Panasonic HD-Camcorder HC-X909 im Test (1/5):
Kompakte HDTV-Kamera

Wir wollten feststellen, wo der Stand der Technik in Sachen Camcorder angesiedelt ist und testete das aktuelle Semiprofi-Flaggschiff von Panasonic, den HD-Camcorder HC-X909. Für Leute mit einem Mindestmaß an Talent zur Kameraführung und hohen Bildansprüchen offensichtlich ein interessantes Gerät.

Panasonic Camcorder HC-X909 (Bild: wor)

Panasonic Camcorder HC-X909 (Bild: wor)

Nachdem sich neuerdings.com mit dem Somikon DV-853.IR ein technisch interessantes Gerät vorgeknöpft hatte, das jedoch in der Qualität dem günstigen Preis Tribut zollen musste, wollten wir diesmal ein Gerät testen, das dem momentan Üblichen im oberen Amateur- und unteren Semiprofi-Bereich entspricht. Dafür kostet es knapp 1.000 Euro. Was bekommt man dafür?

Generell ist es so: Reguläre Camcorder scheinen akut dem Untergang geweiht – qualitätsbewusste Filmer setzen mittlerweile eher auf teils modifizierte DSLR-Fotokameras mit Videomodus, da deren Optiken eine filmähnlichere Anmutung erreichen und dabei kein Extra-Gerät anzuschaffen ist, oder gleich auf Hochleistungs-Videocams auf DSLR-Basis. Anspruchslosere YouTube-Filmer nehmen dagegen ihr Smartphone. Sportbegeisterte setzen wiederum auf misshandlungsfeste “Actioncams”, deren es auf der IFA denn auch jede Menge neue Modelle zu sehen gab.

Panasonic HD-Camcorder HC-X909 im Test
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Reguläre Camcorder ohne Profi- oder Fun-Komponente scheinen dagegen rar zu werden. Nur Sony, JVC und Panasonic widmen sich noch intensiv diesem Segment, das aber durchaus weiter seine Berechtigung hat, wenn es darum geht, Objekte in Bewegung über längere Passagen ohne Stativ wackelfrei zu filmen oder gar Veranstaltungen aufzunehmen: DSLRs haben im Videomodus meist keine wirksame Bildstabilisierung, sind nicht so gut zu halten und füllen die Speicherkarten oft sehr schnell und ineffizient, sodass nur kurze Videoclips möglich sind.

Wesentliche Eckdaten des Panasonic HC-X909

Gute Lichtempfindlichkeit und gute Farbwiedergabe versprechen im Videobereich Geräte mit drei Bildsensoren für die drei Fernseh-Grundfarben. Hierzu zählt der HC-X909. Außerdem nimmt er auf SD(HC/XC)-Karten in AVCHD Full HD auf mit 1.920 x 1.080 Pixeln (1080i) – wahlweise in vier Kompressionsstufen und dann noch umschaltbar auf 1.080p (Vollbild statt interlaced), wobei allerdings einige Funktionen verloren gehen, sowie auf SDTV, dann als MP4 bzw. im iFrame-Modus für Mac. Andere Formate, wie 720p, sind nicht vorgesehen, aber auch nicht notwendig, da die Bildqualität tatsächlich für 1.920 x 1.080 ausreicht: Ein lichtstarkes Leica-Objektiv (offene Blende 1,5) bietet einen zwölffachen optischen Zoom bei hoher Bildqualität, was mehr als ausreichend ist. Da es bei knapp 30 mm Brennweite beginnt, ist auch der Weitwinkelbereich akzeptabel abgedeckt. Wem das nicht reicht, der kann für 260 Euro einen Weitwinkeladapter hinzukaufen, der die Brennweite bis auf minimal 22,4 mm (Faktor 0,75) reduziert.

Fotos und 3D-Aufnahmen sind ebenfalls möglich – Letzteres benötigt eine Zusatzoptik für 330 Euro und wurde von uns nicht getestet. Das eingebaute Mikrofon kann auch in 5.1 Dolby Digital Surroundton aufnehmen, aber auch auf Richtwirkung entsprechend des Zoomfaktors umgeschaltet werden, damit im Bild herangezoomte Personen auch tatsächlich zu verstehen sind.

Für Fotoaufnahmen ist ein Mini-Blitz eingebaut, Bildstabilisation und Automatik-Aufnahmemodus lassen sich abschalten und Blende, Verschlusszeit, Fokus und Weißabgleich manuell wählen. Ein externes Mikrofon ist anschließbar.

Schließlich gibt es noch einige Sonderfunktionen wie Zeitrafferaufnahmen – diese sind allerdings leider auf insgesamt 12 Stunden beschränkt. Ein ganzer Tag mit 24 Stunden ist so nicht aufnehmbar. Normale Videoaufnahmen werden dagegen nach 6 Stunden kurz unterbrochen, doch nach Anlegen einer neuen Datei automatisch fortgesetzt.

Eine Gesichtserkennung samt namentlicher Erfassung der Familienmitglieder ist ebenfalls vorgesehen – dies nicht, um bei Facebook zu petzen, sondern um sicherzustellen, dass die sensible Erbtante nie unscharf ist, sondern im Zweifelsfall beim Fokus anderen, unbekannten Personen vorgezogen wird. Ist die Gute also schon sehr vom Leben gezeichnet und bevorzugt es deshalb, unscharf abgebildet zu sein, dann sollte man sie nicht im HC-X909 abspeichern…

Lieferumfang

Mitgeliefert werden eine Fernbedienung, ein Ladegerät, ein Adapter zum Anschluss von externen Blitzgeräten oder Videoleuchten, eine Gegenlichtblende, Analog- und Digital-Videokabel, Kurzhandbuch gedruckt, richtiges Handbuch auf CD-ROM sowie eine HD-Videoschnitt- und DVD-Brennsoftware.

Das Ladegerät wird am Camcorder angeschlossen – damit ist es nicht möglich, einen zweiten Akku zu laden, während der erste genutzt wird, doch dafür ist ein stationärer Dauerbetrieb möglich. Ein externes Ladegerät gibt es für 70 Euro als Zubehör zu kaufen, ebenso wie einen Zusatzakku für 90 oder 150 Euro (Letzterer mit doppelter Kapazität), was ratsam ist – dazu später mehr.

Soweit zur Ausstattung und den Aufnahmefunktionen – wie gut schlägt sich der Panasonic HC-X909 in der Praxis? Das klären wir in Teil 2 unseres Tests.

 

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