7-Zoll-Tablets im Vergleich:
Google Nexus 7 gegen Amazon, Samsung, HTC

Auf der gerade stattfindenden Entwicklerkonferenz Google I/O hat Google endlich das präsentiert, worauf die Tech-Welt bereits seit langer Zeit wartet: das Google Nexus 7. Mit diesem ersten eigenen Tablet will Google vor allem gegen das in den USA überaus populäre Kindle Fire antreten und Kunden zurückholen.

Präsentation des Google Nexus 7 auf der Google I/O.

Präsentation des Google Nexus 7 auf der Google I/O.

Auf den ersten Blick ist der Erfolg des Kindle Fire von Amazon ein guter für Android, um die Vorherrschaft des Apple iPad zu beschränken. Schaut man sich allerdings einmal das Kindle Fire genauer an, wird schnell klar, warum Google damit nicht glücklich sein kann.

Amazon hat sich bei der Entwicklung des Kindle Fire zwar des Android-Quellcodes bedient. Android steht schließlich generell für jeden offen. Amazon hat allerdings eine komplett eigene Oberfläche entwickelt, die statt Googles Play Store auf Amazons eigene Angebote setzt. Somit hat Amazon Google komplett ausgeschlossen, wenn es um digitale Inhalte geht, an denen Google bei jedem Verkauf (Apps, Bücher, Musik, Filme) mitverdient. Amazon geht dabei im Prinzip wie Apple vor, denn beim Kindle Fire wurde ein geschlossenes Ökosystem geschaffen. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn man sich als Kunde dessen bewusst ist. Gerade Nutzer mit wenig Erfahrung sind in diesen Ökosystemen bestens aufgehoben und finden sich wesentlich schneller zurecht.

Präsentation des Google Nexus 7 Tablet
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Nexus 7 nur teilweise Antwort aufs Kindle Fire

Da Amazon sich nach außen abschottet und Google komplett außen vor gelassen hat, benötigt der Suchmaschinengigant ein eigenes Gerät, das es mit dem Kindle Fire aufnehmen kann. Das ist eine zugegeben nicht ganz einfache Angelegenheit. Amazon verkauft sein Tablet für gerade einmal 199 US-Dollar, die allerdings durch den Verkauf von digitalen Medien sicher aufgestockt werden, so dass es sich am Ende für Amazon möglicherweise lohnt. Bei Google sieht es etwas schwieriger aus, denn viele Dienste für Android sind noch nicht so weit wie bei Amazon. Das fällt besonders in Ländern wie Deutschland, Österreich oder der Schweiz auf. Während US-Amerikaner über Google neben Apps auch Bücher, Filme und Musik kaufen können, müssen sich Deutsche und andere Europäer auf Apps und seit neuestem Bücher beschränken.

Lange vor der Präsentation kamen immer wieder Gerüchte über ein Google Tablet auf. Am Montag hatte Gizmodo Australien einige finale Informationen gepostet, die sich im Nachhinein als richtig herausgestellt haben. Google geht in die Offensive und bringt ein eigenes 7 Zoll großes Tablet auf den Markt. Vorerst aber nur in den USA, Kanada, Großbritannien und Australien. Weitere Länder würden aber bald folgen, hieß es in der Präsentation.

Nexus 7 im Vergleich mit der direkten Konkurrenz

Eckdaten des Nexus 7, die Google bei der Präsentation besonders hervorgehoben hat.

Eckdaten des Nexus 7, die Google bei der Präsentation besonders hervorgehoben hat.

Da wir das neue Gerät ebenso wie Amazons Kindle Fire noch nicht in der Hand halten können bleiben uns vorerst nur die harten Fakten, die miteinander verglichen werden wollen. In diesem Vergleich findet sich neben dem Hauptkonkurrenten Kindle Fire noch das Samsung Galaxy Tab 2 7.0 sowie das bereits ein Jahr alte HTC Flyer.

Sieht man sich die technischen Daten einmal an, so fällt schnell auf, dass das Google Nexus 7 die größte Auflösung besitzt. HTC Flyer, Samsung Galaxy Tab 2 7.0 und Kindle Fire haben eine Auflösung von 1.024 x 600 Pixel. Das Nexus kann hier mit 1.280 x 800 Pixel aufwarten. Es ist auch das leichteste Tablet von allen. 340 Gramm wiegt es. Das Galaxy Tab bringt 345 Gramm auf die Waage, Kindle Fire 413 Gramm. Am schwersten wiegt das HTC Flyer. Gerade wenn man ein Tablet mit einer Hand hält, machen sich schon ein paar Gramm zu viel schnell bemerkbar. Verbaut wird im Nexus 7 Nvidias Tegra-3-Plattform mit vier Kernen für die CPU und 12 Kernen bei der Grafik. Das soll einiges an Spielepower bringen, was bei der Vorstellung auch anhand zweier Beispiele gezeigt wurde.

Google hat als einziger im Vergleichsfeld seinem Tablet keine Kamera auf der Rückseite spendiert. Immer wieder wird dieser Punkt bei anderen Tablets erwähnt. Bei den teilweise schlechten Auflösungen der verbauten Kameras ist ihr Sinn allerdings generell beschränkt. Google hat es erst gar nicht mit einem Kompromiss versucht und nicht etwa eine günstige, aber dafür minderwertige Kamera auf der Rückseite verbaut, sondern es gleich gelassen. In persönlichen Tests konnten die Kameras des Galaxy Tab und des Flyers bei mir kaum punkten. Vielmehr sind diese Kameras eher für Schnappschüsse bei guten Lichtverhältnissen geeignet. Bereits in der Dämmerung sinkt die Qualität sichtbar.

Beim internen Speicher kann hier ganz klar das HTC Flyer punkten. Es wird mit 32 GB internen Speicher verkauft. Das Kindle Fire bekommt der Käufer ausschließlich mit 8 GB Speicher, wovon ca. 6 GB dem Nutzer zur Verfügung stehen. Googles Nexus 7 hingegen wird mit 8 oder 16 GB zu haben sein. Google möchte seine Nutzer zum Google Play Store bewegen. Music und Videos, sowie TV-Serien werden aus dem Play Store gestreamt und benötigen hauptsächlich eine schnelle Internetverbindung.

Das Nexus 7 wird als erstes Gerät mit Android 4.1 Jelly Bean versorgt und ist somit auf dem neuesten Stand. Google gibt an, dass das Nexus 7 bei HD-Videos 9 Stunden durchhalten soll. Da Google zum Akku keine weiteren Informationen lieferte, kann man über den Akku nur Vermutungen anstellen. Durch den Kostendruck kann man von einem 4.000 mAh-Akku ausgehen, so wie er auch bei der Konkurrenz zu finden ist.

Play Store spielt zentrale Rolle

Natürlich wurde auch betont, wie perfekt sich das Nexus 7 für all die vielen bekannten Google-Dienste eignet.

Natürlich wurde auch betont, wie perfekt sich das Nexus 7 für all die vielen bekannten Google-Dienste eignet.

Bei der Präsentation wurden immer wieder die Media-Inhalte aus dem Google Play Store betont. Das ist sicherlich eine direkte Ansage an Amazon gewesen. In den USA kann man in den nächsten Monaten einen heißen Kampf zwischen Amazon und Google erwarten. Denn Google bietet (hauptsächlich in den USA) einen Google Play Store, der neben Apps, auch Musik, Bücher, Filme und nun auch Zeitschriften anbieten wird. Zudem hat Google einen weiteren Trumpf in der Hand: Das gesamte Google-Ökosystem steht zur Verfügung, inklusive Suche und Maps.

Auf der Keynote wurde auch das Nexus Q vorgestellt. Das ist eine Art digitale Jukebox, mit der man Medieninhalte aus dem Google Play Store mit der heimischen Anlage oder dem TV nutzen kann. Hier wird das Nexus 7 eine gewisse Rolle spielen. Es wird ziemlich einfach sein, Inhalte mit dem Tablet und dem eigenen Account über das Nexus Q auf die heimische Anlage zu bringen. Wird ein Musikstück auf dem Nexus 7 ausgewählt, kann man es an das Nexus Q schicken, um die Musik über die eigenen angeschlossenen Boxen zu hören. Das funktioniert auch mit Filmen. Mehr über die “Streaming-Kugel” Nexus Q in diesem Artikel hier auf neuerdings.com.

Preise, Verfügbarkeit, Fazit

Das Nexus 7 wird ab Mitte Juli in den USA, Kanada, Großbritannien und Australien verfügbar sein. Wann genau es zu uns nach Deutschland, Österreich oder die Schweiz kommen wird ist derzeit noch offen. Es darf aber davon ausgegangen werden, dass Google versuchen wird, das Weihnachtsgeschäft in so vielen Ländern wie möglich mitzunehmen. Die deutschsprachigen Länder verfügen über eine interessante und sehr große Käuferschaft, die das Nexus durchaus gebrauchen kann.

In den USA soll das Nexus 7 für 199 US-Dollar angeboten werden. Somit wirft Google auch an dieser Stelle Amazon den Fehde-Handschuh hin. Das HTC Flyer kann da beispielsweise nicht mithalten: Es ist zwar ein durchweg gutes Tablet und toll verarbeitet, doch die aktuell ca. 365 Euro sind mittlerweile viel zu hoch für ein modernes 7-Zoll-Tablet.

Einziger ernstzunehmender Konkurrent ist somit das Kindle Fire. Das Nexus 7 hat derzeit aus meiner Sicht die Nase vorne. Die modernere Hardware, die Auflösung des Displays, das Gewicht und die Angebote des Google Play Store machen es in diesem kleinen Vergleich zum besten 7-Zoll-Tablet. Spannend wird sein, was Amazon mit seinem in der Gerüchteküche aufgetauchten Kindle Fire 2 anstellen wird.

Weitere Informationen auch hier auf der offiziellen Website zum Nexus 7…

 

6 Kommentare

  1. Und nicht zu vergessen: Schnelle Updates, Chrome und 4.1 :D

  2. Tablets im Vergleich? Wow. Außer pixelanzahl und Gewicht wird sonst nicht viel verglichen. Mal wieder bestes Beispiel für Etikettenschwindel. Lange nicht mehr so was armseliges gelesen.
    Welche CPU haben die anderen Geräte? Wie viel Speicher? Welche Akkulaufzeit? Welches OS? Wo bleibt das iPad? Welchen Preis?
    Einfach nur schlecht.

  3. @Steffen: Im Artikel wurden wichtigere Fakten miteinander verglichen als Pixel und Megahertz, z. B. ob wo und wie ich Inhalte kaufen und verwenden kann. Zwar könnten auch hier die Infos tiefer gehen (welche Bücher, Videos kann man zu welchem Preis kaufen, mieten, ausleihen…). Der Kampf entscheidet sich ja wohl eher über die Inhalte (auch Apps), als über die Pixel oder Prozessorkerne…

  4. Also mir ist es schon sehr wichtig was das Tab an sich unter der Haube hat im Vergleich zu den anderen Tabs. Bei meinen Kaufkriterien fallen die genannten fehlenden Fakten schon ins Gewicht was meine Kaufentscheidung durchaus beeinflusst.

  5. Nein, es ist nicht wichtig was es am Mhz und ähnlichem hat, nur, ob und wie es im täglichen Gebrauch nutzbar ist, wie die User expirience ist, was es kostet, etc.

  6. Ich spiele nicht mit dem Tablet, für mich ist die Geschwindigkeit und Auflösung relativ unwichtig. Ich nutze ein Tablet zum schnellen recherchieren, Auskünfte einholen, Nachrichten und ein paar Filmchen. Für mich passt der Artikel.
    Andere Nutzer benötigen für Ihre Anwendungen eine starke Hardware, dann ist der Artikel vielleicht nicht optimal.

6 Pingbacks

  1. [...] aus dem Google Play Store betont. Das ist sicherlich eine direkte Ansage an Amazon gewesen.» Google Nexus 7 gegen Amazon, Samsung, HTC -Nexus Q Ein etwas überraschenderes Gadget war dann Nexus Q – eine Streaming-Kugel fürs [...]

  2. [...] es wahrlich in sich. Android 4.1 inklusive smartem persönlichen Assistenten, ein eigenes Tablet mit Namen Nexus 7 (wegen des 7-Zoll-Displays) zum Kampfpreis von 199 Dollar, ein kabelloses Audiosystem unter der [...]

  3. [...] von einem der großen Google-Konkurrenten.Positive Erfahrungsberichte und große NachfrageDas Google Nexus 7, das erste Tablet des Internetgiganten unter eigener Marke, soll dies ändern. Und deutet man die [...]

  4. [...] eines Herstellers und ist zu einem schlanken Preis (vermutlich um 199 Euro ab Herbst) erhältlich. Hier hatten wir das Nexus 7 vorgestellt. Allerdings fehlt bei diesem Gerät derzeit eine optionale Tastatur, um in der Vorlesung schnell [...]

  5. [...] anbieten kann. Ein Knackpunkt könnte die Leistungsfähigkeit sein: Wikipad, Ouya und sogar das Google Nexus 7 wollen mit Vierkern-Prozessoren punkten, die meisten aktuellen Android-Geräte verfügen außerdem [...]

  6. [...] Produktion dafür nicht gespart. Das Display weist mit 1.280 x 800 Pixel die höhere Auflösung auf als die Konkurrenz von HTC oder Samsung. Das Nexus 7 ist mit einem IPS-Display ausgestattet, die gleiche Display-Technologie, die auch bei [...]

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