Xeos 3D:
Stylischer 3D-Drucker, entworfen von deutschem Studenten

Das Thema 3D-Drucker regt nicht nur die Phantasie von Gadgetfreunden und Science-Fiction-Fans an, sondern ganz offensichtlich auch die von Industriedesignern. Der deutsche Student Stefan Reichert zeigt mit seiner Bachelorarbeit “Xeos 3D”, wie schick so ein Gerät aussehen könnte. Einige Hersteller haben sich den Entwurf schon interessiert angesehen.

Stefan Reichert bei der Präsentation seines Entwurfs. (Bild: privat)

Stefan Reichert bei der Präsentation seines Entwurfs. (Bild: privat)

Mit Blick auf das Design erinnern heutige 3D-Drucker meistens an die Rechner vom Ende der 70er Jahre, am Beginn der Microcomputer-Revolution: Für die Zielgruppe sind heute wie damals die Eckdaten des Geräts erst einmal wichtiger als ein schönes Äußeres oder gar eine leicht nachvollziehbare Nutzerführung. Der Industriedesign-Student Stefan Reichert von der Universität Wuppertal konnte das auf gewisse Weise nicht mehr mit ansehen und entwarf für seine Bachelorarbeit den “Xeos 3D“. Er sollte sich harmonisch in Büros oder Privathaushalte integrieren und dabei zugleich leicht verständlich sein.

Xeos 3D
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Wie Stefan Reichert im folgenden E-Mail-Interview mit neuerdings.com erklärt, wird der Xeos 3D zwar in dieser Form wohl nicht produziert. Aber Hersteller haben den Entwurf entdeckt und prüfen das Design. Insofern ist es gar nicht so unrealistisch, dass wir in künftigen Modellen einmal das eine oder andere Element wiederentdecken.

Stell dich doch bitte einmal kurz vor und verrate uns: Was reizt dich am Industriedesign? Wie kamst du dazu?

Ich bin mittlerweile schon 28 Jahre, da ich nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung als Mediengestalter in einer Werbeagentur in Dortmund gemacht und dort die Grundlagen der guten Gestaltung gelernt habe. Nach einem Jahr als Zivildienstleistender wollte ich Kommunikationsdesign studieren, hörte dann aber vom Studiengang Industriedesign, der ebenfalls an der Universität Wuppertal angeboten wurde. So kam ich durch Zufall zu meinem Studiengang, merkte aber schnell, dass es zu 100 Prozent das ist, was ich machen will.

Während des vierjährigen Studiums war ich das dritte Jahr in den USA. Davon erst drei Monate an der Partneruni in Cincinnati, die einen der besten Industriedesign-Studiengänge in den USA bietet und dank der Partnerschaft mit Wuppertal war das Ganze für mich zumindest von den Studiengebühren her umsonst. Danach absolvierte ich ein dreimonatiges Praktikum bei Whipsaw, einer sehr guten Industriedesign-Agentur in San Jose und darauf folgend wiederum ein sechsmonatiges Praktikum bei Huge Design in San Francisco, einer noch sehr jungen und kleinen Agentur, die aber dennoch zu den Top-Agenturen gehört. Hier habe ich Smartphones, Laptops und Elektronik für marktführende Unternehmen designt. Durch die Partnerschaft und Integration von Praktika in unseren Studienplan, konnte ich trotz des Jahres in den USA mit dem Xeos 3D-Drucker meinen Bachelor nach nur vier Jahren Regelstudienzeit abschließen.

Momentan warte ich nur noch auf mein nächstes Visum, um bei der Firma Sonos in Santa Barbara als festangestellter Produktdesigner anzufangen.

Was ist dir wichtig, wenn du etwas entwirfst?

Es muss realistisch produzierbar sein und sollte das Begehren erwecken, es kaufen zu wollen. Da haben mich schon seit meiner Ausbildung in der Werbeagentur Apple-Produkte geprägt, die mich durch ihre einfache Form faszinierten und den doch sehr hohen Aufwand, um diese Einfachheit zu erreichen. Natürlich sollte ein Produkt außerdem nie unnötig Ressourcen verbauchen und einen realen Nutzen bieten!

Ein Ziel des Entwurfs: Der Xeos 3D soll sich elegant in Büro oder Zuhause einfügen. (Bild: Stefan Reichert)

Ein Ziel des Entwurfs: Der Xeos 3D soll sich elegant in Büro oder Zuhause einfügen. (Bild: Stefan Reichert)

Und was hat dich dazu gebracht, einen 3D-Drucker zu entwerfen?

Durch die Faszination dieser Technologie und die Erfahrungen an unserer Uni (wir haben zwei 3D-Drucker in unserer Modellbauwerkstatt) und meine gelegentliche Aushilfsarbeit an den Druckern hatte ich aus dem Umgang mit den Geräten Wissen aus erster Hand, und meiner Meinung nach sind Größe der Geräte und Bedienung bei einem deratig hohen Preis von über 20.000 Euro absolut nicht akzeptabel. Nach kurzer Recherche erkannte ich, dass es einfach nichts gibt, was in kleinen Büros und Agenturen oder dem Heimoffice genutzt werden kann und sich auch vom Design dort integriert.

Was macht dein Entwurf vor allem aus? Was sind die Besonderheiten?

Mein Ziel war es, den Drucker Büro- und Schreibtisch-tauglich zu machen. Zudem störten mich offenliegende Technikgestänge und Kabel im Inneren, die man selbst bei teuren Druckern von HP oder Stratasys findet. Daher adaptierte ich den in Wafer-Robotern verwendeten Arm für diesen Drucker, der vieles von dem sonst nötigen Technikkram unnötig macht und ein geringes Volumen zulässt.

Zudem unterstützt der Xeos 3D Nutzer, die nicht so technikerfahren sind: Dazu gehört beispielsweise die einfache Software, die jemanden bei Bedarf Schritt für Schritt an die Hand nimmt. Ich denke, das Ziel ist es doch, sich auch im 3D-Druckermarkt an Papierdrucker anzunähern, die vergleichsweise einfach zu bedienen sind und auf jedem Schreibtisch Platz finden.

Wie realistisch ist es, dass man den Xeos 3D einmal kaufen kann?

Ich habe viele positive wie auch einige negative Kritik bekommen. Natürlich regt so eine komplett neue Technologie zur Diskussion an, und das war auch mein Primärziel! Wenn dies natürlich einige Hersteller motiviert, in neue Richtungen zu schauen und zu entwickeln, freut mich das. Ich habe auch von einigen Druckerherstellern Feedback bekommen, die das Design zur Zeit prüfen. Also ich denke: So wie er jetzt aussieht, wird es ihn nie zu kaufen geben, aber in einer etwas andern Form ist das durchaus möglich.

Mehr über den Xeos 3D erfahrt ihr hier auf der Website.

Stefan Reichert findet ihr u.a. auf Behance, Twitter und LinkedIn.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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4 Kommentare

  1. Sehr gelungen!

  2. Ich muss auch sagen aehr gute Idee und Konzept. Ich selbst bin im Bereich Mediengestaltung tätig und wäre an einem solchen Drucker interessiert so lange er wie beschrieben im preidlichen Rahmen bleibt. Gerade in der Zeit der Umstellung in 3D eine geniale Erfindung.

  3. Ein schönes Design ist leider noch längst nicht alles für einen Erfolg..
    Die Dinger müssen “idiotensicher” werden im Sinne, dass sie eine komplette 3D-Kopierstation werden: So wie wir heute nur eine Vorlage auf einen (2D-)Kopierer legen, so muss das auch mit 3D-Vorlagen werden: Ein eingebauter Scanner nimmt die Form & Farbe auf, dann gibt’s vielleicht noch eine Rückfrage bzgl. welches Material verwendet werden soll -und dann erstellt der 3D-Drucker die Kopie.

    Wenn ein Gerät das schafft, dann ist mir sein Design ziemlich egal.. :-)

  4. also ich finde das Design ehrlich gesagt recht lahm… Schmaloses tratra um nix zur Eigenpromotion. Und wirklich Ahnung von generativer Drucktechnologie scheint der gute Mann wohl auch nicht zu haben, denn es gibt inzwischen sehr viele 3D-Drucker (mal alle generativen Verfahren unter dem Oberbegriff zusammengefasstt) sowohl im Low-Price als auch im High-Price Segment die sowohl ansehnlich als auch praktisch als auch funktional/intuitiv sind (und die sogar schon Design-Preise eingesackt haben). Und was die Größe anbelangt: um ein gewisse Bauvolumen zu erreichen muss eben auch die Maschine eine gewisse entsprechende Größe annehmen – leider gibt es noch keine Technik, die es ermöglicht, dass das Innere größer ist als die äußere Hülle.
    Ich hasse es wenn jemand meint Hauptsache, (subjektiv) hübsche Hülle über ein technologisches Produkt gestülpt, dadurch wird alles gut – gutes Design ist eben mehr als nur ödes Gestalten! form follows function! wenn man von “function” keine Ahnung hat sollte man die “form” besser in Ruhe lassen!

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