SkyCube:
Satelliten-Mission auf Kickstarter

Zugegeben: Mit 10 cm Kantenlänge ist der Satellit “SkyCube” nicht gerade ein Riese. Was ihn aber besonders macht: Er soll auf eine per Kickstarter finanzierte Raummission gehen. Die Unterstützer können dann 120-Zeichen-Nachrichten ihrer Wahl vom Satelliten zur Erde senden lassen oder Fotos aus dem Orbit von ihm anfordern.

Die Mission des Nano-Satelliten SkyCube soll über Kickstarter finanziert werden.

Die Mission des Nano-Satelliten SkyCube soll über Kickstarter finanziert werden.

Das Kickstarter-Projekt “SkyCube” umweht ein gewisser Hauch Werbeaktion, denn die Macher bringen die Astronomie-App “SkySafari” für iOS, Android und OS X heraus. Während ihre Software eine “echte Revolution für Hobby-Astronomen” sei, solle der Nano-Satellit “SkyCube” das nun für die Raumfahrt wiederholen, heißt es auf der Erklärseite. Ähnlich wie Sputnik vor 50 Jahren werde SkyCube “weltweit neues Interesse an Astronomie, Raumfahrt und Wissenschaft wecken”. Ein großes Ziel, aber wie soll es konkret erreicht werden?

Als erstes müssen auf Kickstarter mindestens 82.500 US-Dollar zusammenkommen. Im Moment sind es noch weniger als 5 Prozent dieser Summe, aber das Projekt läuft auch noch fast zwei Monate. Wenn das klappt, soll der Satellit 2013 vom privaten Unternehmen SpaceX per “Falcon 9″-Rakete mit anderen Satelliten in den Erdorbit befördert werden. Hier umkreist er unseren Planeten auf einer Umlaufbahn, die leicht schräg zum Äquator verläuft und so weite Teile der bewohnten Regionen abdeckt.

Für SkyCube soll es dann eine Web-App geben, um z.B. die Nachrichten der Unterstützer lesen zu können.

Für SkyCube soll es dann eine Web-App geben, um z.B. die Nachrichten der Unterstützer lesen zu können.

90 Tage soll SkyCube die Erde umkreisen und dabei niedrigauflösende Fotos machen und die 120-Zeichen-Nachrichten der Unterstützer zur Erde funken. Danach bläst der Satellit einen Ballon mit 3 m Durchmesser auf – dadurch soll er zum einen am Nachthimmel gut sichtbar werden und der Ballon sorgt auch dafür, dass der SkyCube durch die oberen Atmosphärenschichten langsam abgebremst wird. Schließlich verglüht SkyCube und die Party ist vorbei.

Wer die Nachrichten der Unterstützer empfangen will, kann das offenbar mit jedem Amateurfunkgerät empfangen. Aber man kann auch ein Smartphone samt Browser bemühen, um die “Weltraumtweets” im Internet abzurufen.

SkyCube vs ArduSat

Das Innenleben des SkyCube. In ihm wird sich auch ein 3 m großer Ballon befinden, der zum Schluss der Mission aufgeblasen wird.

Das Innenleben des SkyCube. In ihm wird sich auch ein 3 m großer Ballon befinden, der zum Schluss der Mission aufgeblasen wird.

Schon mit einem einzelnen US-Dollar ist man dabei. Damit bezahlt man 10 Sekunden der Mission und kann eine 120-Zeichen-Nachricht verschicken lassen. Wer mehr Geld gibt, kann mehr Nachrichten verschicken, Fotos machen lassen oder bekommt ein T-Shirt oder gar ein Modell der “Falcon 9″-Rakete. Für 1.000 US-Dollar bekommt man ein Amateurfunkgerät dazu. Und wer sich für die Luxusvarianten für 6.000 oder 10.000 US-Dollar entscheidet, kann den Start mitverfolgen.

Pech hatten die SkyCube-Macher, dass sie nicht das erste Projekt dieser Art auf Kickstarter sind. Gerade erst wurde ArduSat erfolgreich finanziert. Und der Arduino-Satellit hat aus meiner Sicht das wesentlich größere Potenzial, Menschen für das Thema zu begeistern. Schließlich dreht sich hier alles um echte Experimente, die im Rahmen der Mission gemacht werden sollen. Tatsächlich haben sich beide Teams wohl abgesprochen, damit ihre Ideen nicht auch noch parallel auf Kickstarter sind. So jedenfalls kann man es in den SkyCube-Kommentaren lesen. Möglicherweise starten beide Satelliten sogar gleichzeitig und könnten sich dann gegenseitig fotografieren.

Der Vorschlag eines Kickstarter-Nutzers, beide Satelliten könnten sich im Erdorbit einen Zweikampf liefern, wird aber wohl nicht realisiert…

Mehr Informationen hier auf Kickstarter und in dieser deutschen Übersetzung des Beschreibungstextes.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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Ein Kommentar

  1. könnte man nicht einfach die dortige materie derart manipulieren, daß man sich einen satelliten gänzlich sparen kann?

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