Terratec Noxon dRadio 110 im Test (2/2):
Fehlende und überflüssige Knöpfe

Die Empfangsleistungen des Terratec Noxon dRadio 110 überzeugen. Wie steht es mit der Bedienbarkeit? Das klären wir im zweiten Teil unseres Tests.

Es muss nicht DAB sein: Das Terratec Noxon dRadio 110 empfängt auch UKW (Bild: wor)

Es muss nicht DAB sein: Das Terratec Noxon dRadio 110 empfängt auch UKW (Bild: wor)

Im Großen und Ganzen überzeugt das Terratec Noxon dRadio 110. Doch unschön und für ein deutsches Produkt ungewöhnlich ist allerdings die “chinesische Krankheit”, alle wichtigen Funktionen auf einen einzigen Multifunktions-Drehknopf zu legen. Das klassische Radio, wie es gerade ältere Leute und Sehbehinderte erwarten, hat zwei Knöpfe für Sendereinstellung (rechts) und Lautstärke (links). Da es beim Drehen über die Frequenzen – besonders Lang-/Mittel-/Kurzwelle – auch mal unerwartet laut werden kann, ist es unangenehm, wenn man dann einen Multifunktionsknopf erst mühselig von “Sendereinstellung” auf “Lautstärke” zurück schalten muss, während es einem die Ohren wegbläst. Beim günstigen chinesischen Weltempfänger Degen 1103 zum Beispiel (Affiliate-Link) stört diese Multibelegung des einzigen Drehknopfes, weil auch der Umschaltknopf in der Hektik schwer zu finden ist.

Terratec Noxon dRadio 110 im Test
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Ein Knopf für alles

Da der Terratec Noxon dRadio 110 nur UKW und DAB empfängt, wo die Senderlautstärken nun eigentlich nach den neuen EU-Richtlinien normiert und aneinander angepasst sein sollten, mag es nicht ganz so schlimm sein, dass keine zwei Drehknöpfe zur Verfügung stehen, zumal man bei DAB eher selten übers Band dreht. Auch ist wenigstens die Umschaltung am Drehknopf selbst durch Drücken desselben möglich. Es macht die Bedienung für Blinde aber sicher nicht einfacher, wenn sie beim Drehen am Knopf nie genau wissen, ob dies nun noch den Sender ändern wird oder aber – nach ein paar Sekunden ohne Drehen am Knopf – nur noch die Lautstärke.

Ein weiteres Problemfeld für die Klientel des Geräts ist der USB-Stick mit den Ansagetexten: Ist dieser nicht beim Einschalten des Geräts korrekt angeschlossen, fallen die Ansagen aus. Ungeschickt deshalb, dass es sich hierbei um eine ultraschmale Version nur mit Platinenkontakt und ohne Metallrahmen handelt, die nicht nur leicht versehentlich abgebrochen, sondern auch falschherum angesteckt werden kann. In diesem Fall leuchtet der USB-Stick nicht – was ein Blinder aber natürlich nicht mitbekommt (wie auch er gar nicht erkennen kann, wie herum der Stick eingesteckt wird). Ein kurzer, aber normaldicker Stick mit normalem Stecker wäre hier sinnvoller.

Blinder Netzschalter

Das Noxon dRadio 110 hat ein integriertes Netzteil und kommt somit ohne lästigen “Netzklops” aus. Etwas verwirrend für Sehbehinderte könnte der mechanische Netzschalter sein, der den Standbymodus mit der Anzeige von Uhrzeit und Datum beendet und das Gerät dennoch nur vermeintlich ganz vom Netz trennt: Leider ist er nämlich erst hinter dem Netzteil angeordnet. neuerdings.com maß eingeschaltet einen Stromverbrauch von 2,5 bis 3,2 Watt, wobei größere Lautstärke nur wenig zusätzlichen Stromverbrauch verursacht, ausgeschaltet in Standby 1,8 bis 2,5 Watt und “ganz aus” ebenso 1,8 bis 2,5 Watt. Die 1,8 Watt werden dabei erst nach einigen Minuten erreicht. Die EU-Energiesparrichtlinien für den Standby-Betrieb erreicht das Gerät somit nur knapp.

Der vermeintliche “Netzschalter” mag ohnehin nur beim Betrieb am Nachttisch von Interesse sein, um das allerdings nicht sehr störende Standby-Display abzuschalten – leider ist dann auch der Wecker außer Betrieb, der übrigens nur per Piepton wecken kann und nicht mit Musik, was aber immerhin Weckausfälle bei DAB-Empfangsschwächen vermeidet.

Für eine Entwicklungszeit von nur einigen Monaten und ohne Preisaufschlag auf das Modell für Normalsehende ist das Terratec Noxon dRadio 110 (Affiliate-Link) jedoch ein guter Ansatz, Digitalradio “barrierefrei” zu machen – schließlich gibt es nicht viele Gadgets, die diese Bezeichnung verdienen. Zudem sind die Empfangsleistungen ordentlich. Über die angesprochenen Mankos (Knopfbedienung, USB-Stick) sollte der Hersteller nachdenken und entsprechend nachbessern.

 

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