Rundfunkmuseum Fürth 1/2:
Auf historischem Gelände

Es gibt einige private Rundfunkmuseen in Deutschland, doch auch ein öffentliches: Es gehört der Stadt Fürth, befindet sich allerdings in einem Gebäude, dessen früherer Besitzer keine öffentliche Finanzierung beansprucht hatte.

Rundfunkmuseum Fürth (Bild: W.D.Roth)

Rundfunkmuseum Fürth (Bild: W.D.Roth)

Die Stadt Fürth feierte 2007 ihr tausendjähriges Jubiläum. Mit solchen Zahlen kann die Rundfunktechnik natürlich nicht locken, sie hat gerade erst 1/10 dieser Zeit hinter sich und dabei doch bereits viele Facetten durchlebt.

So mancher wird die Adresse “Kurgartenstraße 37″ in Fürth noch aus den Anleitungen alter Grundig-Radios kennen. Im ersten Direktionsgebäude des deutschen Radiofabrikanten Max Grundig residiert heute fünf Stockwerke hoch das größte deutsche Rundfunkmuseum. Doch was für Nichtsahnende wie ein geschickter Schachzug des schon vor vielen Jahren verstorbenen eigensinnigen Radio- und Fernsehherstellers aussieht, beruht lediglich auf Geschichtsbewusstsein: Vom ehemaligen Grundig-Fabrikgelände ist aus den 50er-Jahren tatsächlich nur dieses Gebäude im Originalzustand erhalten geblieben. Das Rundfunkmuseum zog allerdings erst am 15. September 2001 ein – ursprünglich war es am 29. Oktober 1993, am 70. Jahrestag des Rundfunks in Deutschland, im Fürther Vorort Burgfarnbach im dortigen Schloss eröffnet worden.

Rundfunkmuseum Fürth
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Der Museumsbesuch endet nicht etwa nur im Café, das ebenfalls museal im Stil der 50er-Jahre gehalten ist, er beginnt auch dort: An dessen Theke gibt es nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch die Eintrittskarten. Das Museum wird trotz städtischer Verwaltung von begeisterten Rundfunkfans am Leben erhalten, weshalb die Atmosphäre ausgesprochen familiär ist. Die Ausstellung erstreckt sich über insgesamt fünf Stockwerke und mehr als 1.000 m², wenn man Keller und Dachgeschoss hinzu zählt, dennoch reicht der Platz auch nicht ansatzweise für alle Exponate.

Mitmachen ist erlaubt!

Wie im Deutschen Museum München stehen die Rundfunkgeräte dabei nicht nur alle stumm in Vitrinen, sondern es darf hier und da auch mal ein Knöpfchen gedrückt oder gedreht werden. In den Führungen werden dann auch historische Geräte in Betrieb genommen, an denen der normale Besucher lieber doch nicht seine Radiokenntnisse ausprobieren soll. Zusätzlich gibt es Führungen für Kinder.

Zudem sind viele Räume komplett ihrer Zeit entsprechend eingerichtet, beispielsweise als Funkerarbeitsplatz der 20er-Jahre, Radio- und Fernsehreparaturwerkstatt der 50er-Jahre, Weltkriegs-Keller, 50er-Jahre-Wohnzimmer mit Fernseh- und Musiktruhe sowie Nierentisch, oder auch als Rundfunkgeschäft der Vorkriegszeit. Zwei Räume sind natürlich den beiden großen Rundfunkfabrikanten Fürths gewidmet: Grundig und Metz. Während Grundig immer versuchte, etwas preiswertere Geräte auf den Markt zu bringen, sprach Metz im Rundfunk- und Fernsehbereich umgekehrt die anspruchsvollere Klientel an und tut dies auch noch heute.

Mehr Bilder und Informationen über das Rundfunkmuseum Fürth folgen im zweiten Teil unseres Berichts.

 

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Ein Kommentar

  1. Kleinigkeit: Fürth wurde 2007 1000 Jahre…ansonsten schön, dass ich plötzlich einen Artikel über meine Heimatstadt in meinem RSS-Feed habe ;-) Die Räumlichkeiten bzw. das Cafe kann man auch anmieten…sehr nett, haben wir auch schon gemacht!

Ein Pingback

  1. [...] Museum, wo es bis zum 13. Januar 2013 besichtigt werden kann. Ausprobieren, wie die Geräte im Rundfunkmuseum Fürth, kann man es aber wohl nicht. Nachbauen dürfte auch schwierig sein: Zwar ist das Platinenlayout [...]

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