Designstudie:
BlackBerry mit Windows Phone

Vom Untergang mit Pauken und Trompeten bis hin zur wundersamen Wiederauferstehung scheint beim BlackBerry-Hersteller RIM derzeit alles möglich. Designer Valentin Gallard zeigt in seinem Entwurf “BlackBerry Wind” wie schick ein künftiges Smartphone des kanadischen Unternehmens aussehen könnte. In seiner Vorstellung setzt es auf Windows Phone.

BlackBerry als Windows Phone

BlackBerry als Windows Phone

Mit seinen aufs Messaging spezialisierten BlackBerrys war RIM lange Zeit erfolgreich, aber die guten Jahre scheinen inzwischen weit entfernt. Die Geräte haben zwar weiterhin ihre Qualitäten, nur spielt die Musik derzeit woanders: Android hat den Smartphone-Markt erobert und das iPhone hat seine finanziell einträgliche Nische gefunden. Daneben versuchen nun vor allem Microsoft und Nokia sich zu behaupten. RIM hingegen hat offensichtlich Schwierigkeiten, mit dem Tempo mitzuhalten. Ob das neue OS BlackBerry 10 noch rechtzeitig den erhofften Befreiungsschlag bringt, ist vollkommen offen.

BlackBerry Wind
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Kein Wunder, dass die Gerüchte sprießen, wer denn jetzt was von RIM aufkauft. Samsung sei angeblich interessiert, hieß es dieser Tage. IBM auch, aber nur an der Business-Sparte, nicht an den Handys. Aber wer weiß, dachte sich offenbar Designer Valentin Gallard: Vielleicht gesellt sich ja RIM mit Microsoft und Nokia zum Kreis der Gestrauchelten und Missachteten? Das von ihm entworfene BlackBerry Wind wäre optisch jedenfalls ein selbstbewusstes Statement.

Er hat für seinen Entwurf eine sehr eigene, prägnante und trotzdem elegante Formensprache gefunden. Besonders auffällig ist der vertikale Streifen auf der Rückseite, der sich über die Gehäuseseiten oben und unten bis nach vorne zieht. Hier bietet er oben dem Lautsprecher Platz und unten dem Windows-Phone-Knopf. Die Löcher für den Lautsprecher bilden zudem das BlackBerry-Logo nach.

Eine weitere interessante Idee ist das “Powerpad” an der Seite, über das man per Überstreichen in verschiedene Richtungen unterschiedliche Aktionen auslösen kann. Es erinnert von Zweck und Positionierung her an das klassische BlackBerry-Rädchen.

Ob Windows Phone wirklich die ideale Wahl wäre für RIMs BlackBerrys, steht dabei auf einem ganz anderen Blatt. Schließlich würden sie sich damit in Abhängigkeit von Microsoft begeben, die derzeit den Smartphone-Herstellern wenig Spielraum bei der Gestaltung ihrer Geräte oder gar des Betriebssystems lassen. Eine viel naheliegendere Wahl scheint hier Android, das RIM schließlich den eigenen Bedürfnissen entsprechend anpassen könnte.

Aber vielleicht kommt ja alles ganz anders und die neuen Geräte mit BlackBerry 10 bringen nächstes Jahr doch die überraschende Wende…

Gefunden bei Yanko Design.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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Ein Kommentar

  1. evtl. wäre eine Blackberry App mit monatl.Abo ein tragfähiges Geschäftsmodell für RIM anstatt des Versuchs als Hardwarehersteller für andere Plattformen…

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