Kometenhafter Aufstieg des Tablets:
Der PC ist die neue Druckmaschine

Einst belächelt, schickt sich das Tablet an, den PC als primäres Zugangsgerät zur digitalen Welt aus den Haushalten zu verdrängen. Nur regelmäßige, ernsthafte Contentproduzenten benötigen noch einen herkömmlichen Computer. Dieser avanciert damit zur neuen Druckmaschine.

Bild: Marion Doss, flickr.com. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Bild: Marion Doss, flickr.com. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Jüngst entschloss ich mich dazu, mir für mein iPad eine externe Tastatur zuzulegen. Ursprünglich hielt ich eine derartige physische Erweiterung von Tablets für kontraproduktiv, sah jedoch irgendwann ein, dass ich selbst nach zwei Jahren iPad-Besitz noch immer nicht gelernt hatte, schnell und gleichzeitig fehlerfrei lange Texte durch Tippen auf dem Touchdisplay zu verfassen. Dank meines neuen Bluetooth-Keyboards bin ich nun in der Lage, auch längere Mails, Kommentare oder gar Artikelentwürfe auf dem Appel-Tablet zu schreiben, ohne dass mir dabei aufgrund von Vertippern laufend stille Flüche über die Lippen gehen.

Auch mit der Erweiterung um eine Tastatur eignen sich heutigen Tablets für mich als Blogger und Redakteur noch nicht als ausschließliches Arbeitsgerät. Besonders die Möglichkeit zum parallelen Bedienen mehrerer Anwendungen würde ich bei den Tablet-Betriebssystemen auf Dauer vermissen. Während des Verfassens dieses Textes etwa tauchen immer wieder Tweets aus TweetDeck am unteren rechten Rand meines Bildschirms auf, nebenbei chatte ich per Skype, zudem bewege ich mich flink zwischen mehreren Browser-Tabs und verwende eine spezielle Blogsoftware, um diesen Artikel noch vor dem Upload zu formatieren. All das sind Dinge, die bei der alleinigen Nutzung von Tablets für meinen Arbeitsalltag je nach OS unmöglich oder umständlicher wären. Auch stößt man nach wie vor auf Websites, die nicht für mobile Browser optimiert sind und kann keine die Produktivität erhöhende Browser-Erweiterung verwenden.

Doch wäre ich nicht regelmäßiger Produzent von redaktionellen Inhalten – ich würde ernsthaft darüber nachdenken, PCs ganz aus meinem Alltag zu verbannen. Deutet man Verkaufsstatistiken von Tablets, wird genau dies in naher Zukunft in Millionen Haushalten geschehen.

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Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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9 Kommentare

  1. Und auch an dieser Stelle möchte ich darauf ausmerksam machen, dass der PC für viele nicht nur Arbeitsgerät und “Zugangsgerät zur digitalen Welt” ist sonder auch und vor allem ein Unterhaltugnsmedium.
    Ich hab die Zahl nicht im Kopf, wieviele Bundesbürger am PC spielen. Aber es sind mit Sicherheit millionen. Diese Millionen werden nicht einfach auf den PC verzichten nur weil man auf dem Tablet “Angry Birds” spielen kann.
    Auch Videobearbeitung, -konsum und alles zum Thema Musik ist am PC schneller und einfacher erledigt als auf dem Tablet.

    Tablet hat seinen Markt, aber es ersetzt doch keinen PC. never ever

    edit: google ist mein Freund: http://biu-online.de/de/f…mer-statistiken.html
    Einfach mal mit in die Überlegungen rund ums Tablet einfließen lassen

  2. Tablet hat seinen Markt, aber es ersetzt doch keinen PC. never ever

    Ich bin verwundert, dass du dich angesichts der technischen Entwicklung der vergangenen 200 Jahre tatsächlich an eine “Never ever”-Aussage traust.

    Dein Denkfehler ist, dass du den heutigen Stand als Status Quo für alle Ewigkeit ansiehst.

    • Mein Denkfehler ist, dass ich mit dem Mist aufgewachsen bin. Sicherlich wird der PC nicht die ultimative letzte Methode der Datenbearbeitung und Verwertung sein. Meine Formulierung war auch sehr Endgültig und damit angreifbar und falsch. Recht hast Du.

      Allerdings ist der aktuelle Abgesang auf den PC auch nicht der Erste.
      Mein Smartphone hat mittlerweile meine Digicam ersetzt. Ist das Smartphone jetzt das Ende der Photoapparate wie wir sie kennen? Jeder ambitionierte Hobbyphotograph wird mit einem eindeutigen NEIN antworten.
      Und ebenso sehe ich es beim Thema Gaming. Gaming ist am PC ein Riesenmarkt mit einer zahlungskräftigen Klientel. Erwachsene Gamer, die mit C64 als Einstiegsdroge angefangen haben, sind jetzt Anfang bis Ende vierzig. Das sind Leute die gutes Geld verdienen und ausgeben. Und die Generationen danach hängen doch auch noch am PC oder der Konsole und verbringen Ihre Freizeit spielend. In der Vergangenheit waren die Konsolen (PS1-3, Xbox, etc.) die Kandidaten, um den PC dem Untergang zu weihen. Ist nicht passiert.

      Jetzt Ist das Tablet da und der PC ist dem Untergang geweiht. Ich bin der Meinung, dass diese Abgesänge verfrüht sind. Damals wie heute gab es Entwicklungen die zum Überleben des PC beigetragen haben.
      Sicher wenn ich „nur“ konsumiere, ein bisschen Youtube schaue, mails checke, Facebook und Angry Birds machen will. Dann weg mit dem Klotz. Ja dann gebe ich dir Recht und der PC ist tot.
      Ich will nur darauf aufmerksam machen, dass es einen Riesenmarkt gibt der aktuell(!) nicht ohne PC auskommt.

  3. Ein Tablet in der jetzigen Form stellt für den PC noch keine Bedrohung dar. Erst die nächste Generation hat vielleicht das Potential dazu. Dazu gehört eine bessere Alternative zur Tastatur und Maus. Diese sind z.Zt noch nicht vorhanden. Eine Bildschirmtastatur ist die schlechtere Alternative.

  4. Die Tablets in der jetzigen Form dürfen getrost als Spielzeug bezeichnet werden. Das einzige wozu Tablets derzeitig taugen, ist kommunizieren, lesen und spielen. Und hierbei kratzen die Smartphones immer mehr an der Existenzberechtigung der Tablets.

    Wie war die Euphorie mit dem Erscheinen der ersten Pads beim meinen Kunden groß und wie schnell ist diese der Ernüchterung gewichen. Und was für ein herrliches Bullshitbingo wie Cloude, Always on, Synergieeffekte oder Teamwork wurde über ihnen ausgeschüttet. Nichts, aber auch garnichts davon war haltbar. Es gab und gibt bis heute keine vernünftige Anbindung an die bestehende IT-Infrastruktur eines KMU. Wo bleiben die Geräte mit einer umfassenden Anbindung an Exchange, die den Benutzern auch die Möglichkeiten die Sie vom Desktop kennen auf das, Tablet zaubern? Wo bleiben die Mailclients, die auch digitale Signatur und Verschlüsselung unterstützen? Wo bleibt die gemeinsame Nutzung von Dokumenten und er automatische Abgleich? Und vor allem, wo sind die Office – Apps, mit denen man ein Officedokument umfassend bearbeiten kann und das nach der Bearbeitung nicht nur Grütze des Ursprungsdokumentes zurück lässt?

    Man alter, ist der blöd, wird sicher jetzt so mancher sagen.
    Alter, dafür gibt es doch IMAP4! Tust Du dir holen GMX – Accountz, kostenlos und tust Du weiterleiten deine Mails mit Outlook!
    Ah, danke.
    Oder tust Du nutzen Google Mail, krasse Sch….
    0K, danke für den Tip.
    Und Office Alter, da holst du Dir voll die Krrasse APP. Kannst Du schreiben voll Gedicht für deine Ische.
    Ähhh, ich bräuchte da aber etwas mit Absatzformatierung und Fußnoten.

    Früher gab es Blackberry mit einem BB – Server für die KMUs. Der konnte zwar auch nicht alles, hat die Geräte aber sauber eingebunden und hat funktioniert. Heute, BYOD. Alles Moppelkotze! Und Cloud, welche darf es denn sein? Dropbox, Drive, Evernote? Kein Problem. Must nur darauf achten, dass es zu deinen APPS passt. Denn so etwas transparent über das OS einzubinden ist ja uncool. Da muss sich schon jede APP selber drum kümmern und ein Hoch auf das Schnittstellenuprade, dass sicher irgendwann kommt.

    Schnittstelle, das passende Stichwort. Die richtige Mensch – Tablet – Schnittstelle muss auch noch erfunden werden. Die Glasstastatur eignet sich höchstens für Mails im SMS – Stil. Für mehr sind auch Erweiterungen Swype oder Swift – Key nur nach einer längeren Uebungsphase nicht geeignet. Ich habe mir jetzt mal den Spass gemacht, diese Grütze mit der Handschriftenerkennung meines Note 10.1 zu schreiben. Ich mag diese Handschriftenerkennung und liebe ihre kleinen Macken. Die Erkennung ist Top, nur was danach kommt ist Müll. Da fängt das Teil doch tatsächlich an, einen fertig gesetzten Text im Eingabefeld neu zu setzen. Dabei habe ich schon fast den nächsten Satz fertig. In diesem Text musste ich die Eingabe mehrfach davon überzeugen, dass man ein W am Satzanfang groß schreibt. Mit der Bildschirmtastatur, denn handschriftliche Korrekturen wurden immer wieder zu einem kleinen w geändert. Am schönsten ist es aber, wenn das Gerät im Schreibfeld anfängt den Text aus Platzgründen zusammenzufassen. Nicht das danach etwas fehlen würde, es ist nur nichts mehr an der richtigen Stelle. Oder Google – Anfragen. Da kämpft dann der Benutzer, die Autovervollstaendigung und die Erkennung um die richtige Formulierung der Anfrage. Man findet damit wirklich lustige Sachen. Und wenn man fertig ist, weiss man eh nicht mehr was man gesucht hat.

    So, ich werde dann noch mal eine Runde Bridgebuilder spielen. Für etwas anderes taugt die Kiste eh nicht.

  5. Das, was wir heute als Tablet verstehen, gibt es gerade mal 2 Jahre!

    Geduld!

  6. In Tablet kann keine Maus und keine reelle Tastatur ersetzen. Das ist Fakt. Ebenso wie damals prognostiziert wurde, dass Spielekonsolen den PC obsolet machen würden. Hast du eventuell mal Quake III auf der Konsole versucht? Schließe bitte ein Pad an den PC an, und versuche gegen Tatstaur und Maus anzutreten (Bitte auf Video aufzeichnen, schließlich wollen wir alle etwas zu lachen).

    Dann sage mir bitte noch, wie man mit einem Tablet einen Mouseover angezeigt bekommt. Dieser ist im Netz noch immer für Menüs sehr wichtig, da sich dadurch Menüs öffnen lassen. Ebenso ist es Tatsache, dass ich mit der Maus 100x schneller beim interagieren bin, als mit einem Touchscreen. Klicken & ziehen vs. umständliches langes Drücken auf irgendwas. Rechtsklick fehlt vollkommen.

    Sofern man aber jetzt schlau sein wollte: Tastatur und Maus machen ein Tablet jedoch zu dem, was man als doch so ausgestorben bezeichnet: Einen PC bzw. ein Notebook/Netbook.

    Fazit? Glückwunsch: Du hast den Sinn eines Tablets nicht erkannt.

  7. @SCORPiON
    Ich stimme Ihren da zu.
    Die heutigen Tablets sind eher Spielzeug und Geräte für den Medienkonsum als brauchbare Werkzeuge. An einem Note-, Net-, oder Ultraboot geht in Schule, Studium und Beruf kein Weg vorbei. Tablets können höchstens im Kommunikationsbereich eine mögliche Ergänzung sein. Das Problem ist, dass Hersteller und Produzenten kein Interesse an der Perfektion der Geräte haben. Da geht es wie in besten PC – Zeiten nur um Taktfrequenzen, Kerne, Speicher und GPU -Beschleunigung, aber nicht um Benutzbarkeit.

    Das beste Beispiel dafür ist wieder mein Note 10.1. Ich liebe die Handschriftenerkennung und halte diese für eine gute Eingabemöglichkeit bei Mobilgeräten. Aber die Umsetzung ist einfach nicht gelungen. Dabei ist die Erfassung top, nur die nachgeschaltete Inteligenz versaut alles. Dazu kommt die ständig über dem Eingabefeld hochpoppende Wortergänzungsleiste. Mal davon abgesehen, dass ich bei einer handschriftlichen Eingabe eh keine Lust habe auf diese zu achten oder diese zu verwenden, nervt das hochpoppen. Jedesmal verschiebt sich damit der Text im oberen Tabletbereich und verbreitet damit Unruhe. Dann ist unnötigerweise bei den Eingabe die Statusleiste mit den Knöpfen eingeblendet. Wenn man dann die Hand beim Schreiben auf den Screen legt und den Stift nur ein paar Milimeter zu weit anhebt, löst man über diese Leiste eine Funktion aus. Das Mistding wird sonst auch bei jeder Gelegenheit ausgeblendet, warum nicht bei der handschriftlichen Eingabe. Das ist jetzt nur eine Baustelle, warum bei der manuellen Sonder- und Satzzeicheneingabe die wichtigsten Zeichen auf der zweiten Seite sind, ist mir ein weiteres Rätsel.

    Diese Probleme zeigen ganz klar, dass die Hersteller weder ihre Produkte noch ihre Kunden ernst nehmen. Selber benutzen tun sie diese auch nicht, sonst hätte man die Softwareabteilung schon lange auf dem Pott gesetzt.

    Apple kann nicht, Google will nicht. Da bleibt uns nichts anders übrig, als auf Microsoft mit seinem Surface zu warten. Die sind zwar nicht die Schnellsten, machen aber im der Regel ihre Hausaufgaben.

  8. Ich schreibe gerade am Note 10.1. Eure Argumente sind gut und ich fühle mich mit dem Teil wie ein koreanisches Spielkind, obwohl ich meine Selbständigkeit verbessern wollte. Jahrelang hatte ich einen PC, da nn ein Notebook und wollte mir eigentlich ein Netbooks holen. Gegenargument: schwache Akkus. Dann dachte ich daran, mir ein Google Nexus 7 zu kaufen. Im Laden selbst lagen Apple Ipad Mini und dieses Note nebeneinander. Stiftfunktion und größeres Display haben mich zum Kreditkarte geführt. Wie beim Google Nexus oder beim Kindle Fire will ja auch Samsung in die Online-Shops locken. Für mobile Ideen und Kommunikation scheint es ideal zu sein, aber 599 ,– inklusive UMTS sind Krampf. Das mit der Schrifterkennung habe ich im S-Note noch nicht entdeckt. Man will und kann ja nicht den ganzen halben Tag so ein Luxusprodukt erforschen. Umtausch möglich…

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