MakiBox:
3D-Drucker für unter 300 Euro

Waren 3D-Drucker lange Zeit so teuer, dass nur wenige sie sich als Gadget nach Hause geholt haben, dreht sich die Preisspirale jetzt in interessante Tiefen: 350 US-Dollar (umgerechnet rund 280 Euro) soll die MakiBox aus Hong Kong kosten. Online kann man mitverfolgen, wie die Idee Wirklichkeit wird. Ein Beitrag von Nils Hitze.

Illustration: So könnte die MakiBox am Ende aussehen.Wenn man mit Menschen spricht, die sich mit dem Thema 3D-Druck beschäftigen, und man erzählt ihnen, dass es bald einen Drucker für 350 US-Dollar gibt, ist die Reaktion meist ungläubiges Kopfschütteln. “Günstiger” 3D-Druck begann nämlich vor nicht langer Zeit ungefähr bei 20.000 Dollar.

Im unteren Segment hat Bre Pettis mit dem Makerbot vor knapp zwei Jahren angefangen, den Markt völlig aufzurollen, da das Gerät gerade einmal 1.100 Dollar kostet und unter einer Open-Source-Lizenz steht. Damit haben Bre und sein Team eine Revolution angestoßen. Praktisch wöchentlich werden im Moment neue Drucker angekündigt, die entweder Geschwindigkeits- oder Preis-Rekorde brechen.

Vor einigen Monaten stieß ich auf Google+ über einen interessanten Artikel, der sich mit einem 3D-Drucker aus Hong Kong beschäftigte: die MakiBox von Makible. Das folgende Video erklärt dessen Entstehung:

MaKiBox: Fotos von aktuellen Prototypen
SAMSUNGSAMSUNGSAMSUNGSAMSUNG
makibox-prototypen-01

Über die extra dafür eingerichtete Crowdfunding-Plattform Makible sollten sich Unterstützter finden, um die Entwicklung für einen 350-Dollar-3D-Drucker zu finanzieren. Innerhalb einiger Wochen kamen genug Unterstützer für die initialen 100.000 Dollar zusammen und die Entwicklung konnte beginnen. Anders als viele Kickstarter-Projekte plante Jonathan Buford, Mastermind hinter der Makibox, die Entwicklung nicht auf Basis eines Prototypen, den er stückweise weiterentwickelte, sondern iterierte die einzelnen Teile durch verschiedene Entwicklungsstufen. Das sorgte zu Beginn für einige Irritation, hat sich aber, zumindest wenn man dem letzten Update trauen kann, eindeutig bewährt. Auf der MakiBox-Website dokumentiert er seine Fortschritte.

Dieses Video vom 25. Mai 2012 zeigt einen Prototypen in Aktion:

Der größte Unterschied der Makibox zu “traditionellen” 3D-Druckern im unteren Preisbereich ist das geschlossene Gehäuse. Dies hilft, beim Druck die Temperatur konstant zu halten, denn Temperaturschwankungen sorgen regelmäßig für Fehldrucke und Verformungen.

Hier sieht man recht gut, wie der MakiBox-Prototyp derzeit aussieht:

Im Moment kann man die MakiBox nur über Makible.com bestellen. Nachdem die ersten 300 Stück ausgeliefert wurden, wird der Drucker dann im Webshop verfügbar sein. Zu den 350 US-Dollar kommen noch 19 Prozent Mehrwertsteuer und rund 2 Prozent Zoll. Inwieweit ein direkter Versand aus Deutschland möglich ist, ist im Moment noch in Klärung. Einen genauen Auslieferungstermin gibt es noch nicht.

Über den Gastautor

Nils Hitze ist Nerd aus Leidenschaft, Vater von fast fünf Kindern und in der deutschen BarCamp- und Techszene sehr aktiv. Er organisiert in München die GTUG, das BarCamp, das GameCamp sowie das CloudCamp und schreibt auf Google+ die meiste Zeit über 3D-Drucker. Mit Makible ist er freundschaftlich verbunden und übernimmt sehr wahrscheinlich das Handling der europäischen Bestellungen.

 

Mehr lesen

EWaste: Der 3D-Drucker aus alten Elektronikteilen im Eigenbau

18.11.2014, 2 KommentareEWaste:
Der 3D-Drucker aus alten Elektronikteilen im Eigenbau

Was tun mit alten, womöglich defekten Elektronikteilen vom PC oder Laptop? Wie wäre es mit einem 3D-Drucker im Eigenbau?

Zero Waste Always Trendy Wardrobe System: Modische Kleidung, jederzeit neu aus dem 3D-Drucker

8.8.2014, 5 KommentareZero Waste Always Trendy Wardrobe System:
Modische Kleidung, jederzeit neu aus dem 3D-Drucker

3D-Druck ist ein Zukunftsmarkt, der jetzt schon viele spannende Konzepte hervorbringt. Wie wäre es, wenn man damit zu Hause nicht nur Spielzeugfiguren und Pasta, sondern auch seine eigenen Hemden, Hosen oder Kleider drucken könnte?

CreoPop: Neuer 3D-Druck-Stift nutzt UV-Licht statt Hitze

22.6.2014, 0 KommentareCreoPop:
Neuer 3D-Druck-Stift nutzt UV-Licht statt Hitze

Wer sich fürs „3D-Freihandzeichnen“ begeistern kann, sollte sich einmal das neue Indiegogo-Projekt CreoPop ansehen: Er ist ein weiterer Vertreter der Spezies „3D-Stift“, funktioniert aber in einem Detail anders als die Konkurrenz: Anstatt Plastik zu schmelzen, wird das Material per UV-Licht ausgehärtet.

3D-Druck-Automat und 3D-Scanner vorgestellt: Das Klonen von Objekten steht vor der Tür

13.3.2013, 2 Kommentare3D-Druck-Automat und 3D-Scanner vorgestellt:
Das Klonen von Objekten steht vor der Tür

Wer sich zwar für 3D-Druck interessiert, aber nicht so viel Geld für ein solches Gerät ausgeben will, sollte aufhorchen: 3D-Druck-Automaten kommen. Aber nicht nur das treibt die 3D-Druck-Revolution mit großen Schritten voran, sondern auch andere neue Entwicklungen.

Solidoodle: 3D-Drucker-Preisbrecher für unter 400 Euro

26.4.2012, 17 KommentareSolidoodle:
3D-Drucker-Preisbrecher für unter 400 Euro

Der ehemalige MakerBot-Manager Samuel Cervantes macht seiner alten Firma gehörig Konkurrenz: Solidoodle heißt der 3D-Drucker, den er jetzt auf den Markt bringt. Vor allem der Preis von 499 US-Dollar (rund 380 Euro) dürfte die alten Kollegen ordentlich schlucken lassen.

Die heimlichen Stars der CES: 3D-Drucker «Replicator» und «Cube»

27.1.2012, 5 KommentareDie heimlichen Stars der CES:
3D-Drucker «Replicator» und «Cube»

Nicht nur die ganz Grossen der Branche sind an der CES für Überraschungen gut, auch Nischenplayer warten mit ziemlich coolen Gadgets auf. Herausragendes Beispiel: Hersteller von 3D-Druckern.

14 Kommentare

  1. Was ich jetzt glatt vergessen habe: es gibt ein Forum in dem ich Sammelbestellungen für DE sammle (Alliteration) http://forum.makibox.com

  2. Kannst Du sagen, wie es mit der Druckqualität der verschiedenen Projekte aussieht?
    Die Sachen, die ich bisher auf diversen Konferenzen gesehen habe waren noch ziemlich grob. Ich weiss allerdings nicht, welche Generation von Druckern ich gesehen habe. Gibt es vielleicht irgendwo eine Vergleichstabelle oder Fotos?

  3. Und wo sind Resultate ? Ich sehe die Box, allerdings fehlen mir die Produkte welche diese produziert. Wie funktioniert die Software?

  4. So ein paar Beispiele, welches dass Teil bereits gefertigt hat.
    Wegen der Software frage ich mich, wie ich diese anwende.
    Handelt es sich hierbei um ein Programm welches (bspw. auf dem Mac) meherere Fotos analysiert und aus diesen 3-D Bilder berechnet ?

    • Bisher hat die MakiBox noch nicht gedruckt, wir rechnen aber mit ähnlichen Druckergebnissen wie dem Ultimaker oder dem Makerbot.

      Das Programm zur Erstellung von 3d Modellen ist kein festes, du kannst Sketchup nutzen oder auch 3ds Max mit entsprechendem Exporter. Oder du nutzt die kostenfrei verfügbare WebApplikation: https://tinkercad.com/home/

      Das STL File lädst du dann in ein Programm das aus dem Objekt sog. GCode generiert, das sind Anweisungen für den 3d Drucker wie er den Druckkopf zu fahren hat.

      Ein englisches Tutorial vom Scan/Design bis zum Print findest du hier:
      http://forum.makibox.com/printing/topic58.html

      Zum Thema Scan/Foto von Objekten zu 3d Objekten gibt es z.B. den Webdienst Hyp3r: http://www.hypr3d.com oder 123catch: http://www.123dapp.com/catch

  5. Schön zu sehen, dass sich im 3D-Druckermarkt kontinuierlich etwas tut.
    Leider gibt es aber (auch auf absehbare Zeit nicht) keinen für den Privatmensch erschwinglichen Drucker, der in Metall drucken könnte. Und damit ist der Nützlichkeitsfaktor leider doch ziemlich beschränkt..

  6. Ja wirklich spannend, was sich da tut! Aber ich geb Arno recht, solange es da nix in Metall und weiteren Materialien gibt (Gummi z.B), ist das auf der Privatebene ja überwiegend nur zur Spielerei. Krimskrams, wie die Figuren auf der Thiniverse-Seite, aber wenn, dann will ich Teile drucken, die ich wirklich verwenden kann.

    Also werd ich noch warten

  7. @Nils: Die “printed circuits” sehen nach niedrig schmelzender Legierung wie Wood’sches oder Rose’sches Metall aus, die z.T. schon unter 100°C schmelzen.
    -Ich beobachte den 3D-Druckermarkt schon seit einigen Jahren recht aufmerksam. Es ist aber genau so, wie Du selber geschrieben hast: Extruder sind zwar billig machbar, aber “direct metal laser sintering” (DMLS) ist eine komplett andere Klasse: Da muss mit Schutzgasatmosphäre (oder Vakuum) gearbeitet werden und Hochleistungslasern von ein paar hundert Watt.
    EOS ist m.E. Technologieführer an der Stelle und kann durchaus Hochleistungsstahl drucken -da reden wir aber über Maschinen in der Grössenordnung ab €500.000,- und härten muss ich den Stahldruck nachher trotzdem durch Wärmebehandlung.
    -Schade drum, sowas würde ich mir durchaus kaufen und nutzen, aber nicht zu dem Preis.. ;-)

    • Definitiv kein Preis den man “günstig” nennen könne, wäre also an der Zeit dass sich jemand aufmacht und eine DIY Version baut, oder?

    • Zeit dass sich jemand aufmacht und eine DIY Version baut

      Eigentlich ein perfektes Projekt für crowd-funding.. :-)

  8. Kann ich mir die MakiBox auch in unzusammengebaut bestellen?
    Und wäre das günstiger?

3 Pingbacks

  1. [...] 3D-Druckermodellen eine Preisgrenze geknackt, die sie für Privatnutzer erschwinglich macht (z.B.MakiBox, Form 1, Ultimaker). Diese Verfügbarkeit lädt dazu ein, mit den wunderlichen Geräten zu [...]

  2. [...] 3D-Druckermodellen eine Preisgrenze geknackt, die sie für Privatnutzer erschwinglich macht (z.B. MakiBox, Form 1, Ultimaker). Diese Verfügbarkeit lädt dazu ein, mit den wunderlichen Geräten zu [...]

  3. [...] Neuerdings - 3D-Drucker für unter 300 Euro: “Waren 3D-Drucker lange Zeit so teuer, dass nur wenige sie sich als Gadget nach Hause geholt haben, dreht sich die Preisspirale jetzt in interessante Tiefen: 350 US-Dollar (umgerechnet rund 280 Euro) soll die MakiBox aus Hong Kong kosten. Online kann man mitverfolgen, wie die Idee Wirklichkeit wird.” … weiterlesen [...]

Kommentar schreiben

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen.

* Pflichtfelder