Forschung:
Wann kommen die selbstfahrenden Autos?

Selbstfahrende Autos sind schon seit Jahrzehnten eine Zukunftsvisionen und inzwischen ist die Technik so weit, dass dieses Ziel greifbar nah scheint. Tatsächlich aber sind noch einige Fragen zu klären. Eine entscheidende davon ist: Wollen wir wirklich das Steuer den Computern überlassen?

Selbstständig fahrender Toyota Prius von Google. Foto: Google

Selbstständig fahrender Toyota Prius von Google. Foto: Google

Google gehört zu den prominentesten Vertretern, wenn es um selbstfahrende, autonom agierende Fahrzeuge geht. 300.000 Meilen (etwa 482.000 Kilometer) haben sie bereits zurückgelegt.

Google hat das „self-driving project“ im Jahr 2010 ins Leben gerufen und ist mittlerweile mit der Forschung und Erprobung weit gekommen. Durch Einwirken von Google hat sogar der US-Bundesstaat Nevada die Gesetzgebung dahingehend geändert, dass „robotic cars“ uneingeschränkt im Straßenverkehr fahren dürfen. Mit Steve Mahan ließ man dieses Jahr eine Privatperson das System testen. Der stark sehbehinderte Mann durfte das System in einem Toyota Prius testen. Wie bereits bei allen vorangegangenen Tests ist auch bei diesem kein Unfall oder Systemausfall aufgetreten. Es zeigt sehr gut, dass durch autonom agierende Fahrzeuge auch Personen am Straßenverkehr teilnehmen können, die durch ihre Behinderung nicht alleine in der Lage wären, ein Fahrzeug zu führen.

Googles selbstfahrende Autos
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befragung autosout24 autopilotGoogle driverless car project

Bis es jedoch regulär solche Systeme als Option beim Kauf eines Neuwagens geben wird, wird noch einige Zeit vergehen. Schließlich sind noch einige Fragen offen. Das System muss absolut zuverlässig funktionieren und auch vor Ausfällen und speziellen Ereignissen gesichert werden. Blinde sind beispielsweise nicht in der Lage, in Notsituationen das Steuer zu übernehmen. Es ist entsprechend offen, ob wie in diesem Beispiel Blinde jemals alleine ein autonomes Fahrzeug führen können und dürfen oder ob doch stets eine Begleitperson notwendig ist.

In diesem Vortragsvideo erfahrt ihr mehr über Googles Projekt und seht es in Aktion:

Forschung bei der Bundeswehr

Google ist dabei nicht der einzige Ort, an dem man sich mit autonom steuernden Fahrzeugen beschäftigt, auch die Universität der Bundeswehr in München gehört dazu. Geforscht wird hier bereits seit den 1990ern. 1995 waren die Studenten so weit, dass immerhin 90 Prozent aller Hindernisse auf Versuchsstrecken selbstständig erkannt werden konnten. Probleme traten auf, als sich das Fahrzeug beispielsweise an Kreuzungen befand. Bereits zu dieser Zeit wurde aber eine Fahrt von München bis nach Dänemark auf deutschen Autobahnen getestet und bewältigt.

Verantwortlich für die Forschung an der Militäruniversität ist Prof. Hans-Joachim Wünsche, der vollkommen autonom fahrende und selbst reagierende Autos in 15 bis 20 Jahren für realistisch hält. Er glaubt aber auch, dass der Mensch als Kontrollperson weiterhin notwendig sein wird. Ein selbst fahrendes Auto ohne Personen an Bord wie bei Knight Rider wird es also vorerst nicht geben.

Für das Militär sind autonom agierende Fahrzeuge natürlich von Interesse, damit das Leben der eigenen Soldaten weniger gefährdet wird. Denkbar sind Fahrzeuge, die im Einsatzgebiet vorausfahren und einen Konvoi absichern, oder selbstständig ein Gebiet erkunden, bevor Soldaten eintreffen. Sie könnten auch zur Bekämpfung von feindlichen Stellungen Einsatz finden, bei dem es für Soldaten ansonsten zu unübersichtlich und gefährlich wäre.

Umfrage zeigt skeptische Kunden

Aber selbst wenn es solche Fahrzeuge gäbe: Würde jemand sie haben wollen? Im Auftrag der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat das Automobilportal AutoScout24 dazu im Frühjahr 2011 eine Befragung von 1.419 Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren veranlasst. Eine Frage beschäftigte sich mit selbstständig fahrenden Autos und wurde bei der Befragung als Autopilot bezeichnet. Demnach gab knapp über die Hälfte der Befragten an, dass sie der Technik entweder nicht vertrauten (26,5 Prozent) oder darauf verzichten würden, weil sie den Spaß am Fahren bevorzugen (23,7 Prozent). Gerade einmal 8,2 Prozent der Befragten gaben an, dass sie grundsätzlich für ein autonomes System wären. 9,1 Prozent wären das nur, wenn es sich günstiger auf die Fahrzeugversicherung auswirken würde. Weitere 29,7 Prozent stehen einem solchen System offener gegenüber, wenn sie dabei die Wahl hätten und auch selbst das Fahrzeug steuern könnten. Bisher kann der Fahrer das System sofort deaktivieren.

Befragung zu autonomen Fahrzeugen von AutoScout24 im Auftrag der GfK

Befragung zu autonomen Fahrzeugen von AutoScout24 im Auftrag der GfK

Trotz einer nachweislich geringeren Fehlerquote von Computersystemen im allgemeinen, ist das Vertrauen in die Technik nicht besonders hoch, wie die Studie belegt. Eine Nachfrage im Freundes- und Bekanntenkreis ergab bei mir ein ähnliches Ergebnis.

Schritt für Schritt zum automatischen Automobil

Allerdings ist es so: Der Trend ist bereits seit vielen Jahren abzusehen. Schon heute können Autos begrenzt selbstständig agieren. Bei Mercedes kann man zu vielen Modellen beispielsweise die Automatik Distronic Plus bestellen. Damit kann das Fahrzeug automatisch eine vorher festgelegte Distanz zum vorausfahrenden Auto automatisch einhalten und die eigene Geschwindigkeit entsprechend anpassen. Der Sensor agiert bei diesem System im Bereich 0,2 bis 200 Metern, lässt sich also auch im Stadtverkehr einsetzen.

Es ist daher nicht die Frage, ob vollkommen autonom fahrende und agierende Fahrzeuge serienmäßig angeboten werden, sondern wann. Vorher müssen die Kunden überzeugt werden und dazu ist die Sicherheit des Systems von entscheidender Wichtigkeit. Bei einem Softwarefehler kann ein Auto zu einer Gefahr werden, wenn es sich beispielsweise nicht mehr stoppen lässt und in der Stadt in eine Menschenmenge rast. In diesem Zusammenhang steht die Frage im Raum, wer bei selbstfahrenden Fahrzeugen für die Schäden eines Unfalls aufkommen soll: Ist es das Verschulden des Fahrers (weil er nicht rechtzeitig eingegriffen hat), oder die des Herstellers (weil die Automatik fehlerhaft funktioniert hat).

Weiterhin ist zu klären, wie man das System gegen Angriffe von Hackern absichern kann. Schließlich könnte man sich ansonsten in einzelne Fahrzeuge oder ganze Flotten einhacken und dadurch die Kontrolle über ein oder mehrere Fahrzeuge erlangen und sie schlimmstenfalls als Waffe einsetzen.

Auf der anderen Seite ist die größte Fehlerquelle im Auto heute der Mensch. Es ist durchaus davon auszugehen, dass die Zahl der im Straßenverkehr getöteten drastisch nach unten gehen könnte – allein in Deutschland sind das über 4.000 Menschen pro Jahr. Schließlich ist ein Computer nie abgelenkt, müde oder betrunken und hält sich strikt an alle Verkehrsregeln.

 

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13 Kommentare

  1. Mir hat mein Fahrzeug, durch diese Technik, (wahrscheinlich) das Leben gerettet.
    Zu diesem Zeitpunkt (2010) war ich im Besitz eines VW-Passat-CC.

    Dieser verfügte über eine ganze Reihe an diversen Assistenzsystemen.
    Als ich Eingangs das Fahrzeug konfigurierte, handelte es sich wohl zunächst um ,,Spieltrieb” welcher mich alles “ankreuzen” ließ.

    Die Situation war folgende:
    Ich hatte, an diesem Freitag, meinen letzten Kunden akquiriert und war auf dem Weg
    von Düsseldorf nach Kassel. Zu Hause angelangt rief mich ein Freund an, ob ich nicht Lust hätte abends mit auf eine Feier mitzukommen. Ich sagte zu.
    Gegen 23:00 Uhr machte ich, mit einer Freundin von Ihm, Bekanntschaft. Man unterhielt sich und traf sich, im Anschluss, in einem Restaurant. Hier vergass man bis gegen 10:00 Uhr, die Zeit.
    Nachdem man sich verabschiedete, trat ich den ca. 30Km Heimweg an. Da ich von der Situation noch recht aufgepusht war, kam ich auf die “sinnige” Idee Chillout-Sounds einzulegen. Dies wirkte auch prompt. Es traf mich mit geballter Ladung und ich war, auf der Autobahn, innert weniger Minuten vollkommen weg.
    Es handelte sich keineswegs mehr um den gefürchteten ,,Sekundenschlaf” ich war wie Sediert und in den kompletten Tiefschlaff gefallen… Das Assistenzsystem übernahm ALLES.
    Der Abstandsmesser hielt konstant die Entfernung, Geschwindigkeit und Bremsmanöver zum Vordermann. Der Spurassistent hielt konstant die Spur. Wobei die Klimatronik, die Musikanlage, die Geräuschdämmung der Fenster und die Massegesitze dafür sorgten dass ich angenehm weiterschlief…

    Geweckt wurde ich, ziemlich unsanft, irgendwann in einem ca. 50Km entferntem Kurort. Dies lag am Spurassistenten. Da sich dieser (wie seine Bezeichnung schon beschreibt) an den Seitenstreifen orientiert, fiel dieser in dem Moment aus als sich das Fahrzeug auf einer Brücke befand. Hier wechselt der Seitenstreifen zur Leitplanke, welcher vom Assistenten nicht als Spur assoziiert wird. So streifte das Fahrzeug ganz “sanft” die Planke. Da ab dem Zeitpunkt meines Erwachens, sich dass Fahrzeug bereits wieder, an weiterführenden Streifen, orientieren konnte merkte ich von dem leichten schrammen kaum was. Es war lediglich ein schrilles Geräusch zu vernehmen. Ich realisierte sofort das ich eingeschlafen sein musste wurde hellwach und eine kleine Tasse (Müdigkeitserkennung) blinkte und piepte mich an. Natürlich musste der Wagen im Anschluss zum Vertragshändler um auf der Fahrerseite komplett neu lackiert zu werden. Aber mehr ist mir und viel wichtiger (!) anderen Verkehrsteilnehmern nicht passiert.

    So konnte ich mehrere Fazits aus meinem Erlebnis ziehen:
    1.) NIE WIEDER ermüdet fahren !! Auch wenn ich nicht müde war, zumal sogar aufgepusht so lasse ich den Wagen lieber dann stehen wenn ich über einen gewissen Rahmen ohne Schlaff war.
    2.) Auch wenn Assistenten definitiv eine überaus sinnvolle Idee ist, so können weitere Ausstattungsmerkmale kontraproduktiv sein.
    So höre ich defakto bis 140km/h NICHTS von der Umgebung. Dies liegt an der zusätzlichen Option. Schallisolierte Fenster. So muss ich auch häufig prüfen ob denn der Motor überhaupt läuft.
    Dies schränkt die selektive Wahrnehmung in Sachen Geschwindigkeit und Verkehr gewaltig ein.
    Massagesitze in Verbindung mit Sitzheizung/ Sitzklima ist ein Traum. Aber im ernst wirklich nichts für stundenlange Fahrten…

    Ich werde wohl alle Optionen nach wie vor ordern nur ist mir klar geworden wie schnell es passieren kann, dass diese kontraproduktiv werden können.

    LG
    Flo

  2. Ich frage mich wie gut diese Selbstfahrenden Autos mit den ganz schwierigen Situationen klar kommen.

    Beispiel: Nacht, Regen, Baustelle mit gelben Fahrbahnmarkierungen die teilweise schon abgelöst und verrutscht sind. Da hat man selbst als Mensch Probleme was zu erkennen. Und zu raten wir die Spuren eigentlich sein sollten…

    • Ich könnte mir das wirklich nur per Magnetwellen im / neben dem Straßenverlauf oder SEHR genauem GPS vorstellen.

    • Die Frage sollte eher lauten wie die Menschen damnit klarkommen…
      Die Technik kann problemlos in solchen Situationen mehr “sehen”.
      Mit Laserscanner, Radar, Tagheller Nachtsicht (wenn nötig) usw..
      Außerdem sind die Systeme nicht unbedingt auf Markierungen angewiesen.
      Auch die Straße selbst kann genügen, wenn die Software darauf Programmiert ist.

  3. Wie man an der durchaus interessanten Geschichte lesen kann sind solche ausgefeilten Technologien Fluch und Segen zu gleich. Segen weil man wie in den Bsp. “gerettet” werden kann. In gewissen (gefahren) Situationen kann die Technik einfach besser und schneller Reagieren als jeder Mensch. Fluch weil wir genau durch solche Techniken immer bequemer werden und uns darauf verlassen das die Technik funktioniert. Es gibt aber hin und wieder Produktionsfehler mit daraus resultierenden defekten, sei es in der Computertechnik, bei Druckern, Tintenpatronen oder einer Automatischen Fahrhilfe. Was wenn sie in einer Gefahrensituation ausnahmsweise durch einen Defekt nicht ordnungsgemäß funktioniert? Wird man die Bremse selbst betätigen oder ist es reine Gewöhnung das es der Computer übernimmt? Ich bin durch Pro und Kontra hin und her gerissen und hätte die Umfrage wahrscheinlich deshalb mit “Ich weiß nicht” beantwortet.

    • Ein wirklich interessantes Thema.
      Bei meiner Frau (jene aus obiger Erzählung) ist es der Fall, dass Sie auf ,,Teufel-komm-raus” den Parkassistent meidet.
      Dieser ist, aus meiner Sicht, neben dem Distanzsystem wohl der gelungenste.
      Allerdings muss der Technik voll und gänzlich vertraut werden.
      Immerhin lenkt sich das Fahrzeug selbstständig in die Parklücke, was bei einem Unfall wohl nach einer interessante Erklärung bedarf.
      Immerhin müsste der Polizei verklickert werden, dass man ja nun nicht selbst sonder dass Fahrzeug den Unfall verursacht hätte :-)

      Die interessanteste Argumentation, was ein negatives Eingreifen nach sich zöge, kam ebenfalls seitens meiner Frau. Und dies in Bezug auf den Spurassistenten. Wenn nun beim Spurwechsel vergessen wird der Blinker zu setzen, “wehrt” sich der Assistent vehement und lässt ein Eingreifen nur schwer zu. Sie meint, was passieren würde wenn bei 180km/h der Assistent einen Fehler aufwies und plötzlich in Eigenregie das Steuer übernähme… Aber im Ernst solche Horrorscenarien verdränge ich lieber :-)

  4. Es gibt noch ganz andere Dinge, die im Vorfeld zu klären wären. Was z.B. wenn die Vollautomatik einen Unfall baut, der z.B. durch einen Softwarebug zustande kam? Wer haftet? Fahrer? Hersteller? Wie steht es mit der Versicherung? Wird es gesetzlich vorgeschriebene, regelmässige Systemkontrollen geben? Etc., etc.

  5. Die Zuverlässigkeit von Rechnersysteme ist heute kein Problem mehr. Ich denke an einen Autopiloten im Flugzeug, oder an die Stellewerke bei der Bahn. Diese Systeme sind auch extrem sicher (SIL4). Seid Jahrzehnten des Einsatzes solcher Systeme hat es keinen nachweisbaren Fehler durch versagen eines solchen Systems gegeben.
    Wenn es selbstfahrende Autos mit der Sicherheitsstufe SIL4 geben sollte, dann würde ich mir sofort eines kaufen wenn denn bezahlbar bleibt.
    Der Einsatz solcher Auto wird die Unfallrate sinken lassen.
    Ist es denn nicht angenehm sich zurückzulehnen und das Auto fahren zu lassen, anstatt sich selbst über viele Stunden im Fernverkehr abzumühen?

  6. Abgesehen von der Haftung & Co., werden wir die Adoptionsbarrieren sicherlich nicht in naher Zukunft abschaffen können. Man überlege sich nur einmal wie viele Personen auf Automatik-Getriebe verzichten, weil sie a) selbst die Kontrolle behalten wollen und b) es “mehr Spass macht”.
    Zudem braucht der Mensch Herausforderungen und auch Risiko. Ansonsten besteht die Welt bald nur noch aus Couch-Potatoes.

    • ,,Zudem braucht der Mensch Herausforderungen und auch Risiko…”
      Über Spaß lässt sich sich noch Streiten, keine frage. Doch sicherlich nicht über ein Minimieren des Risikos auf der selben Autobahn wie der 5-Köpfigen Familie im Minivan. ;-)

      Was mich wundert (nicht das ich es heraufbeschwören möchte) sind die ungenutzten technischen Ressourcen welche vielerlei Fahrzeuge heute bereits zur Verfügung stellen.

      So besitzt meine Frau ebenfalls einen VW. In Ihrem Fall handelt es sich nicht um meinen Passat sondern einen Touareg. Dies erwähne ich, da dieser über 4 Kameras und zwei Langstrecken-Abstandssystemen verfügt. Mein Passat hingegen “nur” über eine Rückfahrkamera. Es ist schon oft vorgekommen, dass plötzlich ein ,,Drängler” hinter einem schiebt. Und da meinte meine Freundin:,, Weswegen denn JETZT bitte nicht die Möglichkeit bestünde sämtliche Kameras zu aktivieren um diese Situation “wunderbar” von allen Seiten ausleuchten zu können.” Ferner erkennt das hintere Abstandsradar die Geschwindigkeitsdifferenz des auffahrendem Fahrzeuges. Von Ihr aus könne, durch ein (seitens des Staates) geeichtem Aufnahmesystem welches lediglich von der Polizei ausgelesen wird, sämtliche Daten erfasst und Weitergegeben.

      Ulkiger Weise kommen solche Ideen häufig seitens der Damenwelt. ,,Wenn ich den jetzt fotografieren könnte…”
      Da ich selbst gerne schnell fahre und es HASSE wenn irgendwelche Schleicher auf die Linke Spur ziehen nur um im Anschluss gleich wieder vor den LKW zu ziehen…
      Ich hätte wohl ständig Angst um irgendwelche Aufnahmesystem in Privatfahrzeugen.
      Zudem bräuchten wir wohl keine “freien” Autobahnen mehr, was sehr langweilig wäre und ich mich wohl von meinem Traum, eines “kleinen” Boxters lösen würde.

      Hmmm, meditieren darüber ich muss !

    • “Hmmm, meditieren darüber ich muss !” Wohl war. Es ist immer eine Gradwanderung. Was will ich: Sicherheit oder Spass, Komfort oder einen “Racer”.
      Aber genau deswegen bezweifle ich, dass eine Vollautomation in naher Zukunft kommen wird. Es ist viel neu, man muss sich umorientieren, Dinge aufgeben. Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.
      Zudem ist das alles auch immer eine Preisangelegenheit, wie @Klaus anmerkte.

  7. @Jonas Wendler

    Der Preis?
    Naja, 70.000 ist der Preis nur für den Laserscanner auf dem Dach, aber das ist ja noch nicht die Serienreife.
    Es gibt ja auch Experten die sagten dass eine Technik wie Kinect 20.000 (oder mehr?) kosten müsste.
    Man hat es aber geschafft sie in Serie zu verbilligen.
    Evtl. geht das auch bis 2020 (Aussagen von GM und Google) mit dieser Technik.
    Evtl. können sie auf den teuren Laserscanner verzichten, wenn sie die Kameratechnik bzw. die Software noch verbessern. Denn ein Mensch hat auch nur seine Augen, und keinen Laserscanner.
    Nicht, dass man die nicht einsetzen sollte, wenn sie in Serie billig einzusetzen sind, aber wenn man auch nur auf das Gleiche Sicherheitsniveau wie der menschliche Fahrer kommen kann, dann kann man sie auch auf den Straßen zulassen…

  8. Eine Ergänzung hätte ich noch zum Thema Spurassistent :-)

    Als vor ein paar Wochen Schnee lag ging der Assistent davon aus der Schnee, welcher auf die Straße verweht wurde, seien die Seitenstreifen und so fuhr der Wagen “automatisch” auf die Gegenfahrbahn. Worauf wir nun diesen Assistenten komplett deaktivieren sollte Schnee liegen.

    Kann schon alles sehr interessant werden.
    Glücklicher Weise habe ich diesmal nicht geschlafen ;-p

    LG
    Flo

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