Somikon DV-853.IR im Test (3/3):
Wie sind die Fotofähigkeiten?

Der Camcorder Somikon DV-853.IR bietet viel Leistung und interessante Features für wenig Geld. Der dritte Teil unseres Tests dreht sich um die Frage: Wie schlägt er sich in der Praxis als normaler Camcorder und als Fotoapparat?

Langzeitbelichtung (1/2 s) im Pseudo-Nachtsicht-Modus (Bild: wor)

Langzeitbelichtung (1/2 s) im Pseudo-Nachtsicht-Modus (Bild: wor)

Ein Nachtsichtgerät ist der Somikon DV-853.IR trotz Infrarot-Modi nicht. Das ist mit einem nur durchschnittlich empfindlichen Bildsensor und einer einzelnen Infrarot-LED auch gar nicht machbar: Die 1,5 Meter Reichweite in den technischen Daten sind bereits sehr optimistisch gerechnet, wie auf den Testaufnahmen zu sehen ist – es rauscht dann gewaltig. So richtig hell wird es nur im Makrobereich. Man kann also nachts im Dunkeln unter der Bettdecke filmen, wobei wir jetzt lieber nicht darüber nachdenken sollten, wozu das gut sein könnte, oder auch nächtliche Aufnahmen der Haustiere machen, wobei diese das Infrarotlicht allerdings teils durchaus wahrnehmen und zudem im Infrarot-Betrieb natürlich nur Schwarzweiß-Aufnahmen möglich sind. Außerdem lutscht die Infrarot-Beleuchtung schnell den Akku leer.

Dennoch ist es ein interessantes Feature für Freunde technischer Experimente und Spielereien – von Natur aus infrarotempfindliche Kameras sind ansonsten schwer erhältlich, weil bestimmte Textilkunststoffe im Infrarotspektrum transparent werden, um nicht zu sagen, durchsichtig, und dies im Elektronikparadies Japan für erhebliche Unruhe und damit zu einem Verschwinden infrarottauglicher normaler Consumer-Kameras führte. Der Umbau auch einfachster Kameras (Ausbau des Infrarot-Sperrfilters) kostet wiederum deutlich mehr als der komplette Somikon DV-853.IR.

Wie steht es mit den Fotofähigkeiten? Auch dies hat neuerdings.com ausführlich getestet.

Fotoaufnahmen mit dem Somikon DV-853.IR (Bilder: wor)
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Licht und Schatten

Beim Fotografieren kann die Infrarot-LED leider nicht benutzt werden – dies wäre in Verbindung mit Langzeit-Belichtungen durchaus interessant. Stattdessen wird ein normales Blitzgerät zugeschaltet. Dies ist im Nahbereich deutlich zu stark und sorgt zudem im Infrarot-Bereich für leicht neblige Bilder.

Je nach Einstellung werden auch Bilder erzeugt, die aussehen wie mit einem Nachtsichtgerät entstanden. Dies ist jedoch nur ein Effekt, obwohl in diesem Modus mit einer Belichtungszeit von einer halben Sekunde eine erhöhte Empfindlichkeit gegeben ist.

Insgesamt sind die Fotofähigkeiten des Somikon DV-853.IR wie bei den meisten Camcordern nicht mit einem regulären Fotoapparat vergleichbar. Doch infolge der Infrarot-Empfindlichkeit ist er insbesondere dann interessant, wenn man preiswert Experimente mit Infrarot-Fotografie vornehmen möchte: Die meisten hierfür ohne Umbau sonst in Frage kommenden Kameras aus der Anfangszeit des Digitalzeitalters haben mit 2 bis 5 Megapixeln auch keine bessere Bidlqualität zu bieten und können nicht filmen. Zudem können auch Filmsequenzen als Einzelbilder abgelegt werden, man erhält so also Fotos mit einer hohen Bildfolge – und Beleuchtung mit der Infrarot-LED, wenn man dies will.

In den Beispielaufnahmen oben wurde das Motiv auch jeweils noch mit einer normalen, hochwertigen Fotokamera aufgenommen, um die durch die Infrarot-Empfindlichkeit bedingten Farbverschiebungen zu zeigen. Bei Stilleben zu verschmerzen, doch bei Portraits eventuell problematisch – wobei andererseits die Infrarotempfindlichkeit auch wieder Pickel und Sommersprossen verschwinden lässt.

Somikon DV-853.IR im Videoeinsatz

Wie “ganz normale” Videoaufnahmen mit dem Somikon DV-853.IR ausfallen, zeigen die folgenden Dokumentationen von der Münchner Nerdnite: Die Empfindlichkeit ist nicht übermäßig und die Farben wie erwähnt nicht korrekt, doch die HD-Tauglichkeit sorgt dafür, dass zu einem günstigen Preis die Vorträge tatsächlich erkennbar sind. Der Ton wäre allerdings mit einem empfindlichen Stereo-Mikrofon besser verständlich, doch hing dieser auch an der Räumlichkeit.

Patrick Gruban eröffnet die Nerdnite München vom 15.12.2011, kämpft mit Open Office und erzählt die Geschichte der Nerdnites, auf denen zwei bis drei Referenten ein etwas abseitiges Thema in einer Bar vortragen, dem sie sich mit Leidenschaft widmen und in dem sie Expertise angehäuft haben.

 

Kurzer Schwenk über die Nerdnite München vom 15.12.2011 – leider trotz “Night Mode” zu dunkel

 

Hauke Holtkamp promoviert leidenschaftlich über die Energieeffizienz von
Handynetzen.

 

Marcel Rasche: Polyphasischer Schlaf, Nerd Nite München 23.2.2012

 

Fragen und Antworten Marcel Rasche: Polyphasischer Schlaf, Nerd Nite München 23.2.2012

 

 

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Ein Kommentar

  1. Eigentlich bin ich von dem Camcorder DV-853.IR begeistert.Aber-die Farbwiedergabe ist im Vergleich zu anderen nicht so begeisternt.
    Teilweise werden die Farben fehlerhaft wiedergegeben,Sollte dies eine Einstellungssache sein würde ich mich über eine Info ihrerseits freuen.H.S.

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