Ikea Uppleva im Test (2):
Nützliche Features, ungelöste Rätsel und ein Fazit

Ikea und der Fernseher: Wie schlägt sich Ikeas Uppleva im zweiten Teil des neuerdings-Tests? Funktioniert die Einbindung ins lokale Netzwerk und wie gut sind die mitgelieferten Apps?

Ikea Uppleva (Quelle: pd Ikea)Letzte Woche konnte hier bereits der ersten Teil des neuerdings-Tests des Ikea Uppleva verfolgt werden und wer noch einmal den Aufbau des Ikea Uppleva im Zeitraffer-Video sehen möchte, der schaut vielleicht im Facebook-Stream von neuerdings vorbei. Dort ist ein Video zu finden, welches den fast zweistündigen Aufbau in zwanzig Sekunden zusammenfasst.

Ging es in diesem ersten Teil des Tests vor allem um den Aufbau und das erste Setup des Systems, folgen im heutigen zweiten Teil nun ein Überblick über die Netzwerkfunktionen und ein Blick auf seine Streaming-Fähigkeiten.

Ikea Uppleva im Test (2): Netzwerkfunktionen ausprobiert
Ikea Uppleva (Quelle: pd Ikea)ikea uppleva - 06UpplevaIkea Uppleva (Quelle: Frank Busch)
Ikea Uppleva (Quelle: Frank Busch)Ikea Uppleva (Quelle: Frank Busch)Ikea Uppleva (Quelle: Frank Busch)

Netzwerkanschluss mit Hürden

Schier zum Verzweifeln brachte mich der Anschluss des Uppleva per Netzwerkkabel. Obwohl das Kabel korrekt und fehlerfrei funktioniert und mein Notebook darüber problemlos Anschluss fand, war es leider nicht möglich, den Uppleva darüber ins Internet zu bringen. Erst als ich das Kabel anstatt über den 100-Mbit-Switch direkt am DSL-Router anschloss, funktioniert der Zugriff auf Netzwerk und Internet. Akte X lässt grüßen: Was die Ursache dieses Verhaltens war, erschließt sich mir bisher leider noch nicht – die Wahrheit liegt irgendwo dort draußen…

Apropos Kabel: Bei der Verkabelung des gesamten Systems lohnt sich durchaus der ein oder andere Blick in das Benutzerhandbuch. So tappte ich zuerst in die Falle und verband das Soundmodul mit dem ersten HDMI-Port des Bildschirms – schade nur, dass dann der Rückkanal vom TV zum Soundmodul nicht funktioniert. Dies geht nur, wenn man den vierten HDMI-Port nutzt. Steht im Handbuch, war ja klar.

Ist der Netzwerkzugang aber erst einmal hergestellt, überrascht der Ikea-Fernseher mit einer umfangreichen Liste mitgelieferter Apps: Facebook, Twitter, Picasa und YouTube aufzuzählen könnte ich mir eigentlich sparen, diese Apps erwartet jeder schon als Standard. Darüberhinaus gibt es aber über 90 weitere Apps vorinstalliert: Darunter ist zum Beispiel ein eigener eBay-Client und ein Falk-Routenplaner (vielleicht um den Weg zum nächsten Ikea-Markt zu finden?), da sind die Mediatheken von ARD, ZDF und dem BR mit eigenen Apps vertreten und Kinder finden geeignete Inhalte in den Apps von Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg oder Bibi & Tina. Dann gibt es Nachrichten-Apps von euronews, Tagesschau und der Börsenzeitung sowie Musiksender, Fashion-Apps und Motorsport-Apps wie zum Beispiel Audi.tv, AutoZine und MotorsportTotal.com. Selbst deutsche Comedy-Formate wie Pastevka, Ladykracher und Stromberg werden mit jeweils einer eigenen App bedient.

neuerdings.com auf dem Ikea Uppleva (Foto: Frank Busch)All diese Apps haben gemeinsam, dass sie vergleichsweise schnell und in guter Qualität ihre Inhalte übersichtlich aufbereitet präsentieren und mit dieser Anzahl fertig aufbereiteter Inhalte kann derzeit kaum ein anderer TV-Hersteller mithalten. Wem das immer noch nicht ausreicht, der greift auf den integrierten Opera-Browser zurück. Damit lässt es sich lässig von der Couch aus zu neuerdings.com surfen.

So problemlos Internetzugang und Apps funktionieren, so unzuverlässig ist leider der Zugriff auf lokale Netzwerk-Ressourcen. Zwar fand der Uppleva alle Netzwerkfreigaben auf Anhieb und sowohl Musik als auch Photos lassen sich davon eingermaßen flüssig wiedergeben, versucht man dann aber Videos von diesen Netzwerkfreigaben abzuspielen, erreicht man relativ schnell die Grenzen des Systems. Viele Video-Formate ließen sich nicht wiedergeben und zumeist quitierte der Uppleva dies dann auch mit einem vollständigen System-Freeze. Dann half nur noch das Ziehen des Netzsteckers weiter.

Video vom USB-Stick

Als unpraktisch hat sich der USB-Port an der Vorderseite der Blu-ray-Verstärker-Lautsprecher-Kombination erwiesen. Steckt ein USB-Stick in diesem Port, dauert es im Allgemeinen nur wenige Minuten, bis irgend jemand so dicht daran vorbeigeht, dass er mit dem Bein daran hängen bleibt. Im ungünstigsten Fall bricht die USB-Buchse dann aus der Platine des Systems, wenn man Glück hat, zerbricht nur der USB-Stick. Man tut also gut daran, diesen USB-Slot zu ignorieren und stattdessen den USB-Port des Fernsehers zu nutzen. Komischerweise konnten manche Videos, welche übers Netzwerk nicht abspielbar waren, vom USB-Stick problemlos abgespielt werden. Ein weiterer Fall für Scully und Mulder. Ikea, respektive deren OEM-Fertiger TLC, hat hier jedenfalls dringenden Nachholbedarf und man darf hoffen, dass ein Update der Systemsoftware diese Kinderkrankheiten möglichst bald ausbügelt.

Fazit

Insgesamt ist der Ikea Uppleva eine runde Sache. Das System ist vollständig, bietet ein umfangreiches Angebot vorinstallierter Apps und einen vollwertigen Webbrowser. Die Bildqualität ist, auch wenn sie mit den Geräten der Markenhersteller nicht konkurrieren kann, durchaus akzeptabel. Der Sound aus dem integrierten Lautsprechersystem ist angenehm und die Basswiedergabe dank des drahtlos angebunden Subwoofers recht satt.

Wer den Aufwand scheut, sich durch Tests, Angebote und Vergleichsportale zu wühlen und stattdessen lieber ein Set aus einem Guss möchte, der ist mit dem Ikea Uppleva sicher gut bedient. Dafür ist der Preis der verschiedenen Systeme auch durchaus angemessen. Dabei sollte man sich aber bewusst sein, dass man zu ähnlichem Preis höherwertige Systemkomponenten von Markenherstellern bekommen kann.

Tipp zum Weiterlesen: Alle unsere Beiträge zum Ikea Uppleva.

 

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4 Kommentare

  1. Hallo Frank,
    herzlichen Dank für die interessanten Berichte. Eine Frage habe ich: Woher weisst Du, wer den Fernseher produziert? Ich versuche schon länger erfolglos, dies herauszufinden.

  2. Hi Achim,

    die Info zu TCL entstammt der Pressemeldung von Ikea. Zitat: “Für die Produktion von UPPLEVA Fernsehgerät und Soundsystem kooperiert IKEA mit dem großen Heimelektronikhersteller TCL Multimedia,…”

    Nachlesen kannst Du das hier:

    http://ikea.com/de/de/abo…/newsitem/UPPLEVA_PM

    Viele Grüße
    Frank

  3. Klingt alles ziemlich vielversprechend. Hätte ich gar nicht erwartet. Ist eigentlich eine ziemlich gute Idee, Schrank mit den passenden Fernseher zu verkaufen. Wenn er dazu auch noch was taugt und nicht komplett überteuert ist ist das doch eine tolle Geschichte.

  4. Habe das Soundsystem, will mal sehen ob mit dem Update etwas besser läuft?
    Hat jemand Erfahrungen gesammelt?

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