Neue Patente zu Googles Project Glass:
Die Google-Brille mit Handgesten steuern

Google hat drei neue Patente im Zusammenhang mit der Augmented-Reality-Brille “Project Glass” zugesprochen bekommen. Sie zeigen, wie man ihre Funktionen mit Handgesten steuern könnte und dass Google mit seiner Brille noch einiges vor hat.

Google-Patent zu "Video Glasses". (Quelle: Patent Bolt)

Google-Patent zu "Video Glasses". (Quelle: Patent Bolt)

Unter dem namen “Project Glass” hatte Google Anfang April 2012 seine Vision dazu vorgestellt, wie wir künftig mit dem Internet agieren. Gezeigt wurde eine Brille, die Informationen aus dem Internet ins eigene Blickfeld einspielt und sich beispielsweise mit gesprochenen Kommandos bedienen lässt. In diesem Beitrag hatten wir die Google Brille alias Project Glass vorgestellt.

Die Seite Patent Bolt berichtet darüber, dass Google drei sehr interessante Patente passend zu Project Glass eingereicht und zugesprochen bekommen hat. Sie zeigen beispielsweise, wie man die Google-Brille mit Handgesten bedienen könnte und dass wir hier vielleicht den Nachfolger der Smartphones vor der Nase haben.

Wie immer ist bei solchen Patenten nicht klar, inwiefern sie tatsächlich umgesetzt werden. Aber sie geben interessante Einblicke in das, worüber die Ingenieure nachdenken.

Neue Patente für die Google-Brille 'Project Glass'
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UPDATE: Wir haben inzwischen einen Überblick zu Augmented-Reality-Brillen für euch zusammengestellt.

Ein Ring, sie zu steuern…

Damit Handgesten von der Google-Brille gut erfasst werden können und auch noch bei schlechten Lichtverhältnissen funktionieren, dreht sich ein Patent um “wearable marker”. Gemeint sind damit beispielsweise Ringe, Armbänder oder auch künstliche Fingernägel. Sie sollen jeweils Infrarotlicht reflektieren. Eine entsprechende Kamera in der Brille erfasst sie. Zwei Kameras könnten per Triangulation auch die Position im Raum feststellen. Neben Ringen und ähnlichen Dingen wären offenbar auch Tatoos denkbar, die fürs menschliche Auge unsichtbar sind. Und für noch komplexere Gesten könnte man auf mehrere Ringe, Fingernägel etc. zurückgreifen. Das wäre dann somit Multi-Touch ohne Touch, aber dafür mit ganz viel Herumwedeln in der Luft.

In der Patentschrift ist darüber hinaus erklärt, dass ein Nutzer der Brille eigene Handgesten in einer Art Lernmodus beibringen kann. Das wäre eine Alternative oder Ergänzung zu den Gesten, die Google selbst mitliefert.

Eine weitere Idee ist ein seitlich angebrachtes Touchpad am Gestell der Google-Brille. Für welche Funktionen es genau genutzt werden könnte, wird allerdings nicht spezifiziert.

Und nicht zuletzt geht aus einer der Abbildungen hervor, dass Google sich solche Brillen als Smartphone-Ersatz vorstellen kann, in dem sie direkt mit dem Mobilfunknetz Kontakt aufnehmen. Sie wären dann nicht etwa ein Zusatzgerät zum Handy, sondern ihr Nachfolger.

Im Bericht von Patent Bolt finden sich noch weitere Bilder und Fakten.

In unserem ersten Bericht findet ihr Googles Werbevideo zu Project Glass und vor allem auch mehrere sehenswerte Satiren darauf.

UPDATE: Wir haben inzwischen einen Überblick zu Augmented-Reality-Brillen für euch zusammengestellt.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Leitender Redakteur von neuerdings.com und Autor auf netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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