FitzRoy Sturmglas:
Nichtelektronische Wetterstation

Wir haben wieder etwas aus dem Kuriositätenkabinett für euch: Das FitzRoy-Sturmglas von Pearl kommt ohne Satelliten-Empfang Quecksilber oder Batterien aus und verrät trotzdem, ob ein Sturm naht. Wie es das tut, ist allerdings unklar.

FitzRoy Sturmglas (Bild: wor)

FitzRoy Sturmglas (Bild: wor)

Heutige Wetterstationen messen entweder Luftdruck, Luftfeuchte und Temperatur und versuchen, daraus eine Prognose zu basteln, oder sie empfangen Aussendungen des ehemaligen Pager-Netzes, auf denen bereits eine fertige Wettervorhersage übertragen wird und messen lokal nur die Temperatur. Letztere werden gerne als “Satelliten-Wetterstationen” verkauft, doch empfangen sie selbst keine Satellitensignale, sondern das den Dienst betreibende meteorologische Unternehmen.

Beide Systeme benötigen Batterien und für die Außensensoren Funkübertragung. Beides macht üblicherweise genau im größten Sauwetter schlapp. Beim Sturmglas ist dies nicht zu befürchten:

Es funktioniert chemisch, nicht elektrisch. Austrinken sollte man es nicht, so umweltfreundlich sind die Inhalte dann doch wieder nicht. Doch bilden sich darin bei schlechter werdendem Wetter Kristalle.

Admiral FitzRoy und Charles Darwin ermittelten die folgende Tabelle:

Sturmglas verpackt (Bild: wor)

Sturmglas verpackt (Bild: wor)

  • Wenn die Flüssigkeit im Glas klar ist, wird das Wetter sonnig und klar.
  • Ist die Flüssigkeit flockig, wird es bewölkt. Niederschlag ist möglich.
  • Wenn kleine Flöckchen in der Flüssigkeit schweben, kann man feuchtes, nebeliges Wetter erwarten.
  • Ein trübes Glas mit kleinen Sternen deutet auf Gewitter.
  • Sind an einem schönen Wintertag kleine Sternchen in der Flüssigkeit, wird es schneien.
  • Sind große Flocken überall in der Flüssigkeit, wird es je nach Jahreszeit bedeckt oder im Winter fällt Schnee.
  • Wenn viele Kristalle auf dem Boden sind, gibt es Frost.
  • Wenn sich an der Oberfläche Kristalle bilden, wird es stürmisch.
  • Ist das Wasser gelblich, haben die Katzen hinein…

Während ein Beobachter Temperaturänderungen für die Ursache des Kristallwachstums hält – sein Video legt dies nahe, gibt der Anbieter Pearl an, dass das Glas auf elektromagnetische Längstwellen (“Spherics”) reagiere und daher möglichst weit weg von Elektronik und nahe am Fenster aufgestellt werden solle. Der Luftdruck kann es eher nicht sein, weil heutige Sturmgläser verschlossen sind.

Im Test konnte klar ermittelt werden, dass sich bei Kristallwachstum das Wetter änderte – oder aber gleich bleib. Was noch nicht ermittelt werden konnte, ist, ob das Sturmglas auf Längstwellenstrahlung reagiert. Auf Temperaturänderung reagiert es definitiv.

 

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2 Kommentare

  1. Ein krähender Hahn auf einem Misthaufen dürfte mühelos die gleiche Vorhersagegenauigkeit erreichen …

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