Sony DSC-RX1:
Erste Kompaktkamera mit Vollformatsensor

“Vollformat in der Hosentasche” – das ist das Stichwort zur neuen Sony DSC-RX1: Eine digitale Kompaktkamera mit einem Riesensensor von 24 x 36 mm.

Sony DSC-RX1 mit Aufstecksucher (Bild: Sony)

Sony DSC-RX1 mit Aufstecksucher (Bild: Sony)

“Vollformat in der Hosentasche” – das hatte ich in den 80ern auch. Eine “Immer-dabei-Kamera” zusätzlich zur “Großen”, die endlich mit normalem Kleinbildfilm arbeitete und nicht mit den unsäglichen Pocket- und APS-Formaten, die man dem Consumer immer wieder unterschieben wollte. Damit war auch die Bildqualität endlich akzeptabel und die Kosten reduziert, weil nun Diafilm verwendet werden konnte und die teuren Abzüge obsolet wurden.

Mit den Digitalkameras erledigte sich das Problem der teuren Abzüge, allerdings waren die Sensorformate weit kleiner als zuvor der Kleinbildfilm – “Vollformat” war viele Jahre nur ein Wunschtraum und die Bildqualität nun auch so bei schwierigen Lichtverhältnissen weit höher als zuvor mit Film – wenn auch nicht vergleichbar mit Kleinbild bei gutem Licht oder gar Mittelformat.

Das wurde erst zum Problem, als die “Pixelmania” ausbrach: Zweistellige Megapixelzahlen bei Mini-Sensoren, das geht nicht gut.

Sony DSC-RX1 (Bilder: Sony)
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Außen retro, innen High-Tech

Inzwischen ist Qualität gefragt und offenbar auch Retro-Design, das schon Olympus (mit der PEN-Serie) und Leica zeigen. Dass nun ausgerechnet Sony auch diesen Weg einschlägt, übrigens mit einer Festbrennweite von Zeiss, mag allerdings nicht jeder erwartet haben – so etwas war bislang eher von Sigma bekannt.

Die Sony DSC-RX1 erinnert – auch mit den verfügbaren Ledertaschen und den Drehknöpfen sowie dem Aufstecksucher – sehr an klassische Analog-Kameras, ist jedoch voller High-Tech: 24,3 Megapixel liefert der Vollformat-Bildsensor des neuen Sony-Flaggschiffs SLT-A99, dazu die lichtstarke Carl Zeiss Sonnar T*-35-mm-Festbrennweite, doch dies in nur 113,3 x 65,4 x 69,9 mm mit 482 g verpackt.

Der weiter entwickelte Sony-BIONZ-Bildprozessor verarbeitet nach offiziellen Angaben bis zu fünf Bilder pro Sekunde. Auch RAW-Format ist verfügbar. Mittels Makro-Ring kann der minimale Motivabstand auf bis zu 20 Zentimeter verkürzt werden. Soll gezoomt werden, geht dies allein digital.

Der Sensor ist zudem extrem lichtempfindlich – ISO 100 bis ISO 25.600 sind Standard, in einem speziellen „Expanded“-Modus ist ISO 50 möglich und die Funktion „Mehrbild-Rauschunterdrückung“ gibt ISO 102.400 frei.

Viele Einstellmöglichkeiten

Mit Einstellringen am Objektiv lassen sich klassisch Blende und Fokus bedienen, während die Wahl des Scharfstellmodus über einen im DSLR-Stil geformten und an der Vorderseite der Kamera platzierten Bedienknopf vorgenommen wird. Die manuelle Scharfstellung wird sinnvoll mit dem optional erhältlichen elektronischen Sucher FDA-EV1MK, die Hilfsfunktionen MF-Assist und Pro-Style Peaking unterstützen dabei: Alle Bildelemente, die exakt auf der Schärfeebene liegen, werden im Sucher und auf dem Display farblich hervorgehoben.

Die Kamera filmt auch, und zwar in Full-HD Auflösung und in den Standards 50p/60p oder 25p/24p, womit Kinofeeling und -optik aufkommt. Auch hier kann alles manuell gesteuert werden.

Wer jetzt Angst hat, dass die Sony DSC-RX1 zu seriös für ihn sein könnte, der sei beruhigt: Natürlich wurde auch das inzwischen übliche Sortiment kreativer Bildverhunzungsbearbeitungsprogramme eingebaut, aber auch eine Auto-HDR-Funktion und umgekehrt ein Kontrastverstärker namens D-Range Optimierung (DRO) und eine Serienbildaufnahme mit unterschiedlichen Belichtungsstufen, verschiedenem Weißabgleich und diversen DRO-Einstellungen.

Die Software “PlayMemories Home” zur Foto- und Videobarbeitung ist im Lieferumfang, ein optischer Sucher FDA-V1K, ein starkes Blitzgerät, ein aufsteckbarer LCD-Monitor und eine elegante Ledertasche LCJ-RXB sind als Zubehör erhältlich.

Verfügbarkeit und Preis

Die Kamera ist ab Dezember 2012 verfügbar und hat nur einen Fehler: den Preis. Knapp 3.100 Euro möchte Sony nämlich für das gute Stück…

Tipp zum Weiterlesen: Unsere Digitalkamera-Typberatung erklärt, welche Kamera am besten zu wem passt.

 

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