Amazon Kindle Paperwhite:
Ganz in Weiß – mit einem Blumenstrauß voller Leihbücher

Das Display des E-Reader Amazon Kindle hatte bisher eher die Anmutung von Recycling-Papier einfacher Qualität: Der Bildschirm war hellgrau. Das ist gut beim Lesen in strahlender Sonne, doch wann hat man die hierzulande schon? Ab sofort kann man die wintertaugliche Version vorbestellen: den Amazon Kindle Paperwhite. Außerdem gibt es dann eine digitale Leihbibliothek.

Kindle Paperwhite: Nun lesen wie auf Papier (Bild: Amazon)

Kindle Paperwhite: Nun lesen wie auf Papier (Bild: Amazon)

Man hat sich ja langsam daran gewöhnt, dass Deutschland bei Amazon immer erst die Waren der letzten Saison auftragen muss und die neuesten Sachen oft nur in den USA verkauft werden – ob das Tablet Kindle Fire oder nun der neue, wirklich “papierweiße” Kindle. Für Deutschland gab es zuletzt nur den 20 Euro günstigeren, “normalen” Kindle, den neuen Kindle E-Book-Reader mit “weißem Papier” dagegen nur in den USA.

Doch das Weihnachtsgeschenk mit einem möglichen E-Book-Reader-Update (den bisherigen bekommt dann die Familie) wollte sich Amazon offensichtlich doch nicht entgehen lassen und kommt nun doch mit dem neuen Kindle nach Deutschland.

Amazon Kindle Paperwhite
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Der Kindle Paperwhite bietet auch eine höhere Auflösung mit 62 Prozent mehr Pixeln. Das ergibt zwar noch kein Retina-Display, denn der Grafikstandard des Kindle löst nur mit 600 x 800 Pixeln auf und Bilder werden also nicht weniger pixelig. Doch die Buchstaben werden noch buchähnlicher: 212 dpi sind es nun. Damit werden auch einige neue Schriftarten wie Palatino oder Baskerville darstellbar, die mit geringerer Auflösung zu plump ausgesehen hätten. Außerdem kann man den Kindle Paperwhite mit den Fingern steuern wie schon den Kindle Touch, was aber vermutlich bedeutet, dass der Bildschirm nun glänzender ist und stärker reflektiert. Das wird dann der Test zeigen.

Gewonnen hat der neue Kindle auch beim Lesen unter der Bettdecke oder in dunklen Ecken: Nicht nur, dass das Display jetzt weiß ist statt hellgrau, es ist nun zudem eine Beleuchtung integriert – das Hantieren mit Anstecklampen und Knopfzellen sollte damit ein Ende haben. Dabei soll einem das Display aber nicht in die Augen strahlen wie ein LCD, sondern weiterhin augenschonend bleiben. Vier LEDs sind dafür konstant an (auch bei Tageslicht), doch die Akkulaufzeit soll dennoch mit acht Wochen höher sein als bei den Vorläufern. Ebenso ist mehr Speicherplatz vorgesehen – bei der Masse von mittlerweile gratis angebotenen Kindle-E-Books durchaus sinnvoll.

Digitale Leihbibliothek ab Ende Oktober

Apropos “Masse”: Wer seine Gratis-Schmöker bereits alle durch hat, kann nun auch 200.000 Kindle-E-Books (davon 8.500 deutschsprachige) bei Amazon im Abo ausleihen: Der Dienst Amazon Prime, der 29 Euro im Jahr kostet und bisher nur schnelleren Versand bot, startet in Deutschland bereits Ende Oktober mit der Leihbibliothek. Allerdings ist das auf ein Buch im Monat beschränkt, das dafür aber keine Nachgebühr verursacht, wenn man es nicht rechtzeitig in die Bücherei zurückbringt. (Und nein, zurückspulen muss man es vor der Rückgabe auch nicht). Erfreulich: Die Autoren werden in beiden Fällen bezahlt, auch bei der Buchleihe.

Preise und Verfügbarkeit

Der Kindle Paperwhite kostet 129 Euro mit WLAN (Affiliate-Link) und 189 Euro mit WLAN und UMTS (Affiliate-Link), wobei man über UMTS aber nur Bücher kaufen und nicht surfen kann. Beide Modelle kann man jetzt vorbestellen. Verschickt werden sie ab 22. November. Da der einfache Kindle jetzt nur noch 79 Euro kostet (Affiliate-Link), liegt der Paperwhite nun immerhin 50 Euro höher, die er aber wert sein könnte. Wir werden uns den Kindle Paperwhite für euch anschauen.

Die UMTS-Anbindung des teureren Modells ist aus meiner Sicht entbehrlich, wenn man mit einem Buchkauf bis zu Hause warten kann, ebenso wie es unter Umständen doch angenehmer und auch nicht teurer ist, ein E-Buch im Monat zu kaufen und dann auch in seiner Bibliothek zu behalten, statt für 29 Euro im Jahr zu leihen. Amazon verkauft übrigens inzwischen auch in Deutschland mehr E-Books als Hardcover-Bücher.

 

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2 Kommentare

  1. Amazon verkauft mitnichten mehr ebooks als Bücher in Deutschland. Es verkauft “nur” mehr ebooks als gebundene Ausgaben von Büchern (Hardcover).

    Das schreiben die übrigens auch so in ihrer Pressemitteilung: http://amazon-presse.de/p…en-nach-deutsch.html

    • Tja, das kommt davon, wenn man die ewigen Anglizismen eindeutschen will und nicht genau hinschaut…ich hatte “Hardcopy” gelesen, sorry.

      Aber wenn ein Österreicher im österreichischen Fernsehen sagt, ein Sprung sei “ausgesprochen violent” gewesen (na gut, der war noch ziemlich durchgeschüttelt, so dann auch die Sprachen), dann schreibe ich zukünftig halt auch wie in der Pressemitteilung “Hardcover-Bücher”.

      Was natürlich ein Vergleich ist, der ungefähr so sinnvoll ist wie die Aussage, eine Firma verkaufe nun mehr E-Bikes als Busse, wenn es eigentlich um die Frage elektro- vs. benzinbetriebene Fortbewegungsmittel geht. Also die Verwechslung hatte Amazon mit dem Vergleich wohl durchaus erhofft.

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  1. [...] kann nun auch 200.000 Kindle-E-Books (davon 8.500 deutschsprachige) bei Amazon im Abo ausleihen.» Ganz in Weiß – mit einem Blumenstrauß voller Leihbücher Hier erscheinen von Montag bis Freitag ausgewählte Links zu lesenswerten Texten und aktuellen [...]

  2. [...] 4 (rechts), jeweils in Schutzhüllen (Bilder: W.D.Roth)Ich hatte zugegeben meine Zweifel über die Vorzüge der neuen Kindles, auch wenn mich die wechselnde Beleuchtung beim Lesen im Zug öfters störte – ob nun auf den [...]

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