Canon EOS-1D C:
Canon-Spiegelreflexkamera mit 4K-Videoaufzeichnung

Die neue Canon EOS-1D C – das C steht für Cinema – ist eine speziell für Kinoproduktionen modifizierte High-End-Digital-Spiegelreflexkamera und zeigt einen inzwischen eingeschlagenen Trend, dass Videokameras inzwischen ein Seitenzweig der Fotokameras sind und nicht mehr umgekehrt.

EOS-1D C (Bild: Canon)

EOS-1D C (Bild: Canon)

1998 schaffte ich mir mit der TRV-900 E eine Sony-DV-Kamera an, mit der man neben der Filmerei auch Standfotos schießen konnte – auf die DV-Kassette gespeichert oder auf ein etwas umständlich anzuschließendes Diskettenlaufwerk. In letzterem Fall nur mit der US-TV-Auflösung von 640 x 480 Pixeln, doch dank großem 3-Chip-Bildsensor in für damalige Verhältnisse guten Farben und enormer Empfindlichkeit – bei Vollmond waren sogar Farbfotos möglich, ich selbst sah da nur noch schwarzweiß.

Video war jedoch nicht mein Medium – damit die Zuschauer später nicht verrückt werden, sind einige Minuten lange Clips erforderlich, und man versäumt während des Filmens einfach zuviel von seinem Urlaub oder der Veranstaltung, von der man berichtet. Als bezahlbare Digital-Fotokameras auf den Markt kamen, meine erste war die Sony DSC-P 1, stieg ich auf diese um und die Videokamera lag nach ein paar Jahren meist nur noch im Schrank. Notfalls konnte man ja auch mit der Foto-Kamera Videos aufnehmen, wenn auch damals nur in Briefmarkengröße mit 160 Pixeln Breite.

EOS-1D C (Bilder: Canon)
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Mit der nächsten Digital-Fotokamera, der Minolta 7Hi, wurden auch die Videos langsam verwendbar. Eine Videokamera mit Fotofunktion war nun, abgesehen vom Sonderfall Somikon DV-853.IR, nicht mehr Thema: Foto war einfach wichtiger als Video.

Diesen Weg bin nicht nur ich persönlich gegangen, sondern auch die Industrie: Die digitalen Fotokameras und die zugehörigen Objektive sind so hochwertig geworden, dass inzwischen insbesondere HD-Video-Profiequipment aus diesen Linien entwickelt wird, statt separate Camcorder-Linien aufzuziehen. Damit sehen die Geräte auch eher wie Profi-Filmkameras aus als wie Camcorder, was der Klientel durchaus entgegenkommt.

Eigenschaften der Canon EOS-1D C

Für den Hobbyisten ist das alles natürlich nichts, sowohl vom Preis als auch vom Gewicht der Geräte ist das nichts für den Urlaub oder Familienbesuch, in dem der kleine Camcorder – nun dank Aufzeichnung auf Flash-Speicherchips sogar noch kleiner – seinen Markt behalten wird. Aber technisch ist das alles höchst interessant. Ein solches Gerät ist die Canon EOS-1D C mit 4K-Videoaufzeichnung, die von den “normalen”, auch am oberen Ende der gegenwärtigen Technik angesiedelten EOS-1D abgeleitet ist.

Die Canon EOS-1D C soll eine hohe Videoqualität und Lichtempfindlichkeit sowie einen hohen, dem klassischen Filmmaterial sehr ähnlichen Dynamikbereich bieten. Sie zeichnet 4K-Video mit 4.096 x 2.160 Pixeln und einer 4:2:2 Farbabtastung auf und bietet damit Filmprofis einen größeren kreativen Spielraum.

Die EOS-1D C wurde laut Hersteller als erste DSLR ihrer Art auf besondere Mobilität und Videoleistung konzipiert. Sie bietet unterschiedliche Videoauflösungen und variable Bildraten. 4K-Video wird über eine 8 Bit Motion-JPEG-Komprimierung mit 24p aufgezeichnet, für Full-HD-Video mit 1.920 x 1.080 Pixeln stehen verschiedene Bildraten bis zu 1.080/60p zur Verfügung. Die Bilddaten werden unabhängig von der Auflösung in der Kamera auf CF-Karte gespeichert. Über die integrierte HDMI-Schnittstelle kann man ein unkomprimiertes YCbCr 4:2:2 Videosignal (bis Full HD) an externe Systeme übertragen, wobei HDMI allerdings ein reines Wiedergabeformat für Bildschirme ist – es kann und soll nicht aufgezeichnet werden.

Besonderheiten bei der Aufzeichnung

Das verwendete System Canon Log Gamma soll einen exzellenten und mit dem klassischem Filmmaterial vergleichbarem Dynamikbereich mit minimiertem Detailverlust in den Schatten und Lichtern bieten. Die neue EOS-1D C mit 18,1-Megapixel-Vollformat-CMOS-Sensor basiert auf den technischen Eckdaten der EOS-1D X. Bei der 4K-Aufzeichnung erfolgt eine Verkleinerung des Bildkreises auf APS-H Größe, mit dem Vorteil, dass die Pixel nun nicht mehr skaliert werden müssen – das soll laut Canon eine maximale Bildqualität sichern. Dafür allerdings verschiebt sich der Bildwinkel der Objektive Richtung Telebereich. Für die Full-HD-Aufzeichnung ist zudem ein Super-35-Millimeter-Crop möglich, der ideal auf die Filmemacher zugeschnitten ist, die typischerweise mit Super-35-Millimeter-Kameras arbeiten.

Der Sensor ermöglicht beim Filmen mit einem Canon EF Cinema Objektiv eine gezielte Steuerung der Hintergrundunschärfe. Eine ISO-Empfindlichkeit im Videomodus von bis zu ISO 25.600 soll für eine sehr gute Bildqualität und minimiertes Bildrauschen auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen sorgen.

In der Kamera stehen für die Full-HD-Auflösung Bildraten von 24, 25, 30, 50 und 60p zur Verfügung – für maximale Flexibilität im professionellen Umfeld der Filmindustrie. Timecode und Video-Codec der Branche werden unterstützt, mehrere Komprimierungsmethoden sorgen für eine weit reichende Kompatibilität mit den etablierten Workflows und erleichtern unmittelbar nach der Aufnahme die Arbeit am Schnittplatz.

Lieferumfang der EOS-1D C

Zum Lieferumfang der EOS-1D C gehört ein exklusives Software-Paket. Darunter befinden sich Anwendungen, mit der sich das 4K/Motion-JPEG- und Full-HD/60p-Filmmaterial direkt und praktisch verlustfrei über einen PC mit SDI-Port am externen Monitor anzeigen lässt. Ebenso kann eine Videoaufzeichnung mit Canon Log Gamma auf einem Monitor mit Standard Video-Gamma ausgegeben werden.

Mit dem Picture Style Editor und dem EOS Utility lassen sich verschiedene Kamera-Einstellungen vom PC aus steuern. Diverse Aufgaben, wie beispielsweise die Bearbeitung und Registrierung von Picture Styles oder das Prüfen des Filmmaterials auf einem Monitor, erfolgen bequem am Set in Echtzeit über einen PC oder Mac. Das ist ideal, um Anpassungen direkt während der Aufnahme vorzunehmen und ein effizientes Shooting und eine unkomplizierte Post-Produktion zu gewährleisten.

Als Teil des EOS System ist die EOS-1D C zu mehr als 60 EF-Objektiven kompatibel, die alle für eine hohe Auflösung ausgelegt sind und sich damit für die 4K-Videoaufzeichnung eignen sollten. Die EF-Objektivserie bietet mit Brennweiten zwischen acht und 800 Millimetern viel kreative Freiheit. Zum Cinema EOS System gehört zudem eine spezielle Serie von 4K Cinema Objektiven.

Die EOS-1D C soll ab Oktober 2012 erhältlich sein. Der Preis steht zurzeit noch nicht fest.

Canon EOS-1D C – Hauptleistungsmerkmale

  • 4K-Video
  • 1.080p bei 50/60 B/s; Canon Log Gamma
  • HDMI-Ausgang für unkomprimiertes Videomaterial
  • 18-Megapixel-Vollformat-CMOS-Sensor
  • Fotos mit bis zu 12 B/s (Highspeed-Modus: bis zu 14 B/s)
  • 61-Punkt-AF-System
  • ISO Bereich (Foto) von ISO 100 – 51.200 (erweiterbar von ISO 50 – 204.800)
  • ISO Bereich (Video) von ISO 100 – 25.600
  • Dual DIGIC 5+ Prozessoren
  • Clear View II 8,1 Zentimeter (3,2 Zoll) LCD
  • Kompatibel mit EF Objektiven
 

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  1. [...] gibt es jedoch echte Vollformat-Videokameras, beispielsweise von Canon und jetzt auch von Sony: Herz der NEX-VG900E ist der 35-Millimeter-Exmor-CMOS-Vollformat-Bildsensor [...]

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