Aiptek SportyCam Z3 im Test:
Knallige Farben, stimmige Leistung

Aiptek hat mit der SportyCam Z3 eine ernstzunehmende Konkurrenz in den Markt der Actionsport-Kameras gebracht. Gute Farbwiedergabe und ein enormer Lieferumfang begeistern in unserem Test.

Aiptek SportyCam Z3 (Bild: kaz)

Aiptek SportyCam Z3 (Bild: kaz)

Beim Namen Aiptek müssen wir uns nichts vormachen, ab und an gibt es ein paar ganz gute Angebote, doch insgesamt denkt man meist über einen höheren Preis bei besserer Leistung nach. Entsprechend skeptisch war ich zuerst, als ich hörte, dass eine Actionkamera für 190 Euro ins Sortiment kommen sollte. Bei genauem Hinschauen entpuppte sich die SportyCam Z3 dann als optisch aufgepeppte, aber technisch verwandte Version der Actionpro SD20F – und die ist ziemlich gut!

Aiptek SportyCam Z3 im Test
Aiptek SportyCam Z3 (Bild: kaz)Aiptek SportyCam Z3 (Bild: kaz)Aiptek SportyCam Z3 (Bild: kaz)SportyCam Z3
Aiptek versus Actionpro: Knalligere Farben, aber weniger Details bei der Aiptek (Bild: kaz)

Design

Es gibt mittlerweile drei Designansätze: rechteckig-fett, flach und langezogen oder wie die Aiptek breit und dünn. Prinzipiell hat jede Bauform ihre Berechtigung. Doch umso breiter die Front, desto größer die Windlast, was bei Montage auf einem Motorradhelm oder der Motorhaube eines Sportwagens bei 120 km/h durchaus eine Rolle spielen kann. Das Design hat aber seinen Grund, denn die SportyCam Z3 kann mit einem integrierten Display aufwarten. Dies ermöglicht die optimale Ausrichtung auf das Motiv ohne weitere Hilfsmittel und Preisfüchse werden sich freuen, dass sie kein extra Unterwassergehäuse benötigen, um zu sehen, was sie gerade aufnehmen.

Aiptek SportyCam Z3 (Bild: kaz)

Aiptek SportyCam Z3 (Bild: kaz)

Es sind Anschlüsse für AV-Out, HDMI-Out, USB und Laden vorhanden, außerdem gibt es ein Stativgewinde zur stationären Montage. Wie bei allen Actioncams ist das Stativ jedoch kürzer als normal, man sollte auf ein Reduzierstück zurückgreifen oder einfach ein Stück Pappe dazwischen klemmen. Die Bedienung erfolgt über Sensortasten und ein sehr spartanisches Menü, das teilweise selbsterklärend ist.

Lieferumfang

Wer meine Reviews kennt, der weiß, dass ich dem Lieferumfang nur selten einen eigenen Absatz widme, doch was Aiptek alles in die Pappschachtel gepackt hat, versetzt angesichts der Leistung und des Preises jeden in Staunen:

  • 30 Meter wasserdichtes Gehäuse
  • Fernbedienung
  • Drei-Wege-Gelenkhalterung
  • Lenker- bzw. Rohrhalterung
  • Klemmhalterung für das Gehäuse
  • Klemmhalterung für die Kamera alleine
  • flache Klebeplatte
  • gebogene Klebeplatte

Bis auf eine Helmhalterung, die durch die Klemme fast ersetzt wird, hat man eine Grundausstattung, die für jede Sportart geeignet und ausreichend ist. Für einen Aufpreis von ca. 20 Euro kann man sich noch einen Saugfuß für Autoscheiben und andere glatte Flächen kaufen (die Halterung hielt problemlos bei 120km/h am Kotflügel eines Autos und außen an einem Helikopter). So ausgestattet steht der Action tatsächlich nichts mehr im Wege – fragt sich nur: wie schaut es mit der Bildqualität aus?

Videoaufnahmen

Aiptek versus Actionpro: Knalligere Farben, aber weniger Details bei der Aiptek (Bild: kaz)

Aiptek versus Actionpro: Knalligere Farben, aber weniger Details bei der Aiptek (Bild: kaz)

Eine Qualität wie vom Marktführer GoPro darf man bei so einem Preis nicht erwarten? Aiptek hat ein paar Asse im Ärmel, die den Vorsprung schmelzen lassen. Zuerst widmen wir uns dem Farbabgleich und der kann bei der SportyCam Z3 überzeugen: Kräftige, neutrale Farben machen Lust auf mehr. Auch der Weißabgleich bei weniger optimalen Bedingungen funktioniert zuverlässig und äußerst akurat. Doch wo sich nun die Spreu vom Weizen trennt, ist die Bildschärfe. GoPro bietet eine große Detailschärfe (mit teilweise unrealistisch starken und mit Filtern nachbearbeiteten Kanten), die leider zugleich kleine Rauschartefakte erzeugt. Das geht nicht zuletzt auf die hohe Bitrate von 16 MBit/s zurück. Die Aiptek hingegen muss sich mit 12 MBit/s begnügen. Das alleine wäre kein Beinbruch, den die SD20F von Actionpro liefert trotz besserer Bildschärfe auch nicht mehr, doch um die schöne Farbpracht zu erzeugen, muss auch Aiptek in die Trickkiste greifen. Dies geschieht durch mehr Kontrast und einen geringeren Gamma-Wert.

Die Folge ist letztlich ein ansehnliches Bild, das jedoch schnell dunkle Partien nur noch schwarz abbildet, bei geringem Licht schneller und stärker zu Rauschen beginnt und eben auch weniger Details liefert. Das klingt sehr dramatisch, äußert sich im Einsatz jedoch weniger drastisch, wie das Beispielvideo beweist.

Fazit

Die Aiptek SportyCam Z3 bietet dem Videofan viel Leistung für extrem kleines Geld. Die Videoqualität ist angesichts des Preises mehr als gut und das integrierte Display sorgt stets dafür, dass man das Motiv auch wirklich einfängt. Selbst im direkten Vergleich mit den Platzhirschen muss sich die Aiptek Z3 nicht verstecken. Sie lohnt sich für alle, die eine ordentliche Qualität zu einem erschwinglichen Preis verlangen.

 

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