMac sowieso, da der neue ebenso wie der alte auf seinem Standfuß sitzt.

Aber hier gibt es das Phänomen, das wir z.B. ebenso bei Flachbildfernsehern beobachten können: Hier übertrumpfen sich die Hersteller auch mit immer dünneren Geräten und immer schmaleren Rändern ums Display. Das hat zwar an sich keinen tieferen Sinn, aber es sieht halt gut aus.

Neuer Mac mini

Der Mac mini hat nur ein vergleichsweise kleines Update erhalten.

Der Mac mini hat nur ein vergleichsweise kleines Update erhalten.

Der Mac mini wurde recht kurz abgehandelt, aber es ist schon erstaunlich genug, dass er überhaupt erwähnt wird. Viel getan hat sich bei ihm allerdings nicht, schließlich war hier schon 2011 das optische Laufwerk verschwunden. Neben ein bisschen Aufrüstung hier und da bekommt man mit dem Mac mini aber auch ein bisschen Flash: in Form des “Fusion Drive”.

Fusion Drive

Ein Fusion Drive im Vergleich mit den kleinen Festplatten, wie sie z.B. im Mac mini zu finden sind.

Ein Fusion Drive im Vergleich mit den kleinen Festplatten, wie sie z.B. im Mac mini zu finden sind.

Unter einem Fusion Drive versteht Apple eine Kombination aus einer Festplatte mit 128 GB Flash-Festspeicher. Dieser dient also nicht nur dazu, einige Handgriffe wie den Start des Rechners zu beschleunigen, sondern ist bei dieser Größe schon eine nennenswerte Ergänzung zur Festplatte. Zudem verspricht Apple, dass das Betriebssystem schlau entscheidet, was sich auf dem Flash-Drive befindet und was auf der Festplatte. Zunächst finden sich darauf das Betriebssystem und die vorinstallierten Programme. Anhand der Nutzung entscheidet OS X dann, was zur Beschleunigung von der Festplatte auf das Flash-Drive wandert. Der Nutzer soll von all dem nichts bemerken und nichts einstellen müssen. Für ihn gibt es weiterhin nur ein Laufwerk.

Solche kombinierten Laufwerke (“hybrid drives”) sind an sich keine neue Erfindung. Neu ist die große Menge Flashspeicher, die über einen Cache weit hinausgeht. Computerworld vermutet, dass sich hier der israelische Zukauf Anobit bezahlt macht.

Fusion Drives gibt es als Option beim Mac mini und beim iMac. Der Festplatten-Teil hat dann 1 TB oder 3 TB Speicherplatz. Allerdings schlägt hier Apples bekannte Aufpreispolitik gnadenlos zu: Wer beim Mac mini ein Fusion Drive will, muss zum größeren Modell greifen (829 Euro statt 629 Euro) und zahlt dann noch einmal 250 Euro drauf. Beim iMac sind diese Eckdaten noch nicht bekannt, dürften aber ähnlich ausfallen.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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5 Kommentare

  1. Es ist nunmal so das man bei Apple in erster Linie für das Design zahlt. Im Schnitt 30% mehr für die selbe Technik. Dazu kommen noch die Einschränkungen und nutzlose extras. Wer ein 13″ Laptop für fast 2000€ will, der hat einfach zuviel Geld.
    Es ist daher schade des Apple sich mehr und mehr im den Luxus Markt zurückzieht. Ganz nach der schrumpfenden Miitelschicht wird so ein Produkt zum Statussymbol.

    • Dass die Retina-Macs derzeit sehr teuer sind, ist richtig. Aber die anderen Geräte (iPads und “normale” Macs (iMac ab 1349€, MacBook Airs ab 1099€ und MacBook Pros ab 1249€)) sind preislich gesehen (noch) im grünen Bereich. Dass es Apple eben genau nicht auf den Luxusmarkt abgesehen hat, ist an dem Fakt zu erkennen, dass noch kein 21,5″ oder 27″ Retina-Display auf dem Markt zu finden ist. Weder der iMac noch das Thunderbolt Display haben den bald neuen Standard eingebaut. Wäre dies der Fall, würden die neuen größeren Displays sehr, sehr viel mehr, als die nun geforderten Preise kosten.

      Das wäre dann Luxusmarkt-orientiert.

      Was man aber durchaus kritisieren kann: Man kann den kleineren iMac nicht mehr Aufrüsten. Das MacBook Pro 15″ ist schon so konzipiert und die neuen Geräte 13-Zöller dürften denselben Weg gehen. So brechen die Bastler weg. Cook würde sich ein Denkmal setzen, wenn er die Erweiterbarkeit des Mac Pro einschränken oder gar abschaffen würde. Jobs würde sich im Grab umdrehen.

  2. Zum Thema “Hybrid”: Ich kann als weniger kostenintensive Alternative, insbesondere für ältere Hardware, die Seagate Momentus XT nur wärmstens empfehlen. Ich habe die 750 GB Version in meinem MacBook Pro (Mid 2010) vor Kurzem eingebaut und bin mehr als überrascht vom Geschwindigkeitszuwachs.
    Somit spare ich auch die Anschaffung eines neuen MacBooks um mindestens ein weiteres Jahr…

  3. Wenn man sich regelmäßig auf dem neuesten Stand hält und aktuelle Applegeräte nachkauft, dann ist es garnicht so teuer, als man denkt, da Gebrauchtgeräte von Apple, die ein bis zwei Jahre alt sind, sehr gute Wiederverkaufspreise erzielen. Ein 12 Monate altes Macbook wird man locker für 900 Euro wieder los. Ebenso verhält es sich bei iPhones. Ein zwei Jahre altes iPhone kann man locker für 400 Euro wiederverkaufen, wenn es nicht zerkratzt oder beschädigt ist.
    Bei einem Windows-Computer (WC) oder einem Androiden kann man dagegen froh sein, wenn man nach ein bis zwei Jahren noch ein Taschengeld dafür bekommt, wenn einem überhaupt jemand das Gerät noch abkaufen will.

    • >> Ein zwei Jahre altes iPhone kann man locker für 400 >> Euro wiederverkaufen, wenn es nicht zerkratzt oder
      >> beschädigt ist.

      Von was träumst Du Nachts? Das 2 “jahre alte” iPhone gibt es neu mit Garantie für 400 € im Apple Store…

      Und bei dem 12 Monate alten Macbook hat man in dieser Zeit auch schon knapp 1000 € “Wertverlust”.

      Du bist ein Schönrechner ;-)

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  1. [...] hat in dieser Woche die neuen iMacs vorgestellt. Und obwohl es sich theoretisch um All-in-one-Computer handelt, fehlen ihnen praktisch zwei [...]

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