Garmin Swim im Test:
Schwimmen statt zählen

Die Garmin Swim gehört zur Grundausstattung eines ambitionierten Schwimmers, der stets seine Leistungsadaten im Blick haben will. Wir haben sie ausprobiert.

Garmin Swim (Bild: Kai Zantke)

Garmin Swim (Bild: Kai Zantke)

Ausdauersport ist gut für die Gesundheit und man soll dabei entspannen können. Wie jedoch, frage ich, soll man entspannen, wenn man verzweifelt mitzählt, wie viele Bahnen man schon geschwommen ist? Am besten verzettelt man sich, wenn wieder irgend so eine lebende Schwimmboje den Weg kreuzt und sich hinterher aufregt, ihr (der Boje) gehöre die Bahn – immerhin treibe man hier schon seit mehreren Jahrzehnten im Hallenbad umher. Immer auf der gleichen Bahn. Gut, wenn man nicht nur die Ruhe behält, sondern auch eine Garmin Swim am Handgelenk trägt, denn die zählt automatisch mit.

Garmin Swim im Test
Garmin Swim (Bild: kai zantke)Garmin Swim (Bild: kai zantke)Garmin Swim (Bild: kai zantke)Garmin Swim (Bild: kai zantke)
Garmin Swim (Bild: kai zantke)Garmin Swim (Bild: kai zantke)Garmin Swim (Bild: kai zantke)Garmin Swim (Bild: kai zantke)
Garmin Swim (Bild: kai zantke)SwimGarmin Swim (Bild: kai zantke)Garmin Swim (Bild: kai zantke)
Garmin Swim (Bild: kai zantke)

Design

Garmin Swim (Bild: kai zantke)

Garmin Swim (Bild: kai zantke)

Die Garmin Swim gehört zu den größeren Vertretern der Uhren, wobei der äußere Rand einen erheblichen Teil der Anzeige ausmacht. Abgesehen vom Gewicht lässt sie sich am besten mit der Standardtaucheruhr, der Citizen Promaster Automatik, vergleichen: ungefähr die gleiche Größe, einen ähnlichen Durchmesser des Zifferblatts und auch eine fast identische Höhe. Doch statt eines mechanischen Uhrwerks werkelt hier eine CR2032 Batterie im Inneren. Die künstliche Intelligenz wird durch sechs Knöpfe bedient, wobei der wichtigste türkisblau hervorgehoben ist. Ein Druck darauf und sofort ist man im Trainingsmodus.

Auf der Rückseite findet man eine große Einkerbung vor, hier hebelt man den Batteriedeckel auf, der durch einen Dichtungsring vor Wasser schützen soll. Das Gummiarmband halten zwei gebogene Stege am Platz. Durchzugsarmbänder (auch Natoarmbänder genannt) passen hier nicht. Die Schlaufe klippt mit einem Docht in das überstehende Armbandstück und hält so auch bei wilden Armbewegungen. Die Uhr sitzt äußerst bequem und könnte im Ernstfall auch zum Anzug getragen werden, weite Armmanschetten vorausgesetzt.

Training

Garmin Swim (Bild: kai zantke)

Garmin Swim (Bild: kai zantke)

Das Bequeme an der Uhr ist die Bedienung: Türkis drücken, dann gegenüber drücken und schon kann es losgehen. Ab diesem Moment überwacht die Uhr jeden Armzug und erkennt auch zuverlässig, wenn ich mich vom Beckenrand wieder abstoße. Das Display ist klar und spiegelfrei, aufgrund der großen Zahlen reicht meistens ein Blick, um die aktuellen Trainingsdaten zu erhaschen. Es gibt vier bzw. fünf Trainingsseiten, davon ist nur eine konfigurierbar, die anderen bleiben fest voreingestellt.

Seite eins zeigt die Gesamtdistanz des Trainings und die vergangene Zeit. Um die Distanz korrekt zu erkennen, muss man an der Uhr vorher die Bahnlänge eingeben, sie ist vier Menüeinstellungen entfernt und kennt die Standardlängen von 25 m und 50 m, bei Bedarf stellt man eine beliebige Länge ein.

Die zweite Seite zeigt Daten zur letzten Bahn an, die Zeit, die man pro 100 m benötigt, die Anzahl von Schlägen und den SWOLF-Score. (SWOLF = Schwimmen + Golf, Summe aus Zeit pro Bahn und Armzügen pro Bahn; 30 Sekunden für eine Bahn und 15 Schläge ergeben einen Swolf von 45.)

Garmin Swim (Bild: kai zantke)

Garmin Swim (Bild: kai zantke)

Die dritte Seite ist abhängig von den persönlichen Trainingsgewohnheiten, denn wer neben dem normalen Schwimmstil auch Trainingseinheiten absolviert, die keinem Schwimmstil zuzuordnen sind, bringt die Uhr aus dem Konzept. Das Ergebnis sind falsche Daten, was übrigens auch die Garmin FR910XT oder die Finis Swimsense betrifft. Dafür gibt es das Menü „Ubung”, im englischen treffender als „Drill-Log” betitelt. Beginnt man beispielsweise eine Einheit mit dem Kickboard ohne Armeinsatz, so wechselt man auf Seite drei, drückt Start, trainiert und zählt die Bahnen mit. Am Ende der Einheit fragt die Uhr, wie viele Meter man geschwommen ist und sofort werden Zeit und Entfernung zur Gesamtstrecke hinzuaddiert und später getrennt ausgewertet.

Auf der letzten und vierten Seite sind bis zu drei Felder frei belegbar, bei Nichtbedarf deaktiviert man die Seite. Zur Auswahl stehen unter anderem Durchschnittswerte für Zeit pro Bahn, Armzüge, Trainingsdistanz und vieles mehr. Interessierte lesen die einzelnen Einstellungen im Handbuch nach.

Die fünfte Seite wird bei Zwischenzeiten aktiv, dort werden dann Strecke seit letztem Lap und die Lapzeit dargestellt.

Persönliche Erfahrungen

Garmin Swim (Bild: kai zantke)

Garmin Swim (Bild: kai zantke)

Anfangs war ich etwas skeptisch, doch im Praxiseinsatz hat sich die Uhr bewährt. Sie erkennt zuverlässig, ob ich Brust oder Freistil schwimme, zählt zum richtigen Zeitpunkt eine neue Bahn und bleibt dabei stets einfach in der Bedienung. Das klare Display ist schwach blickwinkelabhängig, unter Wasser reicht der Kontrast jedoch aus, um die wichtigen Zahlen abzulesen. Die Hintergrundbeleuchtung benötigte ich nur in Ausnahmefällen, da selbst bei schummrigem Licht alles zu erkennen ist. Andererseits erschwert es die Beleuchtung bei diffusem, schwachem Licht das Display abzulesen.

Fazit

Ich bin begeistert! Die Garmin Swim verrichtet ihren Dienst sehr gut und zuverlässig. Für den ambitionierten Schwimmer sind die 150 Euro eine sehr gute Investition, da auch kleinste Leistungssteigerungen messbar werden. Bis auf das nicht immer verständliche Menü (im Englischen erklärt es sich meistens von selbst), gibt es nichts an der Uhr auszusetzen. Deshalb: klare Kaufempfehlung.

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