Auf einen Blick:
E-Reader-Neuheiten von der Frankfurter Buchmesse

Keep it simple, stupid – diesem Motto scheinen die E-Reader-Premieren der diesjährigen Frankfurter Buchmesse zu folgen. Von simplen E-Ink-Geräten bis zu einfach zu bedienenden Lese-Tablets mit Android 4.0 ist alles dabei. Ein Beitrag von Ansgar Warner.

txtr Beagle

txtr beagleUngewohnt sind bei den E-Reader-Neuvorstellungen oftmals die Preisschilder. Immer mehr Hersteller wollen im Lowest-Price-Segment mitmischen, und das beginnt in Zukunft bereits ab 10 Euro. So viel bzw. so wenig kostet nämlich der neue txtr-Reader „Beagle“, ein federleichter 5-Zoller, der via Bluetooth mit dem Smartphone verknüpft wird. Ansonsten setzt auch txtr auf bewährte Elemente: E-Ink-Display statt LCD, und Bedientasten statt Touchscreen. Auf einen USB-Port wird dagegen verzichtet. Das Smartphone des Users dient nicht nur als drahtlose Schnittstelle zur Außenwelt, sein Prozessor greift dem „dummen“ Chip des Readers sogar bei der Formatierung der E-Book-Seiten unter die Arme. „Beagle“ ist also kein Standalone-Gerät, sondern muss mit dem smarten Begleiter Gassi gehen. Nicht zufällig zielt das Gadget vor allem auf die Kunden von Mobilfunk-Anbietern.

  • Display: 5 Zoll E-Ink, 600×800 Pixel
  • Speicher: 4 Gigabyte
  • Gewicht: 128 Gramm (inkl. AAA-Batterien)
  • Schnittstelle: Bluetooth
  • Preis: ab zehn Euro (in Verbindung mit Mobilfunk-Vertrag)


Pyrus Mini

Pyrus Mini

Pyrus Mini

Die anderen Reader-Neuheiten im Niedrigpreis-Sektor mögen zwar mit schnödem USB-Port daherkommen, dafür bekommt man sie nicht nur in einschlägigen E-Stores, sondern vielfach auch in Elektronik-Fachmärkten vor Ort. Vom Format-Faktor sticht vor allem Trekstors 4-Zoll-Reader „Pyrus Mini“ hervor, der bereits ab 50 Euro zu haben ist – er dürfte der erste Reader sein, der tatsächlich in die Hosentasche passt. Mit 111 Gramm bringt der Winzling gerade mal soviel wie ein iPhone auf die Waage. Nur wenig teurer, dafür deutlich sperriger ist dagegen Trekstors ansonsten bauähnlicher 6-Zoller „Pyrus“, via Weltbild (alias „ebook Reader 4“) bereits ab 59 Euro erhältlich. Mit etwas mehr Speicher (4 Gigabyte statt 2 Gigabyte) bekommt man dieses Gerät unter dem Namen „Liro Ink“ auch über den unabhängigen Buchhandel.

  • Display: 4,3 Zoll E-Ink, 600×800 Pixel
  • Speicher: 2 Gigabyte
  • Gewicht: 111 Gramm
  • Schnittstelle: USB
  • Preis: 50 Euro

eBook Reader 4 / Liro Ink

  • Display: 6 Zoll E-Ink, 600×800 Pixel
  • Speicher: 2 Gigabyte (Liro Ink: 4 GB)
  • Gewicht: 216 Gramm
  • Preis: 60 Euro (Liro Ink: 70 Euro)

Pocketbook Basic (613)

Pocketbook BasicSchnäppchenjäger sollten aber auch mal bei Libri.de vorbeischauen – dort gibt’s nämlich die überarbeitete Version des 6-Zollers Pocketbook Basic („Basic 613“) bereits ab 69 Euro. Von Bedienkomfort und grafischer Benutzeroberfläche her ist dieser Tastenreader den Trekstor-Modellen deutlich überlegen. Wie bei Pocketbook gewohnt, gibt’s serienmäßig ein paar Extras mitgeliefert, so etwa eine Taschenrechner-App, Features wie Wörterbuch, Kalender oder Uhr und Spiele wie Schach oder Sudoku. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis dürfte der mit 2 Gigabyte Speicher ausgestatte Basic das ideale Einsteigergerät in der unvernetzten 6-Zoll-Kategorie darstellen.

  • Display: 6-Zoll E-Ink 600×800 Pixel
  • Speicher: 2 Gigabyte
  • Gewicht: 180 Gramm
  • Schnittstellen: USB
  • Preis: 69 Euro (Libri.de)

Kobo Mini

Kobo Mini

Kobo Mini

Dramatisch sinkende Preise bei drahtlos funkenden WiFi-Readern machen aber die Entscheidung gleich wieder etwas schwerer. Denn für knapp zehn Euro mehr bekommt man in Kürze schon den 5-Zoller „Kobo Mini“. Der hat nicht nur den direkten Draht zum E-Store, sondern auch einen Touchscreen, und glänzt zudem mit edel designter Benutzeroberfläche sowie Kobos ausgefeilter Social-Reading-App „Reading Life“. Für noch mehr Lesekomfort sorgen sieben Schriftarten mit 24 Schriftgrößen und optionale Einstellungen für Stärke und Schärfe. Bei nur 134 Gramm Gewicht kann sich Kobo’s kleinster dabei auch locker mit den meisten Smartphones messen.

  • Display: 5-Zoll Touch-Screen E-Ink 600×800 Pixel
  • Speicher: 2 Gigabyte
  • Gewicht: 134 Gramm
  • Schnittstellen: USB, WiFi
  • Preis: 80 Euro

Liro Color II

Liro Color II

Liro Color II

Wer noch einmal zehn Euro drauf legt, kann für 90 Euro über den unabhängigen Buchhandel bereits ein Lese-Tablet mit Android 4.0 bekommen: Die Börsenvereins-Tochter MVB bringt nämlich einen Nachfolger für das 7-Zoll-LCD-Tablets Liro Color auf den Markt, der mit schnellerem Prozessor und mehr Speicher daherkommt. Leider hat jedoch der Liro Color II noch dieselbe niedrige Auflösung von 800 × 480 Pixel, was eigentlich nicht mehr dem Stand der Technik entspricht.

  • Display: 7-Zoll TFT Touchscreen 800×480 Pixel
  • Speicher: 4 Gigabyte
  • Gewicht: 337 Gramm
  • Schnittstellen: USB, WiFi
  • Preis: 90 Euro

Weitaus besseren Lesekomfort verspricht dagegen im Sieben-Zoll-Bereich das aktuelle Android-4.0-Tablet „Kookee“ von Cat Sound, für das man allerdings 130 Euro berappen muss. Doch dafür bekommt man dann eine satte XGA-Auflösung von 1.024 mal 768 Pixel. Zum Glück für Liro Ink ist dieses Konkurrenzprodukt nicht auf der Buchmesse zu sehen. Legt man noch mal zwanzig Euro drauf, hat aber auch MVB wieder etwas zu bieten: Das Liro Tab mit 8 Zoll-Display glänzt mit derselben XGA-Auflösung.

Sony Reader PRS-T2

Sony Reader PRS-T2

Sony Reader PRS-T2

Zum neuen Niedrigstpreis-Trend gehört die Tatsache, dass der High-End-Bereich ab jetzt schon bei 100 Euro beginnt. Zu diesem Preis bekommt man nicht nur den bewährten 6-Zoller Kobo Touch, sondern den auch in Frankfurt zu sehenden Sony Reader PRS-T2, eine nur leicht überarbeitete Variante des Vorgängermodells PRS-T1. Technisch ist das Gerät aber ohnehin ziemlich ausgereift, was man etwa am schnellen Seitenaufbau oder rasantem Text-Zoom mit Zweifinger-Geste sehen kann. Mangels deutschem Sony-Store muss man für das drahtlose Shoppen allerdings zum Anbieter Libri.de ausweichen, dessen Web-Store seit neuestem unter der Adresse Ebooks.de firmiert.

  • Display: 6-Zoll Touchscreen E-Ink 600×800 Pixel
  • Speicher: 2 Gigabyte
  • Gewicht: 164 Gramm
  • Schnittstellen: USB, WiFi
  • Preis: 99 Euro

Cybook Odyssey

Cybook OdysseyWer noch schnelleres E-Ink erleben möchte, bekommt für 119 Euro über Thalia.de das neue Cybook Odyssey, ein ganz und gar gelungener Reader-Coup von Bookeen. Der französische Hersteller setzt ein spezielles High-Speed-E-Ink (HSIS) ein, mit dem sich sogar kleine Animationen anzeigen lassen. Dank echtem Multi-Touch macht damit dann sogar Web-Surfen mit dem integrierten Browser richtig Spaß.

  • Display: 6 Zoll Touchscreen E-Ink 600×800 Pixel
  • Speicher: 2 Gigabyte
  • Gewicht: 195 Gramm
  • Schnittstellen: USB, WiFi
  • Preis: 99 Euro



Kobo Glo

Kobo Glo

Kobo Glo

Noch mehr Tablet-Gefühl in schwarz-weißem Gewand kommt wohl nur noch beim neuen Kobo Glo auf: Mit 1.024×758 Auflösung und einer stromsparenden Glimmerlicht-Beleuchtung („Glowlight“) bietet dieser Reader für 130 Euro nicht nur iPad-ähnliche Auflösung, sondern erlaubt dank spezieller LED-Lichtführung auch die Lektüre im Dunkeln. Wie ähnliche konstruierte Geräte von Amazon („Paperwhite“) oder Barnes&Noble („Nook Glowlight“) zeigen, bahnt sich hier ein neuer E-Ink-Standard an – in Europa hat aber Kobo in Sachen Lieferbarkeit die Nase vorn.

  • Display: 6-Zoll Touchscreen E-Ink 1.024×758 Pixel
  • Speicher: 2 Gigabyte
  • Gewicht: 185 Gramm
  • Schnittstellen: USB, WiFi
  • Preis: 130 Euro

Über den Gastautor

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er auf E-Book-News.de rund um das Thema Elektronisches Lesen, und auf Krautfunding.net über die Dankeschön-Ökonomie made in Germany.

Er hatte im Juni 2012 eine umfassende E-Reader-Marktübersicht auf neuerdings.com veröffentlicht.

 

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4 Kommentare

  1. Hallo,
    hat der neue Pyrus wirklich ein E-Ink Display oder hat er doch nur ein Digital Ink Display?
    Digital-Ink Displays sind zwar auch stromsparend aber an die die Schaerfe von E-Ink Display kommt sie bisher noch nicht ran

    Gruss

    Achim

  2. Die alles entscheidende Frage beim Erwerb eines E-Readers sollte doch sein: Was kann ich damit überhaupt lesen bzw. an welche Handelsplattform bin ich gekettet? Ich sehe deshalb zu Amazons Kindle bisher keine echte Alternative.

  3. @ruprecht
    Genau andersrum ist mir wichtig. Ich will keinen goldenen Käfig, sondern da kaufen wo ich will. Wofür gibt es sonst Calibre?

  4. Gute Sammlung der aktuellen Geräte!
    Wenn wir uns ein Zweitgerät zum Kindle zulegen, dann muss ich allerdings trotzdem noch einmal die guten Stücke im Laden in die Hand nehmen. Haptik und Handling ist doch nicht ganz unwichtig. Ich hatte im Vergleich zu unserem Kindle das PocketBook ausprobiert und bin froh, dass das Amazon-Gerät Einzug gehalten hat. Vor allen Dingen, wenn ich jetzt das Prime-Angebot sehe…

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