Digitalkamera vs. Smartphone:
Kamerahersteller verpassen Chancen

Automatische Lächeln-Erkennung anstatt vernünftiger Share-Funktionalitäten: Hersteller von Digitalkameras haben aus dem Auge verloren, was Anwender heute wollen.

Halb Handy, halb Kamera: das Nokia 808 PureView. (Foto: Nokia)

Halb Handy, halb Kamera: das Nokia 808 PureView. (Foto: Nokia)

Irgendwo im Schrank, da liegt meine Canon Powershot G11 – ein gutes, kompaktes Gerät welches ich für eine größere Ferienreise gekauft hatte. Doch in letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass ich diese Kamera immer seltener genutzt habe – dafür umso mehr mit dem Smartphone auf Fotopirsch war.

Die Statistiken belegen, dass ich damit nicht alleine bin: Bei Flickr liegt das iPhone gleich mit zwei Modellen unbestritten an erster Stelle der meistgenutzten Kameras. In Deutschland sinkt der Verkauf von Digitalkameras von 2011 auf 2012 schätzungsweise um 2,2 Prozent, während in Großbritannien seit 2006 sogar ein Rückgang von 29 Prozent zu verzeichnen gewesen ist.

Die Gründe für dieses Umdenken sind in zwei Bereichen zu finden. Zuerst haben Handys in den letzten Jahren im Bereich Bildqualität extrem aufgeholt. Die Anzahl Megapixel ist für den durchschnittlichen Anwender mittlerweile hinreichend groß, die Bildqualität simmt für den Point-And-Shoot-Fotografen ebenfalls. Die aufgekommene Masse an Foto-Apps hat das Smartphone dann sogar auf die Überholspur geschickt: HDR-Funktionalitäten, eingebaute Filter und der einfache Zugang zum Internet mit den damit verbundenen sozialen Netzwerken lassen das Telefon zur Kamera Nummer eins werden.

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3 Kommentare

  1. geht mir auch so: neben der immer seltener benutzten canon powershot-kamera verstaubt schon länger mein tomtom-navi (dafür habe ich ja mein google navigation), taschenlampe habe ich auch keine mehr in der tasche (dafür die search light-app), im urlaub habe ich kein kleines wörterbuch mehr dabei (sondern google translation), meine eieruhr ist ersetzt (durch die ovo timer-app) und papierne post-its habe ich durch virtuelle ersetzt. eigentlich eine schöne neue welt ;-)

  2. Kamerahersteller sind heute fast alle in Asien. Dort werden Konzepte kopiert nicht entwickelt. Das rächt sich auf allen Ebenen. Selbst ein Amerikaner an der Spitze von Sony kann da nichts ändern. Innovationsgeist entsteht dort Menschen mit dem Gefühl sie könnten alles verändern groß werden. Aber oft steht auch nur viel Geld und Gier im Weg. Siehe die Schweiz die keine skrupel hat und gleichzeitig ihre Wirtschaflichen Fähigkeiten verliert.

  3. Heutzutage sind Smartphonekameras den billigen Digitalkameras ebenbürtig oder sogar überlegen.
    Für einigermaßen ambitionierte Aufnahmen taugen die Smartphones und Billig-Digitalkameras allerdings nicht. Vernünftiges einstellbares Blitzlicht bei Innenaufnahmen oder bei Dämmerung sind mit Smartphones nicht machbar. Optischer Zoom nicht vorhanden. Und kommt mir nicht mit einem Aufsteck-gerät für Zoom oder Sonstiges, da kann ich auch gleich ne vernünftige Digitalkamera mitnehmen.
    Und das man in Asien Konzepte nur kopiert und nicht entwickelt ist meiner Meinung nach früher noch so gewesen, aber inzwischen hat sich das geändert.

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