LED-Dynamo-Lampe im Test:
Der ökologische Schein

Eine LED-Taschenlampe mit Kurbel? Das klingt nach einer guten Notleuchte, die durch Verzicht auf Batterien zudem die Umwelt schont. Doch leider handelt es sich bei unserem Testgerät eher um einen Wegwerfartikel – der aber selbstverständlich nicht weggeworfen werden darf.

LED-Taschenlampe Exquisite LED dynamo torch (Bild: wor)

LED-Taschenlampe Exquisite LED dynamo torch (Bild: wor)

Taschenlampen finden sich in jedem Haushalt, alleine schon für den Fall, dass der Strom ausfällt, weil eine Sicherung oder gar der FI-Schalter fliegt – letzteres verdunkelt dann gleich die ganze Wohnung auf einmal. Damit die Taschenlampe dann auch gefunden wird, legt man sie sinnvollerweise in die Nähe der Sicherungen. Bei mir liegt sie gleich im Sicherungskasten, damit niemand, der nur mal eben eine Taschenlampe braucht, sie verschleppt.

Dabei handelt es sich um ein altes Modell mit 3-V-Stabbatterie. Der Nachteil dieser alten Möhre: Die 3-V-Stabbatterien gibt es kaum noch, es sind einfache Zink-Kohle-Batterien, die zudem leider auch bei Nichtgebrauch nach einigen Jahren leer sind, dann auslaufen und die Taschenlampe versauen – fällt der Strom aus, geht die Not-Taschenlampe eventuell auch nicht mehr. Früher gab es Dynamo-Taschenlampen, wäre das keine Idee?

Radios mit Kurbel oder “Schüttelllampen” sind eher wenig nützlich: Die Kurbel bricht nach ein paar Stunden Radiohören ab, wenn man beim Wetterbericht schnell “nachfüllen” will, um nichts zu verpassen und die Schüttelllampen sind mir durch die für sie werbenden Spamfaxe ohnehin verhasst, die Dutzende Blätter höchst unökologisch zu Abfall werden ließen. Außerdem ist die Kombination aus erschütterungsempfindlicher Glühlampe und Schütteln nicht wirklich intelligent. Aber mit LED…?

LED-Kurbeltaschenlampe für kleines Geld

Als ich eine LED-Kurbeltaschenlampe für weniger als 5 Euro fand, schlug ich daher zu. Das Modell “Exquisite LED dynamo torch” leuchtet wahlweise mit einer oder drei LED, kann auch blinken und sogar das leere Handy laden. Genauer gesagt: Das behauptet der Hersteller, der aber sicherheitshalber anonym geblieben ist: Die Anleitung hat nur eine misslungene deutsche Übersetzung zu bieten (“Nachdem gependelt die Spannung stabilisiert und gefiltert wurde, wird die innere aufladbare Batterie geladen”), doch keinen Herstellernamen, auf der Verpackung steht nur “XD”.

Leider ist die Taschenlampe jedoch – typisch für China-Produkte – sehr unintelligent konstruiert: Die Kurbel lädt nicht etwa einen Superkondensator, wie er beispielsweise in den LED-Fahrradrückleuchten zu finden ist, die auch beim Halt an der Ampel noch eine Minute weiter leuchten. Stattdessen sind drei NiMh-Akkuzellen zu je 1,2 V / 50 mAh verbaut.

Derartige Akkus lassen sich im Gegensatz zu Supercaps jedoch nicht in ein paar Sekunden füllen, sie benötigen bei Extrem-Schnellladung eine Stunde, regulär 14 Stunden. Bis dahin ist einem entweder die Kurbel oder der Arm abgefallen, man bekommt also den Akku nie voll.

Fragwürdige Nützlichkeit

Kurbel-Taschenlampe im Akku-Betrieb (Bild: wor)

Kurbel-Taschenlampe im Akku-Betrieb (Bild: wor)

Auch das über einen integrierten, unter der Kurbel versteckten USB-Port zu ladende Handy lädt nicht schneller – und aus den 50-mAh-Akkuzellchen wäre es sowieso nicht ladbar, hat so ein modernes Smartphone doch locker die 50-fache Kapazität. Ob ein paar Minuten Kurbeln zumindest für einen Notruf reichen, wäre auszuprobieren, aber ich fürchte, ein leergelaufenes Smartphone lässt sich damit gerade einmal booten und ist dann auch schon wieder leer.

Die Taschenlampe funzelt im Akkubetrieb deshalb auch ausgesprochen und wird nur während des Kurbelns wirklich hell. Das wäre ja ok, bei den alten Dynamo-Taschenlampen war es ja schließlich nicht anders, die hatten zwar ein Schwungrad, um für einige Sekunden Licht zu sorgen, doch keinen Akku. Allerdings ist unklar, ob der in einigen Jahren wegen chronischer Leere defekte Akku dann nicht die Taschenlampe komplett kurzschließt. Wechselbar ist er ohnehin nicht, das ist nicht anders als beim Smartphone. Die Taschenlampe muss dann zum Wertstoffhof.

 

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12 Kommentare

  1. Aha, bei dir liegt die Taschenlampe also im Sicherungskasten, hmmm… für mein subjektives Empfinden etwas… speziell. Ich möchte dir in keiner Art und Weise vorschreiben, wo du deine Taschenlampe aufbewahren sollst. Ich kann nur sagen, dass ich sie gerne dazu verwende, im Dunkeln zum Sicherungskasten zu wandern. Deshalb liegt sie *nicht* im Sicherungskasten, sondern an zentraler Stelle, wo man sie von überall her schnell und einfach finden kann. Aber so ist das Leben: Es gibt für verschiedene Menschen verschiedene Wege zum Glücklichwerden. Und das ist auch gut so.

    • Sorry für das ungefähre double post. Timete eigentlich das erste Mal aus. Deshalb hab ich’s nochmals (leicht verändert) aufgegeben.

    • Mmh, auch bei mir liegt sie im Sicherungskasten, damit ich damit schauen kann, was im Sicherungskasten eigentlich das Problem ist. Da mache ich nämlich selten Fühlproben drin.

      Bis dahin finde zumindest ich selbst mit geschlossenen Augen. Mag sein, dass das bei Deinem Anwesen anders ist ;-))

    • Na ja, wenn ich schon mit der Taschenlampe angeschlurft komme, dann mache ich sie natürlich nicht extra aus, bevor ich den Sicherungskasten öffne. Also auch hier: Nix Fühlproben.

      Tja, mein “Anwesen”… :-) Na, es ist eigentlich nur ‘ne Wohnung, aber der Sicherungskasten ist ziemlich tricky versteckt. Und wenn ich so zurückdenke, hatte ich eigentlich noch nie ‘ne Wohnung (ok, waren auch erst 4), wo der Sicherungskasten gleich hinter dem Sofa oder neben dem Schreibtisch angebracht war. Immer schön weit weg vom Geschehen, auch mal in ‘nem Schrank oder – das fand ich besonders praktisch – ohne Stuhl nicht erreichbar, ah ja und einmal sogar ausserhalb der Wohnung, im Treppenhaus. Ohne Taschenlampe auf die Suche zu gehen, wäre da fast schon abenteuerlich. Dachte eigentlich, das sei überall ähnlich. Aber so kann man sich irren.

  2. Aha, bei dir liegt die Taschenlampe also im Sicherungskasten, hmmm… für mein subjektives Empfinden etwas… speziell. Ich möchte dir in keiner Art und Weise vorschreiben, wo du deine Taschenlampe aufbewahren sollst. Ich kann nur sagen, dass ich sie gerne dazu verwende, im Dunkeln den Sicherungskasten zu suchen, um dort den FI-Schalter wieder zu flippen. Deshalb liegt sie *nicht* im Sicherungskasten, sondern an zentraler Stelle, wo man sie von überall her schnell und einfach auch im Dunkeln finden kann. Aber so ist das Leben: Es gibt für verschiedene Menschen verschiedene Wege zum Glücklichwerden. Und das ist auch gut so.

  3. Naja, die Lampe mag Unsinn sein. Aber ansonsten verrät der Artikel eher, dass der Autor ein Smartphone hat, bei dem sich der Akku nicht tauschen lässt und, dass der keine Ahnung davon hat, was bei Taschenlampen gerade so technisch los ist. Zitat: “Leider ist die Taschenlampe jedoch – typisch für China-Produkte – sehr unintelligent konstruiert”
    Das ist einfach falsch. Einige der bekannten Premium-Hersteller kommen aus China (z.B. Fenix, Lumnitop) und der Rest (z.B Zebralight, EagleTac)lässt dort fertigen.
    Und zur Kurbellampe: Vorher informieren und nicht im Ramschladen das 3 Euro-Exemplar kaufen.

    Kurz, so Zeilenfühler machen neuerdings nicht lesenswerter. Wenn Ihr euch hingegen mal ernsthaft einer aktuellen Taschenlampe annehmen würdet, wäre das sogar interessant. Das ist heutzutage Higtec, was da gebaut wird!

  4. Für mich stellt sich die Frage, für was man in der Zeit von smartphones überhaupt noch eine Taschenlampe bei Stromausfällen braucht?

  5. Kann ich aus der Praxis leider nur bestätigen.

    Ich hab mir in den letzten Jahren mehrere ähnliche Kurbeltaschenlampen gekauft.

    Und etwa die Hälfe davon war schon nach kurzer Zeit – also innerhalb von maximal 1-2 Jahren – defekt, obwohl sie so gut wie nicht benutzt wurden und fast nur in der Schublade lagen. :-(

    Was fehlt ist eine Möglichkeit solche Kurbellampen auch an der Steckdose aufzuladen.

    Elektrische Geräte mit fest verbauten Akkus, die man ohne Reparatur die mehr kostet als das Gerät nicht wechseln kann gehören sowieso verboten finde ich.

    Blöderweise hat man oft – mangels Alternative – gar keine Wahl.

  6. In Sachen Kurbellampen habe ich nach langem Suchen was Sinnvolles gefunden: Die Stahllampe von Lunartec (fünf LEDs, 300 mAh-Akku, zwei Minuten kurbeln und gut). Die ist so schwer, robust und trotz nicht mehr neuester LED-Technik doch recht hell, dass man einen Einbrecher damit erschlagen und hinterher gemütlich ein Buch lesen kann. Sie tut hier seit drei Jahren zuverlässig Dienst, und die Kurbel ist immer noch dran.

    • Hm, einen Akku, ob nun 50 oder 500 mAh, kann man aber eben nicht in zwei Minuten nennenswert laden. Und er funktioniert nach 10 Jahren nicht mehr, wenn er so schlecht geladen wird, eventuell schon eher. Und zum Einbrecher erschlagen halte ich die MagLite dann eher für geeignet, wobei bei der die Batterien nach 10 Jahren auch noch gehen. Nur paßt sie nicht in den Sicherungskasten…

      Ich verstehe nicht, warum in solche Kurbel-Taschenlampen nicht Supercaps verbaut werden. In Fahrradrücklichtern gehts ja auch. Die sind in 2 Minuten ladbar. Und halten bei korrekter Behandlung Jahrzehnte.

  7. Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, wie der Akku in der Lunartec funktioniert. Ich sehe nur das Ergebnis, nämlich dass die Lampe funktioniert. Sie wird auch tatsächlich benutzt und liegt nicht nur in der Schublade.

    Wenn sie mal dunkler wird, zähle ich 100 Umdrehungen mit der Kurbel ab. Alle paar Monate entlade ich den Akku vollständig, d.h., ich lasse die Lampe so lange brennen, bis sie nicht einmal mehr schwach leuchtet (das dauert aber über einen Tag). Dann wird einmal extralange gekurbelt, um den Akku wieder halbwegs vollzubekommen, aber keineswegs stundenlang, sondern vielleicht 10 Minuten. Länger hält man das sowieso nicht durch.

    Der Akku ist so eingebaut, dass man ihn prinzipiell wechseln kann, wenn er den Geist aufgibt, falls sich das finanziell lohnt. Ich besitze drei Laptops und weiß sehr gut, dass Akkus grundsätzlich Verschleißteile sind.

    • Dann würde ich Dir empfehlen, das mit dem Entladen sein zu lassen. Der Akku ist sowieso nie voll, vielleicht 5%, wenn überhaupt, und das tut ihm nicht gut, wenn er dann auch noch tiefentladen wird. Das mit dem Entladen hat man vor Jahren mit NiCd-Akkus gemacht, gegen Memoryeffekt, den haben die heutigen NiMh-Akkus gar nicht, aber jeder Lade- und Entladevorgang verbraucht den Akku, und in der Lampe wird er eh’ nie annähernd voll.

      Kurbel lieber so alle paar Wochen mal, dann hat er mehr von.

      Und klar sind Akkus Verschleißteile, und wo sie genutzt werden, auch sinnvoll. Nur in einer derartigen Notlampe sollte entweder gar nix drin sein (dann geht sie allerdings auch nur, solange man kurbelt), oder halt ein Kondensator, der schnell geladen werden kann und dann auch eine Weile Strom liefert, aber das, ohne dabei so stark zu altern. Ein Akku an der Stelle für eine Lampe, die man 1x im Jahr nutzt ist ungefähr so sinnvoll wie eine Konstruktion, die ich vor Jahren sah, da war ein Akku als Spannungskosntanter in einer Endstufe statt der dafür normal üblichen 1-2 Dioden – nach etwa 5 Jahren wurde der hochohmig und die Endstufe ging durch. Was sich der Entwickler dabei gedacht hat, weiß ich nicht, ein giftiges (waren damals ja NiCd), teures Teil statt eines billigen, harmlosen, und dann mit schlechterer Funktion…?

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