Raspberry Pi:
Mini-Computer für Einsteiger und Bastler
Nur 26 Euro kostet der Einstieg in die Welt von Raspberry Pi. Dafür bekommt man die Basis für einen eigenen Computer. Eigentlich dient das Projekt zum Lernen, aber Bastler haben es bereits weltweit für sich entdeckt. Gastautor Steffen Voß stellt Raspberry Pi vor.
Anfang der 80er Jahre hat die BBC eine Reihe von Computern herstellen lassen, mit denen man lernen sollte, wie man programmiert. Eine ganze Generation hat damit die ersten Schritte gemacht. In dieser Tradition sieht sich das Team von “Raspberry Pi“: Der voll funktionsfähige Minicomputer kostet nur 26 Euro und soll Schüler an das Programmieren heranführen. Aber auch Bastler in aller Welt fühlen sich angesprochen: Die ersten 10.000 Geräte waren Ende Februar 2012 in Minuten ausverkauft. Auf dieser Karte sieht man, wo Raspberry Pi auf der Welt zu finden ist. Und es werden immer mehr: 350.000 wurden inzwischen vorbestellt. Mit anderen Worten: Die Warteliste ist derzeit lang.
Für die 26 Euro bekommt man mit dem Raspberry Pi ein ein Board von der Größe einer Kreditkarte mit einem 700-MHz-ARM-Prozessor und 256 MB RAM. Dazu gibt es Anschlüsse für HDMI, Composite Video, Audio-Out, Ethernet, und USB. Die Stromversorgung regelt ein Micro-USB-Anschluss. Als Laufwerk dient eine SD-Karte.
Als Betriebssystem kommen verschiedene Linux-Distributionen in Frage. Eigentlich sollte die offizielle Distribution eine ARM-Variante von Fedora sein. Die gibt es aber noch nicht endgültig, weswegen das Team zur Zeit Debian squeeze empfiehlt. Debian umfasst eine einfache LXDE-Oberfläche und einige Tools für Programmieranfänger.
Natürlich haben sich auch andere Linux-Projekte auf die neue Hardware gestürzt. Mit OpenELEC zum Beispiel kann man den Raspberry Pi in ein passables Mediencenter verwandeln.
Zur Zeit habe ich meinen eigenen Raspberry Pi in einem niedlichen, kleinen Holzgehäuse im Wohnzimmer an der Stereoanlage. Angeschlossen ist eine externe Festplatte mit Musik. Per WLAN und mit einer Android-App kann ich die Musik über mein Smartphone steuern. Ich habe versucht, den Raspberry Pi auch noch als Webserver laufen zu lassen – dafür ist er dann doch zu langsam.
Es macht Spaß, mit dem Raspberry Pi zu experimentieren, denn er ist ein Zusatzrechner, von dem nichts abhängt. Ich muss nicht aufpassen, dass
Daten verloren gehen. Und wenn ich das Betriebssystem zerspiele, kann ich es schnell wieder neu installieren. Mein Fazit ganz klar: Jeder sollte so einen Raspberry Pi haben und lernen, Computer besser zu verstehen.
Weiterführende Links rund um Raspberry Pi:
- Die offizielle Website
- Weitere Hintergründe in der Wikipedia
- Deutschsprachiges Wiki zu Raspberry Pi
- Deutschsprachiges Forum (im Aufbau)
- Interessenten können sich beim britischen Distributor vormerken lassen
- Getting Started Guide
- Raspberry Pi Hacks, Tricks & Tips
- Video-Tuturials
- Erlebnisbericht auf Golem.de
- Erlebnisbericht auf engadget.com
Über den Gastautor
Steffen Voß ist Web-Fuchs, Vorsitzender des Vereins für Neue Medien Kiel e.V, Orga beim Kieler WebMontag und dem Kieler BarCamp, bloggt unter kaffeeringe.de und arbeitet als Online-/Social-Media-Referent bei der SPD Schleswig-Holstein.




































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13. Juli 2012 um 11:29
Ich hab mir auch einen Raspberry Pi bestellt mit der absicht ihn als Home- und Downloadserver zu nutzen.
In erster Lienie habe ich vor Musik und Filme auf verschiedene Geräte zu streamen und mir mit Owncloud ein Pendant zu Dropbox zu erschaffen.
Könnte der Autor evtl. noch erklären warum genau der Raspberry Pi als Server nicht zu gebrauchen ist?
13. Juli 2012 um 11:56
@Bombie: Sowohl Apache als auch Lighttp waren bei mir sehr langsam. Damit will man nicht arbeiten. Vielleicht entwickelt jemand ja einen nativen remoteStorage Client. Dann könnte es gehen. So ganz langsam ist der Raspi ja nicht – Videos laufen ja auch flott.
Ich denke, dass vor allem die nur 256MB RAM limitierender Faktor sind.
13. Juli 2012 um 12:24
Hallo,
ggf. könnten die Links ja noch um das deutschsprachige RaspBerryForum.de ergänzt werden ? :)
Gruß Demo
13. Juli 2012 um 15:28
Ist ergänzt. Ich habe mal den Hinweis “(im Aufbau)” dazugeschrieben, da ja noch wenig Einträge vorhanden sind. Aber vielleicht gibt es ja einen kleinen Anschub :)
13. Juli 2012 um 13:39
Hallo,
ich habe jetzt seit längeren mein Raspi dastehen und benutze es täglich als Server. Ich kann den Autor also nicht ganz zustimmen. Die Einschränkungen bestehen auf jedenfall darin das man den privaten Apache2 optimieren muss, nicht benötigte Module entfernen und die configurationsfile auf ein Minimum setzen. Somit verbraucht der Apache2 nur 10% des benötigten RAMs, die CPU-Last steigt natürlich mit jeden Zugriff auf 100%. Aber für kleinere!! Seiten mit PHP und Datenbankzugriffen reicht dies aus. Ein Mediawiki das ich getestet habe lief eigentlich garnicht dafür aber die PostgreSQL Datenbank, welches mein privater Datenbankserver ist. Alles in einem für die jenigen die mehr Rechner zuhause haben kann das Raspi eine gute Zentralisierungslösung sein.
13. Juli 2012 um 22:07
Möchte mir eine Wetterstation daraus bauen. Anschlussmöglichkeiten für Sensoren sind ja gegeben. Die Daten sollen dann von überall über ein Web-Interface abrufbar sein.
Bin da sehr optimistisch einen Apache2 Webserver darauf performant laufen zu lassen :-)
Grafische BenutzerOberfläche und sonstige nutzlose Dienste für eine Wetterstation werden deaktiviert oder komplett deinstalliert, somit bleiben noch genug Ressourcen frei für andere dinge.
lg
ZENwater
14. Juli 2012 um 12:13
hi,
ich bin heut morgen über diesen artikel gestolpert und finde den ansatz “mit dem Raspberry Pi zu experimentieren, denn er ist ein Zusatzrechner, von dem nichts abhängt.” sehr interessant. stutzig wurde ich bei der beschreibung der leistungsfähigkeit (im zusammenhang mit der ram-bestückung). wenn schon, dann sollte dieser zusatzrechner, auch einiges leisten können. und siehe da, für performancehungrige, gibt es ein ähnliches projekt:
http://heise.de/newsticke…ozessor-1640957.html
greetz
16. Juli 2012 um 14:15
Mein Pi ist vor zwei Wochen gekommen. Bisher nutze ich ihn lediglich als DHCP und DNS-Server, das geht aber gut. In Zukunft will ich auf jeden Fall noch die Funktionalität als Mailserver/Groupwareserver testen. Angeblich soll Zarafa mit wenigen Usern vernünftig laufen.
21. Juli 2012 um 20:41
Ich habe meinen Raspi jetzt seit einer Woche und Openelec als Mediencenter laufen. Kurzes Fazit: HAMMER!
Für den Preis hat man hier einen Mediaplayer, der bei mir sofort an meinen Fernsehern funktionierte und so ziemlich jede Datei anzeigen konnte, die ich ihm zufressen gab. Einzig mit einer extrem hochbittigen mkv datei hatte er Probleme (Stocken). Aber das war eine Datei von 100.
Und selbst da bin ich noch hoffnungsfroh, da openelec recht zügig vorangetrieben wird.
30. Juli 2012 um 15:07
http://youtube.com/watch?…ture=player_embedded – gerade entdeckt!