Oculus Rift:
Virtual-Reality-Headset für Gamer

Wie auf der E3 im Juni 2012 angekündigt, ist jetzt das Kickstarter-Projekt zur Virtual-Reality-Brille Oculus Rift online. John Carmack, Chefentwickler von id Software („Doom“), hatte Oculus Rift vorgestellt. Zu dem Zeitpunkt war das noch der grobe und fast witzig anmutende Prototyp eines VR-Headsets, das er für deutlich unter 500 US-Dollar in den Handel bringen wollte.

Oculus Rift - das VR-Headset für Gamer.John Carmacks Peripherie, die in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Oculus entstand, war als früher Entwurf eigentlich nur eine Skibrille, in die er unter anderem mit Klebeband ein hochauflösendes Display und Bewegungssensoren steckte. Auf dieser Weise wollte er verdeutlichen, dass es gar nicht mal aufwändig ist, mit zeitgemäßer Technik preisgünstige Virtual-Reality-Helme zu erschaffen. Ein Head-Tracking-System auf Gyroskopbasis konnte die Kopfhaltung wahrnehmen und diese speziell in Spiele übertragen. In der Praxis bedeutet dies, dass man sich in einem Game umschauen kann.

Oculus Rift
Der frühe Entwurf von John Carmack (Foto: John Carmack / Twitter)oculus_rift_4Oculus Rift - das VR-Headset für Gamer. (Foto: Kickstarter.com)oculus_rift_2
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Das gleiche Konzept landete jetzt wie angekündigt bei Kickstarter. Auf der Crowdfunding-Plattform will speziell die Firma Oculus 250.000 US-Dollar für die Fertigstellung und Produktion des VR-Headsets einnehmen – aktueller Stand: über eine Million Dollar. Kein Wunder, scheint die Grundidee nicht nur Spieler anzusprechen.

Fast Rundum-Blick in Spielen

Mittlerweile scheint Oculus Rift auch deutlich ausgereifter zu sein. So hat das Zubehör ein professionelles Design spendiert bekommen, genauso gibt es konkrete Details. Vor den Augen wird ein Bildschirm platziert, der eine Auflösung von 1.280 x 800 Bildpunkten besitzt (pro Auge: 640 x 800 Pixel). Durch Sensoren kann man auch hier den Kopf bewegen, um sich in Spielwelten umzusehen. Es ist von einem Betrachtungswinkel von 110 Grad die Rede, bei Standard-Monitoren erhält man in der Regel 40 Grad dieser sichtbaren Bewegungsfreiheit. Verbunden wird Oculus Rift via DVI/HDMI und USB mit den entsprechenden Geräten – darunter PC und auch mobile Geräte (Android, iOS). Das ist zumindest der Plan der Schöpfer.

In diesem Video wird es vorgestellt:

Die Erfinder erhielten bereits jetzt namhafte Unterstützung. Neben id Software, die ihre im Herbst erscheinendes Spiel-Sammlung Doom 3 BFG Edition für Oculus Rift anpassen, sind auch andere Spieleentwickler interessiert. Das renommierte Studio Epic Games optimiert die hauseigene Unreal Engine für das Gerät. Das ist interessant, weil ein Großteil aktueller Spiele darauf basiert. Auch Valve, Macher der Half-Life-Reihe und Anbieter des Onlinedienstes Steam, ist der Technologie nicht abgeneigt. Und die Entwickler der Unity-Engine könnten ihre Software ebenfalls für Rift öffnen. So oder so bietet Oculus für das Headset Schnittstellen und SDKs für Entwickler an – sowohl für Programmierer mobiler Software als auch für PC.

Relativ günstig

Der frühe Entwurf von John Carmack (Foto: John Carmack / Twitter)Interessant ist ganz klar der Preis: Wer bei Kickstarter Geld vorschießt, erhält bereits für 275 US-Dollar (umgerechnet 222 Euro) ein Exemplar, das man sich aber selbst zusammen basteln muss. Es wird in Einzelteilen ausgeliefert. Für 300 US-Dollar (242 Euro) gibt es ein komplettes VR-Headset mit dem Spiel Doom 3 BFG Edition. In Anbetracht der Tatsache, dass professionelle VR-Helme preislich in ganz anderen Größenordnungen (durchaus jenseits der 10.000 US-Dollar) angesiedelt sind, klingt das nach einem regelrechten Schnäppchen. In erster Linie möchte Oculus Gamer ansprechen, doch wie bei beispielsweise bei Kinect sind viele andere Einsatzmöglichkeiten denkbar.

Weitere Details gibt es auf der Kickstarter-Seite. Dort kann jeder nach wie vor dazu beitragen, dass den Erfindern ein größeres Budget zur Verfügung gestellt wird. Die Projektphase läuft bis zum 1. September 2012. Die Veröffentlichung ist für den November 2012 anvisiert.

 

Sven Wernicke

Sven Wernicke hat eine Vorliebe für verspielte Gadgets, kunterbunte LEDs und Technik, die unterhalten möchte.  Wenn ihm als Freiberufler noch etwas Freizeit bleibt, bastelt er an seinen eigenen Projekten,  darunter Polygamia.de und GamingGadgets.de.

7 Kommentare

  1. Wer wollte so ein Teil nicht immer schonmal besitzen. :-)

  2. das ding zusammen mit kinect könnte spielen wirklich interessant machen. also interessanter als es sowieso schon ist.

  3. John Carmack, Chefentwickler von id Software („Doom“), hatte Oculus Rift vorgestellt.

    FALSCH!

    Hierbei handelt es sich NICHT um das Gerät, an dem John Carmack arbeitet!
    Er gibt nur ein Statement dazu ab.

    Woher habt ihr denn bitte diese Info?!

    • Du musst nicht gleich von einem “FALSCH” sprechen. Ich hatte es ja im Text angedeutet. Auf der E3 sprach er häufig über Rift, unter anderem hier: http://www.youtube.com/watch?v=UyuMVazQPos . Unter anderem berichtete PCHW (http://www.pcgameshardware.de/aid,889492/Doom-3-Carmack-fuehrt-Head-Mounted-Display-auf-E3-vor/LCD/News/) auch darüber. Oder *hüstel*… http://computerbild.de/ar…lle-vor-7618886.html

      Auf der Kickstarter-Seite gibt es ein Statement ab, korrekt. Er war aber definitiv an der Grundidee intensiver beteiligt. Das hätte dir aber auch Google gesagt. :)

    • Ok, hab grade gesehen, dass er hier wohl doch als Berater tätig war. Tut mir leid für den Fehler.

      Hab nur schon ein paar Seiten gesehen, die Rift fälschlicherweise als Carmacks Brille anpreisen. Da er ja auch an dieser Technik arbeitet.

    • Kein Problem, dazu ist ja die Kommentarfunktion hier da. :)

      Ja, er alleine hat sie wohl nicht gebaut, also das sicher nicht. Aber zumindest bezogen auf die ganze E3-Berichterstattung hat er sie wohl mit maßgeblich entworfen, aber halt mit dem Unternehmen Oculus zusammen. Der Prototyp war jedenfalls selbst zusammen gebastelt, die Technik entstand wohl in Zusammenarbeit. Ich glaube nicht, dass Carmack das so einfach selbst hinbekommen hätte. Wobei er sicherlich ein cleverer Mann ist und weiß, wie man Technik mit Software ansprechen kann.

      Wie dem auch sei: Im Text hatte ich Carmack ja eh nur als Aufhänger verwendet, das jetzige Produkt stammt ja von Oculus und Carmack ist in Form von id Software und Doom 3 BFG Edition mit von der Partie. So ist der aktuelle Stand und das, was wir definitiv wissen. :)

  4. Sieht schon ziemlich vielversprechend aus. Ich bin mal gespannt ob es sich auch wirklich auf dem Markt etabliert. Der Preis stimmt auf jeden Fall aber auch die Leistung?! Ich werde erst einmal abwarten.

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