Plantronics M55 Bluetooth-Headset im Test:
Für Quasselstrippen und Gelegenheits-Telefonierer

Das Plantronics M55 Bluetooth-Headset ist das bisher ausdauerndste Exemplar mit elf Stunden Akkulaufzeit. Wind pariert es gut, nur Umgebungslärm wird lediglich schwach gefiltert. Diese und weitere Erkenntnisse in meinem Test.

Plantronics M55 - Klein, leicht, ausdauernd (Bild: Kai Zantke)

Plantronics M55 - Klein, leicht, ausdauernd (Bild: Kai Zantke)

Während sich Plantronics mit dem Voyager Legend an Nutzer richtet, die kompromisslose Funktion erwarten, spielt das Plantronics M55 im mittleren Preisbereich mit und punktet vor allem durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Design

Das Design eines Plantronics Headsets ist immer wieder ein herausragendes Merkmal, mit dem es sich von seinen Mitbewerbern erfreulich abhebt. Beim M55 hingegen besinnt man sich auf eine schlichte, unpraktische Designsprache: Glattes Plastik auf der Vorderseite, das jeden Fingerabdruck zeigt und schnell unansehnlich wirkt, die Seiten präsentieren sich dagegen mattiert. Wobei oben entweder der Schiebeschalter zum Einschalten oder auf der anderen Seite der Taster für die Lautstärkeregelung sitzt. Dabei hat man sich die Unart beim Konkurrenten Aliph abgeschaut: Man drückt solange auf „plus”, bis man die maximale Lautstärke erreicht hat, danach beginnt man wieder bei Null. Am Ende des Headsets sitzt ein Micro-USB-Anschluss zum Laden und hinter der großen Ruftaste verbirgt sich eine weiße Status-LED.

Funktion

Plantronics M55 - Klein, leicht, ausdauernd (Bild: Kai Zantke)

Plantronics M55 - Klein, leicht, ausdauernd (Bild: Kai Zantke)

Das Plantronics Voyager Legend hat mich umgehauen, denn die Geräuschunterdrückung ist das Beste, was ich bis dato erlebt habe – siehe dazu meinen Testbericht hier auf neuerdings.com. Stellte sich also die Frage, ob Plantronics spendabel genug sein würde, seinem kleinen Vertreter ebenfalls eine entsprechende Noise-Cancelling-Technik zu verpassen. Doch während man einen großen Teil der Umgebung hört, brilliert das M55 auf ganz anderem Gebiet: Windabschirmung. Zwar bleibt ein hörbares Rauschen, doch das steht in keinem Verhältnis zu dem, was ich selbst beim Topmodell Voyager Legend ertragen muss. Leichtes und erträgliches Knacken und Rauschen vom Wind sind hörbar, dabei aber nicht störend.

Telefonate klingen sowohl über das Mikrofon, als auch über den Hörer etwas dumpf, was sich andererseits positiv auf die Verständlichkeit auswirkt und Geräusche passiv filtert. Doch was unterscheidet das M55 für 30 Euro von einem Samsung HM1100 oder Sony Ericsson VH110 für 15 bis 25 Euro? Es ist die lange Einsatzzeit von elf Stunden und andererseits die lange Standbyzeit von bis zu fünf Monaten. Vergisst man das Headset auszuschalten und entfernt man sich aus dessen Reichweitenbereich so geht es nach 90 Minuten in einen Tiefschlaf (“Deep Sleep”), bis man es mit einem Tipp auf die Hörertaste wieder aktiviert. Allerdings deaktivieren sich die meisten Headsets im unteren Preissegment nach Inaktivität. Interessant wäre stattdessen eine Möglichkeit gewesen, während einer bestehenden Verbindung einen Deep-Sleep-Modus zu haben, der dann durch einen eingehenden Anruf beendet wird. So hingegen ist das lediglich gutes Marketing, denn wer lässt sein Headset für fünf Monate herumliegen? Dann kann man sich das Geld auch sparen.

Plantronics M55 - Klein, leicht, ausdauernd (Bild: Kai Zantke)

Plantronics M55 - Klein, leicht, ausdauernd (Bild: Kai Zantke)

Und so wären wir beim Preis. 30 Euro verlangt man für das kleine, schön anzusehende Headset. Dafür gibt es Sprachansagen, Annahme von Telefonaten durch „Answer”/„Ignore” und eine sehr hohe Akkulaufzeit. Ein Ladegerät fehlt, es gibt jedoch ein USB-Kabel und einen Autoadapter im Lieferumfang und jedes Smartphone-Ladegerät funktioniert auch mit dem Headset-Anschluss. Außer einem Ohrbügel gibt es keine weiteren Passformen für das Ohr. Zwar sitzt es bei mir auch ohne Bügel bequem und sicher, aber das ist eine sehr individuelle Sache.

Fazit

Auch wenn der Deep-Sleep-Modus mehr Werbung als nützliches Feature ist, so gibt es fast keinen Konkurrenten, der elf Stunden Akkulaufzeit erreicht. Das MW-600 von Sony oder das Motorola HX550 wären hier eventuell noch eine Variante, bieten aber nicht die Möglichkeit, per Sprache Telefonate zu beantworten. Insgesamt ist das Plantronics M55 das Luxus-Headset im unteren Preisbereich, sieht gut aus und erfüllt den Standard der heutigen Technik. Wer mehr Geräuschunterdrückung will, muss hingegen das Doppelte in die Hand nehmen.

Tipp zum Weiterlesen: Vier Bluetooth-Headsets der Premium-Klasse im Vergleich.

 

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2 Kommentare

  1. Das MW-600 schafft im reinen Telefonbetrieb ca. eine Woche Standby mit gelegentlichen Telefonaten und ständiger BT- Kopplung. Lese ich es richtig, dass das hier beworbene Plantronics schon nach einem halben Tag die Segel streicht, oder geht es hier um 11 Stunden Sprechzeit? Selbst mein altes Jabra schafft 2 Tage im Normalbetrieb .

    • Elf Stunden sind die Sprechzeit non-stop. Das MW-600 erreicht laut Datenblatt 10 Stunden, im Praxistest kamen so um die 8-9 Stunden ab Ende raus. Wie sich das M55 im Wechselbetrieb verhält ist schwer zu sagen. Das hängt sehr von Deinem Telefonverhalten ab. Aber ich würde vermuten, dass es sich im gleichen Zeitrahmen einpendelt – außer dass es keinen Stereo-Sound liefert!

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