The Iris Camera Designkonzept:
Kamerabedienung so einfach wie Blinzeln

Wer meint, beim Thema “Fotoapparat” gebe es nach all den Jahren nichts Wesentliches mehr zu erfinden, sollte sich einmal das Konzept “The Iris Camera” der Designerin Mimi Zou anschauen. Bei ihr wird die Kamera praktisch zu einem Zubehör für die Augen.

Mimi Zou mit ihrem Designkonzept "Iris Camera".

Mimi Zou mit ihrem Designkonzept "Iris Camera".

Digitalkameras können heute zwar schon in den günstigen Modellen viel, aber bei all dem Blick auf die Features wird ein Punkt für Innovation von den Herstellern oft übersehen: die Bedienung. Da werden ungezählte Knöpfe, Wippen und Rädchen übers Gehäuse verteilt und dazu noch Touchscreens eingebaut. Schier endlos lange Optionsmenüs kommen hinzu. Und am Ende stellen die meisten dann doch auf Automatik und knipsen los.

Was aber wäre, wenn eine Kamera erkennen würde, was man fotografieren will, wann und wie? Die Designerin Mimi Zou hat dazu “The Iris Camera” entworfen, die zunächst aussieht wie ein schickes Wechselobjektiv. Knöpfe findet man darauf keine, denn die Bedienung erfolgt allein mit den eigenen Augen – so jedenfalls ihre Idee. Im folgenden Video sieht man, wie sie sich die Bedienung vorstellt, sollte es jemals umgesetzt werden.

The Iris Camera
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Man sieht in dem Film, dass die Iris Camera beispielsweise Gebäude und Personen selbstständig erkennen und zuordnen kann. Das ist technisch nicht so weit hergeholt. Man denke hier an die Kombination von Technologien wie Gesichtserkennenung, sowie GPS und Google Goggles. In Wirklichkeit würde das wohl alles nicht so schnell und nahtlos funktionieren, aber die Funktion an sich ist denkbar und natürlich sehr praktisch.

Was man als Nutzer selbst einstellen und auswählen kann, macht man bei der Iris Camera allein mit seinen Augen. Dadurch, dass man auf bestimmte Stellen schaut, die Augen weitet oder verengt oder auch einfach blinzelt, bestimmt man den Zoomfaktor, wählt Menüpunkte aus oder macht ein Foto. Derzeit ist mir keine Eye-Tracking-Technologie bekannt, die ohne weitere Zusätze so präzise funktionieren und in ein so kleines Gerät eingebaut werden könnte. Aber solche Dinge sind eher eine Frage der Zeit.

Aber ist das praxistauglich?

Eine andere Frage ist, ob die Bedienung in der Praxis so leicht und locker wäre, wie sie im Film aussieht. Schließlich blinzelt man nicht nur absichtlich, weil man gerade einen Menüpunkt auswählen oder ein Foto machen will. Update: Hier teilte mir die Designerin Mimi Zou mit, dass Funktionen nur durch doppeltes Blinzeln ausgelöst werden.

Interessant ist an dem Konzept jedenfalls: Es geht einen ganz anderen Weg als bisher. Man sieht, dass man auch einmal größer denken kann, als lediglich Knöpfe, Wippen und Rädchen immer wieder neu über immer wieder leicht veränderte Gehäuse zu verteilen…

Gefunden bei Yanko Design.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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7 Kommentare

  1. Finde ich Toll. Wäre doch nett so eine “keine” Kamera mit einer extrem leichten Bedienung. Wie das ganze umzusetzen wäre ist natürlich fraglich und ob es im Endeffekt auch so funktioniert wie es soll aber die Idee ist einfach klasse.

  2. Wo schließe ich den Blitz an? und wie lege ich die “Kamera” hin ohne, dass sie weg rollt, auf dem Display oder Linse liegt? und nein, ein Ständer ist unpraktisch, den trage ich nicht überall mit hin!

  3. dann doch lieber die Kamera die einfach alles aufnimmt , man aber hinterher den Schärfebereich noch festlegen kann, da hattet ihr mal was vorgestellt…

  4. Ich finde die Grundidee super, Auslösen per Blinzeln.
    Über die Feinheiten von Fokuspunkt, tiefenschärfe und Zoom kann man diskutieren, aber allein das Auslösen per Blinzeln würde es richtig genial machen.
    Man stelle sich das auf dem Handy vor, das dürfte schon heute spielend zu machen sein, durch die Frontkamera softwareseitig erkennen lassen das geblinzelt wird und dadurch ein Foto zu schießen. Ich find es gut :-)

  5. Tja, ich liebe diese Idee, die ist wirklich toll.

    Blöd aber: Was, wenn ich mich mit meinen Feunden selbst fotografieren will – und das noch bei Nacht? Ich schätze mal die Hälfte der aktuell online rumfliegenden Amateurfotos sind die berüchtigten Party-Pics: Schlecht-/unterbelichtete Schnappschussaufnahmen – auf die Leute selbst gerichtet!

    Zusätzlich sehe ich ein sehr großes Problem, auf das heute niemand mehr verzichten will: Den Screen auf der Rückseite der Kamera. Wo kann ich mir mit der IRIS CAMERA die Fotos ansehen OHNE Computer?

    Also wirklich markttauglich ist das Ding nicht, aber eine schöne Idee allemal. Vielleicht wird das aber „the next big thing“? Who knows …

  6. Nachtrag zum Thema Blinzeln: Die Designerin hat mir gegenüber noch mitgeteilt, dass Funktionen nur durch doppeltes Blinzeln ausgelöst werden sollen. Das verhindere dann Fehlbedienungen.

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