Rube-Goldberg-Maschinen:
Warum einfach, wenn’s viel schöner auch kompliziert geht?

Wie kann man möglichst kompliziert ein Ei köpfen, eine Seite umblättern oder einen Luftballon zum Platzen bringen? Diese Frage stellen sich Konstrukteure sogenannter Rube-Goldberg-Maschinen. Ein aktueller Arte-TV-Beitrag zeigt einige dieser durch ihre YouTube-Videos bekanntgewordenen Bastler.

Rube-Goldberg-Selbstportrait-Maschine (Screenshot)

Rube-Goldberg-Selbstportrait-Maschine (Screenshot)

Der Ingenieur Rube Goldberg wurde nach einer kurzen Karriere als Abwasserspezialist zu einem Technikkritiker, der mit Cartoons um “Professor Lucifer Gorgonzola Butts” die Maschinen des letzten Jahrhunderts ähnlich auf die Schippe nahm wie Charlie Chaplin in seinen Filmen.

Später kamen immer mehr Bastler auf die Idee, die Schusserbahnen der Kindheit mit ihren Loopings und Viadukten zu erweitern und so Maschinen der Art zu konstruieren, wie sie in Rube Goldbergs Cartoons zu sehen waren. Dies wird heute als Rube-Goldberg-Maschine bezeichnet.

Dieses Exemplar beispielsweise erspart dem entspannten Leser das Umblättern seiner Zeitung – allerdings muss er dafür anschließend aufräumen und einiges reparieren:

Hier wiederum muss ein ganzes Fotostudio für eine Selbstauslöser-Funktion herhalten.

Diese Maschine mit zahlreichen “Domino-Effekten” war dagegen das Dankeschön eines 14-Jährigen für einen iPod.

Eine schöne Sammlung solcher Videos hat der Schockwellenreiter über die Jahre gesammelt und natürlich auch das Kugelbahn-Blog, das ja schon vom Namen her an die Schusserbahnen erinnert.

Doch nun hat sich auch die Sendung “Tracks” in Arte TV des Themas angenommen und zeigt unter anderem, wie der Zeitungs-Umblätterer konstruiert wurde, wieso der Hamster darin eine wichtige Rolle spielt und wie die Erbauer ihrer Geräte alljährlich zu einem Wettbewerb antreten. Wegen deutscher Eigentümelei leider nur bis Ende dieser Woche anzusehen (die Franzosen werden nicht so gegängelt) – von Minute 6.30 bis Minute 21.20. Sehenswert!

Ebenso wie “Laura“, die Maschine, die dieses Jahr den Wettbewerb gewann und dabei immerhin 300 Schritte (und vier Kulissen) benötigt, um schließlich – dies war die gestellte Aufgabe – einen Luftballon aufzublasen und anschließend platzen zu lassen:

 

2 Kommentare

  1. Jetzt weiss ich auch, wofür ein MacBook gut ist. :)

  2. Genial! Beim Goldhamster musste ich lachen. Ansonsten ein toller Mechanismus. Nur: Den für die nächste Seite wieder auf 0 zu setzen, braucht das Hundertfache an Zeit, als die Seite einfach selbst umzuschlagen.
    Trotzdem ausbaufähig. Ich rechne mit einer Marktreife in ein bis zwanzig Jahren. :-)

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