Google I/O Vorschau:
Nexus Tablet, Android Jelly Bean und mehr [UPDATE]

Am Mittwoch, 27. Juni 2012, startet die diesjährige Entwicklerkonferenz Google I/O in San Francisco und in der Gerüchteküche brodelt es. Vor allem das Google Nexus Tablet und ein Blick auf die nächste Android-Version namens “Jelly Bean” gelten als heiße Kandidaten.

Ein Countdown zählt auf der offiziellen Website zum Beginn der Entwicklerkonferenz Google I/O herunter.

Ein Countdown zählt auf der offiziellen Website zum Beginn der Entwicklerkonferenz Google I/O herunter.

Seit 2008 findet die Google I/O statt und diesmal dauert sie drei statt wie bisher zwei Tage. Das deutet schon an: Google hat den Entwicklern einiges zu zeigen und zu erklären. Zu erwarten ist, dass Google auch diesmal die Keynotes nutzt, um neue Projekte und Produkte anzukündigen und vorzustellen. In diesem Rahmen wurde beispielsweise 2010 erstmals Google TV gezeigt. Im Vorjahr ging es unter anderem um das derzeit aktuelle Android “Ice Cream Sandwich”.

Sowohl die allgemeine Agenda als auch der Sessionplan sind inzwischen auf der Website veröffentlicht. Aber beide lassen genug Platz für Spekulationen, denn natürlich verrät auch Google nicht alles im Vorfeld einer solchen Konferenz. Was also ist zu erwarten?

Nexus 7, das Google Tablet

Ein Tablet unter Googles "Nexus"-Label wird erwartet, hergestellt von Asus.

Ein Tablet unter Googles "Nexus"-Label wird erwartet, hergestellt von Asus.

Spätestens seitdem der damalige Google-CEO Eric Schmidt im Dezember 2011 ein eigenes Tablet “innerhalb der nächsten sechs Monate” angekündigt hat, kochen die Spekulationen hoch. Inzwischen häufen sich die Indizien dafür, dass es ein 7-Zoll-Gerät sein wird und dass es von Asus kommt. Die Google I/O wäre die perfekte Bühne für eine solche Produktvorstellung und passt auch bestens in den von Schmidt genannten Zeitrahmen.

Es ist also sehr wahrscheinlich, dass wir in dieser Woche das Tablet sehen, das die Gerüchteküche “Nexus 7″ getauft hat. Ob es wirklich ein iPad-Konkurrent wird oder sich eher gegen das ebenfalls 7 Zoll große Amazon Kindle Fire richtet, wird man erst dann beurteilen können. Immerhin hatte sich Amazon das von Google geförderte Android gegriffen, alles von Google rausgeworfen und in ein Amazon-Android umgewandelt. So mancher Marktforscher sieht das Kindle Fire gar als Android-Tablet-Killer. Mit dem Nexus-Tablet könnte Google darauf antworten.

UPDATE: Gizmodo Australia hat nach eigenen Angaben schon die Eckdaten des Nexus 7 parat. Demnach wird es tatsächlich ein 7-Zoll-Gerät und tatsächlich Nexus 7 heißen. Es ist von zwei Modellen die Rede: 8 GB Festspeicher für 199 US-Dollar und 16 GB Festspeicher für 299 US-Dollar. Im Innern arbeitet ein 1,3-GHz-Prozessor (Tegra 3). Die Displayauflösung soll bei 1.280 x 800 Pixel liegen.

Wer mehr darüber lesen möchte, wie dem iPad in diesem Jahr von mehreren Seiten zu Leibe gerückt wird: In diesem Artikel hatten wir die Situation auf dem Tabletmarkt beleuchtet – inklusive Android, iPad, Kindle Fire und Microsoft Surface.

Android “Jelly Bean”

Jelly Beans sind Namensgeber für die nächste Android-Version. Foto: hermzz, flickr.com. Lizenz: CC BY-SA 2.0.

Jelly Beans sind Namensgeber für die nächste Android-Version. Foto: hermzz, flickr.com. Lizenz: CC BY-SA 2.0.

Ähnlich wie beim Nexus 7, wäre auch für das kommende Android “Jelly Bean” die Google I/O sowohl vom Zeitpunkt als auch vom Ort her perfekt. Die meisten Beobachter halten es für sehr wahrscheinlich, dass Google einen Ausblick auf die nächste Version gibt. Aber es gibt keinerlei handfeste Gerüchte darüber, welche Neuerungen darin zu finden sind. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht einmal klar, ob es einen kleinen oder großen Versionssprung macht.

Anzunehmen ist aber, dass das Nexus 7 Tablet auf Android “Jelly Bean” laufen wird.

Die Konkurrenz von Apple und Micrsoft hat den Kunden und Entwicklern in den letzten Wochen bereits einen Ausblick auf iOS 6 und Windows Phone 8 gegeben. Man darf gespannt sein, was Google präsentiert.

Google Assistant, Project Majel

Majel Barrett-Roddenberry, Stimme des Computers in Star Trek, ist Namensgeberin für Googles Siri-Konkurrenten. Wenn Project Majel auf den Markt kommt, soll es aber Google Assistant heißen.

Majel Barrett-Roddenberry, Stimme des Computers in Star Trek, ist Namensgeberin für Googles Siri-Konkurrenten. Wenn Project Majel auf den Markt kommt, soll es aber Google Assistant heißen.

Für Siri hat Apple viel Aufmerksamkeit bekommen und Google lässt das aus einem einfachen Grund nicht kalt: Siri ist die Vorhut neuer Dienste, die eine ernste Konkurrenz zu Googles Suche werden können. Denn Siri ist am Ende nichts anderes als ein sprachgetriebenes Frontend für diverse Suchindizes. Woher die Ergebnisse am Ende kommen, ist für den Nutzer gar nicht unbedingt ersichtlich, auf jeden Fall aber kaum relevant. Und via Siri lassen sich Fragen klären, die man sonst Google gestellt hätte.

Mit dem Google Assistant will das Unternehmen dem nun eine eigene Lösung entgegensetzen. Es geistert auch als “Project Majel” durch die Newslandschaft, wobei sich der Name auf Majel Barrett-Roddenberry bezieht, die dem Computer in “Star Trek” ihre Stimme geliehen hat.

Interessanterweise passt der kürzlich vorgestellte Google Knowledge Graph gut zu diesem Vorhaben, denn er bereitet Teile von Googles Suchindex semantisch auf. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um zu einer Frage eine direkt passende Antwort zu liefern – und eben nicht bloß eine Liste mit Links. Google kann zudem schon lange Währungen umrechnen, mathematische Gleichungen lösen und einiges mehr. Das alles mit einem Sprach-Interface zu verbinden wäre ein Werkzeug, das Siri in den Schatten stellen könnte.

Wie dieser Artikel auf androidpolice.com ausführlich darstellt, gibt es noch viele weitere Bausteine, die in eine Richtung deuten: Bei Google träumt man davon, so etwas wie den Computer in Star Trek Wirklichkeit werden zu lassen.

Laut der in dem Artikel aufgeführten Gerüchte soll der Google Assistant von Beginn an als Dienst für Entwickler zu Verfügung stehen, so dass sie ihn für ihre Apps nutzen können. Da drängt sich die Google I/O als Plattform für die Ankündigung natürlich geradezu auf. Zwar wird der Google Assistant erst für Ende des Jahres erwartet, aber wenn gleich vom Start weg Android-Apps darauf angepasst sein sollen, bietet sich eine so rechtzeitige Ankündigung an. Zudem würde man Apples Marketingmaschine damit einiges an Dampf nehmen.

Google Games

An vielen Stellen trifft man bei Google auf Spiele, so wie hier im Chrome Web Store. Hier könnte eine übergreifende Plattform anstehen.

An vielen Stellen trifft man bei Google auf Spiele, so wie hier im Chrome Web Store. Hier könnte eine übergreifende Plattform anstehen.

Auf der Games Developers Conference 2012 hatte ein Google-Manager angekündigt, in einem Jahr werde man nicht mehr über Games auf Google+, im Web Store oder als Android-App getrennt sprechen, sondern über “Google Games” als Ganzes. Ob Google nun alle denkbaren Plattformen unter einem solchen Dach zusammenfassen will und wie das geschehen soll, ist dabei vollkommen offen.

Ein weiteres Gerücht spricht von einem Social Network für Games von Google. Hier böte sich natürlich eine Verknüpfung mit Google+ an. Oder anders betrachtet: Google+ ist sowieso der verbindende social layer. Der schon genannte Google-Manager kündigte beispielsweise an, Google werde Funktionen wie Videochat per “Hangout” einbringen.

Mehrere Nexus Smartphones

Wie hier beim Samsung Galaxy Nexus hatte Google bislang immer mit einem Hardware-Partner zur Zeit gearbeitet.

Wie hier beim Samsung Galaxy Nexus hatte Google bislang immer mit einem Hardware-Partner zur Zeit gearbeitet.

Bereits im Mai 2012 hatte das Wall Street Journal berichtet, Google wolle noch in diesem Jahr gleich fünf Geräte unter dem Label “Nexus” herausbringen. Darunter das schon oben erwähnte Tablet und mehrere Smartphones. Bislang hatte Google solche Vorzeige-Geräte mit einem Partner zur Zeit herausgebracht, aber nicht mit mehreren parallel. Google werde diese Smartphones und Tablets dann in Eigenregie verkaufen. Auf diese Weise wolle Google mehr Kontrolle darüber erreichen, was die Kunden auf ihren Android-Handys vorfinden, die z.B. von Mobilfunkanbietern gern noch mit eigener Software und anderen Modifikationen versehen werden.

Ob Google aber die I/O nutzen wird, um diese Hardware-Offensive anzukündigen, ist vollkommen offen. Sehr wahrscheinlich ist hingegen, dass diese Geräte allesamt unter Android “Jelly Bean” laufen. Interessant wird auch zu beobachten sein, welche Rolle das zugekaufte Motorola Mobility spielt.

Und mehr…

Die Gerüchteküche ist groß und Google hat inzwischen so viele vorhandene und angekündigte Projekte, dass selbst bei einer dreitägigen Google I/O wie in diesem Jahr einfach nicht alles in eine Konferenz passen kann. Am Ende ist auch die Gefahr zu groß, dass sich zu viele Ankündigungen gegenseitig die Aufmerksamkeit wegnehmen. Insofern wird sich Google wohl einige Highlights herauspicken.

Aber wie dieser oben schon verlinkten Beitrag sehr schön auflistet: Es gibt noch viele weitere Kandidaten. Googles AR-Brille “Project Glass” könnte eine Rolle spielen. Es gibt Gerüchte über ein Soundsystem speziell für Google Music. Vom Home-Automation-Projekt “Android@Home” hat man schon lange nichts mehr gehört…

UPDATE: Google TV für Europa angekündigt

Ein “Geheminis” ist schon gelüftet: Google TV kommt nach Europa und dabei u.a. nach Deutschland. In dieser News findet ihr alle Informationen dazu.

Wir werden die Google I/O für euch selbstverständlich aufmerksam verfolgen und euch über alles auf dem Laufenden halten.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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2 Kommentare

  1. Sehr viele interessante Projekte die Google da vorstellt. Ich bleibe gespannt und bin neugierig auf dieses ganze 3Tägige Spektakel.

  2. Es wird heiß im HardwareMarkt: Google, Microsoft, Apple und all die “Alten” …

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  2. [...] Fakten werden auf dem Google I/O-Event in dieser Woche erwartet. An dem Konzept von Google TV wird sich natürlich nichts ändern: So [...]

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