Eyejusters Brillen:
Jeder sein eigener Optiker

Eyejuster ist ein britisches Unternehmen, das gleichnamige Brillen herstellt. Die Besonderheit daran: Sie verfügen über justierbare Linsen, die sich von jedem selbst ganz einfach einstellen lassen.

Eyejusters verstellbare Brille {pd Eyejusters;http://www.eyejusters.com/media/}

Eyejusters verstellbare Brille (Quelle: pd Eyejusters)

Das Oxforder Unternehmen Eyejusters hat zwei Brillenmodelle im Angebot, von denen jedes ein ganz spezifisches Problem lösen soll.

Weltweit gibt es nach Aussage von Eyejusters rund 670 Millionen Menschen, die nicht optimal sehen können, weil ihnen die richtige Brille fehlt. Eyejusters für Entwicklungsländer soll dazu beitragen, diese Zahl zu verringern. Denn diese Brillen müssen nicht von einem Optiker angepasst werden (von denen es in vielen Ländern viel zu wenige gibt), Linsen werden nicht speziell für jeden Fehlsichtigen individuell geschliffen und geliefert.

Eyejusters sind vielleicht keine Designermodelle, aber sie sind funktional. Es gibt nur eine Größe, aber verschiedene Farben. Die Linsen kann jeder Benutzer nach einer kurzen Erklärung selbst so einstellen, dass seine individuelle Sehschwäche pro Auge ausgeglichen wird – egal, ob weit- oder kurzsichtig, so lange es sich in einem Rahmen von +5 Dioptrien bis -5 Dioptrien bewegt. Das folgende Video erläutert das Prinzip der Eyejusters.

Eyejusters: Jeder sein eigener Optiker
Eyejusters verstellbare BrilleEyejusters verstellbare BrilleEyejusters verstellbare BrilleEyejusters verstellbare Brille
Eyejusters verstellbare Brille

Wie die Eyejusters funktionieren

Jedes Glas besteht aus zwei Linsen, von denen die eine seitlich verschoben werden kann, wodurch sich die Brechkraft ändert. Man hält ein Auge zu und justiert an einem kleinen, abnehmbaren Rädchen das Glas vor dem offenen Auge, bis man scharf sieht. Danach wird die Prozedur am anderen Auge wiederholt – fertig.

Ändert sich die Sehstärke im Laufe der Zeit, braucht man keine neue Brille. Man passt seine Eyejusters einfach selbst an. Eine Fallstudie in Marokko verlief sehr erfolgreich. Momentan können Organisationen Eyejusters für eigene Projekte vorbestellen.

Zweites Modell als Alternative zur Gleitsichtbrille

Das zweite Eyejusters-Modell wendet sich an die wachsende Zahl Altersfehlsichtiger. Ab 40 muss man damit rechnen, dass sich die Augen nicht mehr gut auf kurze Entfernungen scharf stellen können. Die gefürchtete Gleitsichtbrille droht, beziehungsweise eine Lesebrille, Computerbrille, Fernsehbrille.

Bei einer Gleitsichtbrille kann man nur durch den unteren Bereich lesen, in der Mitte gibt es einen sehr kleinen Bereich für die optimale Bildschirm-Entfernung und der obere Rand der Gläser eignet sich für Entfernungen jenseits der zwei Meter.

Abgesehen davon, dass Gleitsichgläser meist sehr teuer sind, kommen viele Menschen auch nicht mit dieser Einteilung zurecht. Die Alternative besteht in unterschiedlichen Brillen für unterschiedliche Zwecke. Zum Lesen, Fernsehen, für die Computerarbeit.

Das Eyejusters-Modell kann alle diese Brillen ersetzen, da man es einfach auf die Entfernung einstellen kann, die man gerade benötigt.

Am Design kann man sicher noch ein wenig feilen, und wahrscheinlich gibt es viele Feineinstellungen, die nicht berücksichtigt werden, Astigmatismus zum Beispiel. Aber die grundlegende Idee ist schon ziemlich beeindruckend.

Preis und Verfügbarkeit

Momentan kann man die Eyejusters Lesebrille nur in den USA zum Preis von 39,95 US-Dollar (32 Euro) kaufen, es gibt auch noch keine Farbauswahl. Mal sehen, ob und wie schnell sich das ändert. Mehr Infos über die Brillen, deren Brechkraft man selbst einstellen kann, gibt es auf der Seite von Eyejusters.

 

Frank Müller

Frank Müller ist Vater von 4 Töchtern (mit 1 Frau) und vielseitig interessierter Mac-Nerd, der auch Linux nicht abgeneigt ist. Er arbeitet hauptberuflich als Creative Director und Werbetexter und bloggt ab und zu.

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2 Kommentare

  1. Gibt es etabliert, aber mit etwas mehr sozialem Anspruch schon länger:
    http://www.focus-on-vision.com/get-involved/

  2. Das ist eine wirklich spannende Idee und kann sicher vielen Menschen auf der Welt helfen!

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