Olympus MEG4.0:
Olympus zeigt Konkurrenten für Google Glass

Wer das kryptisch benannte Gerät Olympus MEG4.0 an seiner Brille befestigt, kann sich ähnlich wie bei der geplanten Augmented-Reality-Brille Google Glass Inhalte von seinem Handy ins Sichtfeld einblenden lassen. Olympus aber hat Googles Konzept nicht etwa geklaut. Als ihre Forschung begann, waren die Google-Gründer nicht einmal Studenten.

Olympus MEG4.0 Head Mounted Display

Olympus MEG4.0 Head Mounted Display

Mit den Video-, Internet- und Augmented-Reality-Brillen ist es vielleicht so wie mit den Tablet-PCs: Die Idee gibt es schon lange, Firmen haben auch schon diverse Modelle vorgestellt, aber der Durchbruch steht noch aus. Die Frage ist: Wer bringt zum richtigen Zeitpunkt das richtige Produkt auf den Markt?

Olympus forscht schon seit vielen Jahren an solchen Brillen. Dieses Patent beispielsweise stammt von 1992. Und schaut man sich ein bisschen um, entdeckt man u.a. diesen Bericht von Engadget aus dem Jahr 2005. Da heißt es am Ende des Artikels so schön: “Und sagt uns dann bitte in ein paar Jahren bescheid, wenn das alles kleiner und kabellos ist.”

2008 hatte Olympus dann Mobile Eye-Track vorgestellt und zugleich angekündigt: 2012 soll das in Produktion gehen. Und passend dazu wird nun MEG4.0 gezeigt.

Google Glass
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UPDATE: Wir haben inzwischen einen Überblick zu Augmented-Reality-Brillen für euch zusammengestellt.

Im Gegensatz zum Konzept Google Glass braucht das MEG4.0 Display eine Brille oder sonstige Halterung. Immerhin ist es, wie vom Engadget-Autor 2005 gewünscht, inzwischen kabellos. Es verbindet sich per Bluetooth 2.1 mit einem Handy oder Tablet. Mit 30 g Gewicht ist auch dieser Punkt gegenüber früher spürbar verbessert.

An einigen Eckdaten hapert es aber doch noch, zum Beispiel beim leidigen Thema Akkulaufzeit. Ist das MEG4.0 im Dauerbetrieb, hält es laut Olympus zwei Stunden durch. Es gibt aber einen Stromsparmodus: Dann schaltet sich das MEG4.0 alle drei Minuten für 15 Sekunden ein. So soll es dann acht Stunden durchhalten. Wie sinnvoll und praktikabel das ist, steht auf einem anderen Blatt.

Der Nutzer bekommt dann ein Display mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixel ins Sichtfeld eingeblendet. Und die Brille hat offenbar auch einen Bewegungssensor integriert, mit dem sich Funktionen steuern lassen.

Sehr viel mehr Daten und Fakten sind leider noch nicht bekannt. Olympus macht zum Beispiel weder Angaben zum Liefertermin noch zum Preis.

Insofern bleibt man nur mit der einen, ganz grundsätzlichen Frage zurück: Will man so etwas wirklich haben? Und um sich darüber klar zu werden, ist offenbar noch Zeit. Google Glass jedenfalls wird für 2014 in einer marktreifen Version erwartet. Man darf gespannt sein, was bis dahin von der ursprünglichen Vision bleibt – und welche weiteren Konkurrenten wir bis dahin sehen.

Gefunden bei Akihabara News.

UPDATE: Wir haben inzwischen einen Überblick zu Augmented-Reality-Brillen für euch zusammengestellt.

 

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2 Kommentare

  1. wow, auch Olympus entwickelt ein ähnliches System wie goolge glass. Nicht schlecht, dachte schon, dass google erstmal alleiniger Marktbeleger in diesem Bereich sein wird. Meiner Meinung nach macht Olympus ein großer Schritt in die Zukunft. Denn die Brille wird sich bestimmt als Renner durchsetzten.

  2. Schön, dass auch Olympus an einer Version arbeitet, Konkurenz belebt das Geschäft. Schade daran ist, dass sie auch nur eine einseitige Lösung präferieren.
    Eine Lösung für nur ein Auge ist aus mehreren Günden schlecht:

    1) Wir sehen mit 2 Augen und dabei immer mit einem Auge stärker, beide Augen wechseln sich bei der Übernahme der Hauptlast über den Tag mehrfach ab. Mit einem einseitigen EMD (Eyeglass-Mounted-Display) zwingen wir ein Auge dauerhaft die Hauptlast auf. Ob das so gesund ist?

    2) Wenn man mit einem Auge etwas anderes sieht, als mit dem anderen Auge ist das anstrengend und lenkt extremst von der Umgebung ab. Wer möchte, kann einfach mal durch eine Kameralinse schaun und versuchen mit dem anderen Auge bewußt die Umgebung im Blick zu behalten (nach 30 Minuten hilft nur noch Asperin).

    3) bedingt durch 2) verläuft ein Umschalten der Sicht vom Display auf die Umgebung sehr langsam ab. Mit einer Reaktionszeit von 3 Sekunden muß absolut gerechnet werden.

    Ein beidseitiges EMD erleichtert es dem Gehirn deutlich. Noch besser ist ein Display, welches ins Brillenglas integriert ist und damit die Informationen real in die Umgebung blendet, egal wohin man schaut. Dann entscheidet nur noch das Gehirn, ob es der virtuellen oder realen Ansicht den Vorzug geben möchte.

    Technisch läßt sich eine beidseitige und durchsichtige Datenbrille schon seit Jahren realisieren, warum setzt es niemand für den Massenmarkt um?

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