Ouya:
Android-Spielkonsole für 99 US-Dollar

Eine Spielkonsole, die auf Googles mobilem Betriebssystem Android basiert? Warum nicht? Das dachten sich wohl einige Branchenveteranen, die sich für ein solches Gerät mit dem Namen Ouya zusammenschlossen.

Konzeptentwurf oder finales Design? Noch unklar.Bisher ist die Spielkonsole Ouya eigentlich kaum mehr als ein Gerücht, doch es gibt bereits einige Details, die durchaus Interesse wecken. An der Konsole werkeln derzeit bekannte Persönlichkeiten unter anderem aus der Unterhaltungsindustrie. Der ehemalige Xbox-Chef Ed Fries, die IGN-Mitbegründerin Julie Uhrman, Amol Sarva von Peek, Peter Pharm von Color und der an Amazons Kindle beteiligte Muffi Ghadiali steuern ihr Wissen bei. Das Design stammt wiederum von Yves Behar, der mit seinem Projekt „One Laptop Per Child“ vor geraumer Zeit für Aufsehen sorgte. Sie alle haben die Vision, Ouya für 99 Dollar in den Handel zu bringen.

Geboten werden soll für diesen schmalen Preis eine vollwertige Spielekiste, die an einen Fernseher angeschlossen wird. Der Clou: Käufer erhalten zugleich eine vollkommen offene Hard- und Software, sozusagen gibt’s ein Entwickler-Kit gratis dazu. Von einem „built to be hacked“ ist die Rede, sodass Unternehmen beliebig und ohne Lizenzkosten Software realisieren sowie individuelle Controller anbieten dürfen.

Ferner heißt es, dass Ouya komplett auf kostenlose Spiele setzt. Das wirft zwangsläufig die Frage auf, wie sich das für alle Beteiligten rechnen soll. Denkbar wären hier Abo-Modelle oder wahrscheinlicher In-App-Käufe für Konsumenten.

Wie sinnvoll und erfolgversprechend ist Ouya?

Typische Android-Spiele eben? Die dort gezeigten sind teils für Tegra 3 von Nvidia optimiert.Und es stellt sich die weitere Frage: Ist eine Spielkonsole wie Ouya sinnvoll? Mit diversen Google-TV-Geräten, die dieses Jahr auch in Europa veröffentlicht werden, soll man genauso spielen können. Und diverse HDMI-Sticks mit integriertem Mini-Computer auf Android-Basis dürften sogar für deutlich unter 100 Dollar in absehbarer Zeit auf den Markt spülen. Die meisten aktuellen Smartphones und Tablets besitzen längst HDMI-Anschlüsse zur Verbindung mit einem HDTV – und dank Bluetooth sowie USB kann man sogar Joypads und dergleichen anschließen. Von Streamingdiensten wie Gaikai und OnLive, die aktuelle Spiele sogar auf SmartTV-Geräte bringen können, ganz zu schweigen. Wobei genau diese Cloudgaming-Anbieter durchaus für Ouya prädestiniert wären.

Andererseits dürfte eine feste Plattform mit einheitlicher Technik, die in Anbetracht des Preises nicht überragend sein könnte, in jedem Fall von Vorteil sein – für Entwickler und auch Spieler, die sich nicht mit Kompatibilität und Fragmentierung des Betriebssystems herumschlagen müssten.

Trotzdem: Eine offizielle Ankündigung steht noch aus, über die Hardwareangaben kann nur spekuliert werden (Tegra 3?) und ein Releasezeitraum steht auch noch nicht fest. Bleibt nur zu hoffen, dass Ouya nicht nur die Spinnerei einiger Designer war…

Gefunden bei The Verge.

 

Sven Wernicke

Sven Wernicke hat eine Vorliebe für verspielte Gadgets, kunterbunte LEDs und Technik, die unterhalten möchte.  Wenn ihm als Freiberufler noch etwas Freizeit bleibt, bastelt er an seinen eigenen Projekten wie zum Beispiel Polygamia.de.

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3 Kommentare

  1. Warum nicht. Eine Konsole zur Entwicklung/Programmierung freizugeben ist doch eine gute Idee. Die Frage wie sich das ganze rentiert wäre allerdings durchaus Interessant. Ich bin gespannt ob es diese Konsole wirklich auf den Markt schafft, wäre jedenfalls wünschenswert.

    • Klar, warum nicht? Bzgl. Finanzierung hatte ich es ja angedeutet: Ich gehe von In-App-Käufen, aber auch von Streaming-Diensten aus. Stichwort Cloudgaming. Gaikai oder OnLive wären hier geeignete Dienste. Und zumindest laut Menü könnten es auch Google TV-Elemente, also Video- und Musik- Dienste, den Weg auf die Konsole finden. Aber mal gucken…. :)

  2. Das einzige was sie vergessen haben ist das ohne wenigstens einen Standart kontroller den jeder mit der console bekommt gibts bestimmt schnell viel ärger mit der steuerung.

2 Pingbacks

  1. [...] wäre zudem eine Version für die Spielkonsole Ouya, die ebenfalls ein Kickstarter-Projekt ist. Falls Black Forest Games über 300.000 US-Dollar bei [...]

  2. [...] ist kleiner, aber höher als ein AppleTV. (Foto: Kickstarter)Als wir Ouya das erste Mal Anfang Juli vorstellten, war das Kickstarter-Projekt noch nicht einmal am Start. Kurze Zeit später begann die [...]

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