Somikon Mobiles Ringlicht im Test:
Farbstichige Makroleuchte

Eine Makroringleuchte mit Batteriebetrieb, die man also auch auf Spaziergänge mitnehmen kann? Klingt gut. neuerdings.com fand jedoch auch ein paar Schwachstellen.

Somikon Mobiles Ringlicht (Bild: wor)

Somikon Mobiles Ringlicht (Bild: wor)

Als ich das Somikon Ringlicht mit Leuchtstofflampe testete, wunderte ich mich schon, dass Pearl dabei noch auf so altmodische Technik setzte: Eine Leuchtstofflampe, die Netzanschluss braucht, flimmert, zerbrechlich und unhandlich ist und auch einige Sekunden benötigt, um die korrekte Lichtfarbe und Betriebshelligkeit zu erreichen – warum denn nicht stattdessen gleich LEDs verwenden?

Inzwischen gibt es auch ein Modell mit LEDs, das knapp 50 Euro kostet – genauso wie das Modell mit Leuchtstofflampe. Es benötigt statt Netzanschluss nur drei AAA-Batteriezellen und ist um soviel leichter, dass es auch direkt an ein Objektiv geschraubt werden kann, sofern dieses 58 oder 67 mm Filtergewindedurchmesser hat. Kein Gefummel mit Blitzsteckschuh, kein Stolpern über Netzkabel – prima! Das muss her! Doch gab es einige Einschränkungen.

Somikon mobiles Ringlicht
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wr139629cr.jpgwr139628cr.jpgp1030921cr.jpgwr139637cr.jpg
wr139636cr.jpgwr139618cr.jpgMobiles Ringlicht

Einsatz in der Makrofotografie

Zunächst einmal ist die Ringleuchte wirklich nur für Makrofotografie geeignet, nicht für Produktfotos, auch wenn sie dafür angepriesen wird: Es ergibt sich bei allem außerhalb des Makrobereiches ein sehr flaches Licht wie von einem Blitzgerät – bestenfalls als Zusatzbeleuchtung geeignet. Als Alleinbeleuchtung schaut das sonst so aus wie bei meinem Kindle-Test, bei dem ich mein Fotostudio gerade umgebaut hatte und deshalb nur das Ringlicht anschließen konnte. Bei der LED-Ringleuchte fällt dies infolge des kleinen Durchmessers noch schneller auf.

Ursprünglich wurden diese Ringleuchten als Ringblitze vor allem von Zahnärzten eingesetzt, um die Gebisse ihrer Patienten für Fotografien gleichmäßig auszuleuchten. Sie haben sich aber bei aller Art Fotografie von sehr kleinen Teilen bewährt, weil sie die bei diesen sonst enormen Schatten verhindern. Eine Ringleuchte statt eines Ringblitzes hat den Vorteil, leichter schon vor der Aufnahme auf dem Kameramonitor in der Wirkung kontrolliert werden zu können.

Probleme in der Praxis

Die Helligkeit kann stufenweise gewählt werden: Es kann jeweils die linke oder die rechte Hälfte des LED-Rings zugeschaltet werden oder alle beide, und dies jeweils mit einem oder zwei Ringen. Das ist praktisch, um die richtige Lichtwirkung auszutarieren. Schade allerdings, dass die Einstellung nach jedem Abschalten des Geräts wieder auf 0 zurückgesetzt wird: Da die Batterielebensdauer begrenzt ist, möchte man gerne während Einstellarbeiten die Leuchte abschalten, ohne dann wieder neu wählen zu müssen.

Das Modell von Pearl hat allerdings unverständlicherweise nicht LEDs, die Tageslicht ähneln, obwohl es so angegeben ist. Die eingebauten LEDs produzieren von der Farbmischung her eher Glühlampenlicht mit Grünstich. Damit können sie nicht mit anderen Lichtquellen kombiniert werden – Münzen für Ebay kann man so nach entsprechendem Farbabgleich sicherlich gut aufnehmen, doch was mit so einem portablen Gerät gerade interessant wäre, Makroaufnahmen in der Natur, bei denen das Licht von vorne nicht reicht, dürfte schwierig werden. Ebenso ist die Unterstützung anderer Lichtquellen so nicht möglich.

Wird das Ringlicht tatsächlich am Filtergewinde eines Objektivs montiert, kann es bei Aufnahmen mit gekippter Kamera oder gar senkrecht von oben infolge seines Gewichts das Objektiv verstellen. Dies hängt vom jeweiligen Objektiv ab – stellt dies in der konkreten Aufnahmesituation ein Problem dar, kann man das Ringlicht aber immer noch wie seinen Vorgänger über den Blitzschuh befestigen.

Fazit

Wenn der Hersteller andere LEDs einbauen würde, die mit den sonst üblichen Tageslichtlampen und echtem Tageslicht harmonieren, könnte das mobile Ringlicht in meiner Fotoausrüstung seinen Leuchtstofflampen-Vorgänger ablösen, da die Handhabungsvorteile deutlich sind und die Batteriekosten mit Akkus umgehen werden können.

Weitere Informationen hier auf der offiziellen Produktseite.

 

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