Samsung Galaxy SIII im Test (3):
Eindrücke aus dem täglichen Gebrauch

Das Samsung Galaxy SIII sticht mit hoher Gigahertz-Zahl und großem Display hervor – aber wie ist es um seine Alltagstauglichkeit bestellt? Ein Praxisbericht.

Samsung Galaxy SIII (Bild: kaz)

Samsung Galaxy SIII (Bild: kaz)

In diesem letzten Teil des Samsung Galaxy SIII Tests stehen nicht nur Kamera- und Videoqualität auf dem Prüfstand, sondern vor allem die Alltagstauglichkeit. An dieser Stelle lösen wir uns nun von den technischen Daten. Das “SGSIII” markiert die Speerspitze der heutigen Technik: Der schnellste Prozessor ist hier kombiniert mit einem der größten und “schönstauflösendsten” Displays. Trotzdem fällt die Antwort auf eine simple Frage nicht leicht: Werde ich glücklich damit?

Samsung Galaxy SIII
SGSIII - Samsung legt auf die Details viel Wert (Bild: kaz)SGSIII - Aufnahme bei bewölktem Regen-Himmel, schöne Details, leichtes Rauschen (Bild: kaz)Samsung Galaxy SIII - neben dem Sony Xperia S (Bild: kaz)Samsung Galaxy SIII - neben dem Sony Xperia S (Bild: kaz)
Samsung Galaxy SIII (Bild: kaz)Samsung Galaxy SIII (Bild: kaz)Galaxy SIII

Kamera

SGSIII - Aufnahme bei bewölktem Regen-Himmel: schöne Details, leichtes Rauschen (Bild: kaz)

SGSIII - Aufnahme bei bewölktem Regen-Himmel: schöne Details, leichtes Rauschen (Bild: kaz)

Wenn es um die Kamera geht, sind nach meinem Eindruck alle hochwertigen Smartphone-Modelle mit vergleichbaren Sensoren ausgestattet. Die Qualität bei guter Beleuchtung ist ähnlich und nur die Filter und Bildverbesserungsalgorithmen machen den Unterschied. Beim S3 taucht häufig ein leichter Blaustich auf, abgesehen davon gibt es nichts an der Kamera zu bemängeln. Erfreulich sind vor allem das geringe Rauschen und die sanften Eingriffe der Schärfefilter. Die Bilder können sich im Vergleich zu anderen Herstellern sehen lassen und selbst bei schwachem Licht entstehen gute Aufnahmen. Videos zeichnen sich durch einen klaren Ton mit hoher Detailschäfe aus. Lediglich der nervöse Autofokus stört etwas.

Ein wahrhaft riesiges Display

Ein großes Display ist zwar praktisch beim Surfen, aber leider unhandlich beim Transport und in der Bedienung. Deshalb scheiden sich an diesem Punkt die Geister. Für eine Diagonale jenseits von 4 Zoll spricht die Übersichtlichkeit: mehr Bild, mehr Inhalt oder bei gleichem Inhalt größere Schriften. Durch die flache Form fällt die Größe noch nicht einmal besonders auf. Es fühlt sich selbst für kleine Hände genau richtig an. Eine Einhand-Bedienung bleibt ab sofort jedoch ausgeschlossen: Die Sensortasten liegen für meinen Geschmack zu nah am Rand und man aktiviert sie beim Surfen oder Filme schauen häufiger unabsichtlich. Für Filme hält Samsung deshalb ein besonderes Schmankerl bereit: Die Sperrtaste deaktivert alle Tasten, lässt das Video jedoch weiterlaufen. Das ist genial und simpel zugleich.

Den Rand um das Display hat Samsung schmal gehalten – das sieht sehr gut aus, macht beim Halten jedoch ab und an Probleme, weil man unwillkürlich das Display berührt, eine Funktion ausführt und sich wiederum fragt, was denn nun passiert ist.

Automatismen

SGSIII - Samsung legt auf die Details viel Wert (Bild: kaz)

SGSIII - Samsung legt auf die Details viel Wert (Bild: kaz)

Damit ein Smartphone seinem Namen Ehre macht, muss es intelligent sein. So etwas beginnt bei der automatischen Helligkeitsregelung. Meist regeln die Hersteller es zu dunkel, setzen die Ansprechschwelle besonders hoch, damit der Akku geschont wird. Samsung macht hier aus meiner Sicht alles richtig: Egal welche Beleuchtung, das Display ist immer klar und ablesbar. Bei Bedarf regelt man im Browser oder beim Videoschauen die Helligkeit gezielt hoch, während sie für andere Apps niedrig bleibt. Hier spielt zudem der “intelligente Schlafmodus” hinein: Blickt man auf das Display, schaltet das Gerät nicht in den Standby. Es wird in diesem Falle jedoch nur die Kopfform erfasst, nicht ob man hinter dem Display eingeschlafen ist…

Ein weiteres Ass holt Samsung bei verpassten Anrufen aus dem Ärmel: Konnte man den Anruf nicht entgegen nehmen, so vibriert das Gerät, sobald man es in die Hand nimmt. Auch das ist eigentlich ein simples Feature, doch andere Hersteller lassen dies immer noch vermissen. Über die Sensoren lassen sich weitere Spielereien aktivieren und auch deaktivieren:

  • Wird das Display verdeckt, stoppt die Medienwiedergabe.
  • Hebt man das Display ans Ohr, während ein Kontakt angezeigt wird, ruft man automatisch die Standardnummer an.
  • Zweimaliges Tippen auf die Oberkante scrollt zum Anfang von Listen
  • Kippen des Gerätes zoomt in Bilder hinein.
  • Die Beleuchtungsdauer der Sensortasten lässt sich definieren.

Es wird schnell klar: Hier wurden Funktionen hinzugefügt, die man wirklich benötigt und im täglichen Gebrauch einsetzt. Allerdings wird sich diese Vielfalt nicht lange auf das Galaxy SIII beschränken, denn dies sind im Wesentlichen Anpassungen der Oberfläche und haben nur bedingt mit der Hardwareausstattung wie dem großen Display oder dem schnellen Prozessor zu tun.

Schwächen

  • Das Display ist noch immer PenTile-Matrix und zeigt schwarze Punkte, wenngleich das bei der hohen Auflösung weniger prominent sichtbar ist.
  • Die Rückseite verschmutzt schnell mit Fingerabdrücken und sieht danach unschön aus.
  • Die Kameralinse ist nur schlecht bis gar nicht geschützt und verschmutzt sofort mit Fettspuren.

Fazit

Trotz einiger gegenteiliger Kommentare befinde ich das Samsung Galaxy SIII mit Recht zu einem der besten, wenn nicht dem bestem Smartphone ab Displaydiagonalen von 4,5 Zoll. Dies liegt nicht nur an der schnellen Hardware, sondern insbesondere an den intelligenten Anpassungen, die jeder schnell zu schätzen wissen wird. Besitzer eins SGSII müssen sich nicht grämen, der Wechsel zum Nachfolger wird nur durch die größere Bildschirmdiagonale gerechtfertigt. Wer große Displays sucht, wird beim HTC One X/XL, dem Huawei Ascend D oder dem LG Optimus True HD LTE fündig. Die schönen Spielereien, wie Videoplayer im Hintergrund oder “intelligenter Schlafmodus”, gibt es aber nur bei Samsung.

Das Testgerät wurde uns von getgoods.de zur Verfügung gestellt.
Samsung Galaxy SIII im Test:

 

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5 Kommentare

  1. Schöner Artikel… Kann diesen nur bestätigen, da ich mir das Samsung vor kurzem erst bestellt habe und heute erhalten habe. Bin zwar noch in der Übungsphase, aber eins fasziniert mich und das ist das große Display :).

  2. Ich bin mit meinem S3 sehr zufrieden.
    Finde es aber schade, dass der Kameraton nicht abgestellt werden kann. Zudem, wie oben geschrieben, ist der Akkudeckel anfällig für Fingerabdrücke.
    Und was ich bisher nicht herausgefunden habe: Wie ändert man die Apps auf dem Lockscreen? Geht das überhaupt?..

    • Na klar geht das: Einstellungen, Sicherheit, Optionen, schnellzugriff.

      Falls ich nicht noch einen Artikel zu den Spezialitäten des S3 mache, siehst Du das bald in meinem YouTube-Kanal.
      Gruss
      kai!

  3. ich hatte mich ja schon auf originalfotos von der cam gefreut und muss sagen: ich bin schockiert – das is ja schrecklich!! man sieht die “gesichtszüge” der katze gar nich richtig, es ist alles komplett verrauscht!

    • Das musst Du im Verhältnis zu anderen Kameras sehen – und da macht sich das SIII ziemlich gut. In ein paar Tagen folgt noch ein extra Sammeltest einiger bekannter Kamera-Smartphones auf dem Markt. Da wirst Du erkennen können, das SIII liefert relativ gute Fotos.

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