Interview mit “Berlin Boombox”-Designer:
“Ich würde gern alles nur noch über Kickstarter machen”

Der Berliner Grafik-Designer und Illustrator Axel Pfaender hat es geschafft: Auf der Plattform Kickstarter hat seine Idee “Berlin Boombox” eine Woche vor Ablauf des Projekts genug Geld eingesammelt, damit daraus ein Produkt werden kann. Im Interview mit neuerdings.com verrät er, wie es dazu kam und was er unternommen hat, damit sein Projekt erfolgreich wird.

Grafik-Designer und Illustrator Axel Pfaender.

Grafik-Designer und Illustrator Axel Pfaender.

Plattformen wie Kickstarter sind ein Phänomen: Hier können Menschen mit ihren Produktideen direkt um die Gunst potenzieller Käufer werben. Dazu stellt man seine Idee vor und legt eine Laufzeit für das Projekt sowie ein finanzielles Ziel fest. Findet man genügend Interessenten und Unterstützer, wird aus den Skizzen und Prototypen ein kaufbares Produkt – und vielleicht sogar noch mehr.

Der Grafik-Designer und Illustrator Axel Pfaender hatte 14.000 US-Dollar angesetzt, die er für seine “Berlin Boombox” einsammeln wollte. Als wir am 4. April 2012 hier über die Berlin Boombox berichteten, stand der Zähler noch bei 4.000 US-Dollar. Zwei Wochen und viele Berichte später hat er es jetzt geschafft: Die Mindestgrenze wurde überschritten, der Selbstbau-Lautsprecher aus Karton wird Wirklichkeit.

Im Interview mit neuerdings.com zeigt sich Axel Pfaender entsprechend begeistert. Denn das Projekt war auch in anderer Hinsicht ein voller Erfolg.

Berlin Boombox
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Wie kam es zu der Idee, Kickstarter zu nutzen, um deine Idee zu verwirklichen?

Darauf kam ich eigentlich erst ziemlich spät. Zunächst wollte ich die Berlin Boombox selbst finanzieren, hätte aber nur eine kleine Auflage machen können. Ich hatte ja kein Ahnung, ob das überhaupt jemand kaufen würde. Ich bin irgendwie auf Kickstarter gestoßen, und da war mir gleich klar: Das ist eine super Möglichkeit, um das Ganze zu finanzieren und auszuchecken, ob Leute bereit sind, für so ein Produkt Geld zu bezahlen.

Was hast du alles gemacht, um deine Produktidee auf Kickstarter vorzustellen?

Ich habe das alles alleine gestemmt, und es war viel mehr Arbeit, als ich gedacht hatte. Bei Videodreh und -schnitt habe ich mir von Freunden helfen lassen, aber alleine die Vorbereitungen, Drehbuch etc. waren schon sehr aufwändig. Aber ein Video muss sein, sonst hat das Projekt wenig Aussicht auf Erfolg. Dann noch schöne Fotos machen, Texte schreiben, gegenchecken lassen, Leute finden, die bereit sind zu modeln… Außerdem bin ich Perfektionist, und das sind ja alles nicht meine “Kernkompetenzen”. Ich bin ja eigentlich Grafik-Designer und Illustrator.

Und wie hast du auf dich und deine Idee aufmerksam gemacht?

Ich habe natürlich getweetet, Freunde auf Facebook aktiviert, einen E-Mail-Newsletter an alle meine Geschäftskontakte verschickt. Und vor allem habe ich drei komplette Arbeitstage lang Blogs und Online-Redakteure angeschrieben.

Wie hat sich das Kickstarter-Projekt über die Laufzeit entwickelt?

Am Anfang startete es relativ langsam, aber die Kurve wurde mit der Zeit immer steiler. Die Geschichte gelangte zum Glück auf ein paar echt große Blogs und sogar auf Spiegel Online. Da gab es dann immer zusätzlichen Schub.

Würdest du noch einmal Kickstarter nutzen?

Ich bin so begeistert, ich würde gerne alles nur noch über Kickstarter machen. In meinem Job als Illustrator arbeite ich ja normalerweise im stillen Kämmerlein konzentriert vor mich hin. Es gibt zwar auch sonst einige Leute, die sich für meine Arbeit interessieren, aber dass so viele bei einem Projekt dermaßen mitfiebern, ist schon der Hammer. Ich habe darüber schon so viel Support und Feedback, Tipps und sogar neue Lieferanten bekommen – das hätte ich nie gedacht. Es gibt auch Leute, die über mein Projekt herziehen, aber das gehört zum Fame ja auch dazu. :)

Was würdest du sagen: Für wen und für welche Ideen eignet sich eine Plattform wie Kickstarter?

Ich glaube das Projekt muss eine gute Balance haben zwischen kreativem Prozess und Professionalität. Denn man muss am Ende ja schon etwas abliefern, was die gemachten Versprechungen hält.

Weiterführende Links

Wer sich für den Selbstbau-Ghettoblaster interessiert, findet hier das Kickstarter-Projekt zur Berlin Boombox, das noch einige Tage läuft. Weitere Arbeiten von Axel Pfaender kann man in Form von Postern und Siebdruck-Editionen sowie T-Shirts kaufen.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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