Somikon DV-853.IR im Test (2/3):
Der Akku auf dem Nagelbrett

Der Camcorder Somikon DV-853.IR bietet viel Leistung und interessante Features für wenig Geld. Wie schlägt er sich in der Praxis, kann er wirklich im Dunkeln filmen? neuerdings.com hat es ausprobiert.

Camcorder Somikon DV-853.IR (Bild: wor)

Camcorder Somikon DV-853.IR (Bild: wor)

Die Ausstattung des Somikon DV-853.IR ist für seinen Preis von rund 130 Euro erstaunlich: Er bietet einen Touchscreen und zwei SDHC-Karten-Slots, sodass man auch noch weiterfilmen kann, wenn man eine Karte vollgefilmt hat, und dies bei effizienter Kompression: Eine Stunde Video im Format 1.280 x 720 Pixel belegt etwa 2 GB – manche Fotokamera, die “auch filmen” kann, belegt diesen Speicherplatz bereits nach zwei Minuten!

Mit einer 32-GB-SDHC-Karte sind so 16 Stunden Film möglich, in geringerer Auflösung logischerweise noch mehr. Da die Kamera zudem über Bewegungserkennung verfügt, ist sie auch als Überwachungskamera geeignet – wenn auch wohl nicht im Batteriebetrieb.

Neben dem mitgelieferten Lithium-Ionen-Akku, der einige Stunden Filmen durchaus schafft, können auch zwei gewöhnliche Mignon-Zellen eingesetzt werden – gut im Notfall. Allerdings ist so kein Infrarot-Filmbetrieb möglich: Die Infrarot-LED benötigt die 3,6 V aus dem Lithium-Akku, die maximal 3 V aus den Mignon-Zellen reichen nicht.

Inzwischen gibt es auch einen zweiten Akku als Zubehör zu kaufen, was sehr sinnvoll ist, um vor Ort nicht plötzlich ohne Strom dazustehen und auf die erwähnten Mignonzellen zurückgreifen zu müssen.

Camcorder und Ladegerät (Bilder: wor)
wr169302cr.jpgwr169301cr.jpgDV-853.IR

Schwachstelle Ladegerät

Eine klare Schwachstelle ist allerdings das Ladegerät: Es scheint günstig zugekauft und universell für alle möglichen Akkus ausgelegt zu sein, nicht speziell für den des DV-853.IR. Zunächst einmal ist hier an ein USB-Steckernetzteil der passende Netzstecker anzuflanschen und dann der Akku korrekt in die Ladeschale einzufügen. Das Ganze hat dabei etwa den Komfort eines “Nagelbretts” zum Testanschluss elektronischer Baugruppen. Das erfolgreiche Aufleuchten der grünen Ladekontrolleuchte sagt dabei leider noch gar nichts aus, diese leuchtet auch ohne Akku. Wirklich geladen wird erst, wenn sie auf rot wechselt. Wird dies nicht beachtet und ein vermeintlich voller, doch in Wirklichkeit fast leerer Akku in die Kamera gesetzt, kann zunächst noch gefilmt werden, doch beim Einschalten der Infrarot-LED schaltet das Gerät innerhalb von Sekunden unerwartet ab.

Videofunktion im Praxistest

Nun aber genug gemeckert, wie sehen denn Videoaufnahmen mit dem Camcorder Somikon DV-853.IR aus, mit Infrarot und ohne?

Da gibt es drei Einstellungen: “normal”, “Nachtmodus” und “aktiver Nachtmodus”. In letzterem wird die Infrarot-LED an der Front zugeschaltet.

Der Unterschied zwischen “normal” und “Nachtmodus” ist gering: Es wird lediglich die Helligkeit/Empfindlichkeit etwas höher eingestellt. Eigentlich kann man den “Nachtmodus” durchgehend verwenden.

Infrarotempfindlich ist der Camcorder Somikon DV-853.IR allerdings in jeder Einstellung: Ihm fehlt das sonst bei digitalen Foto- und Filmkameras übliche Infrarot-Sperrfilter vor dem bildaufnehmenden Siliziumchip. Schön, falls man ohnehin gerne Infrarotaufnahmen machen möchte – dann muss man nur noch einen Infrarotfilter vor den DV-853.IR setzen und hat eine weit höhere Empfindlichkeit als bei normalen Kameras. Leider fehlt dem Somikon DV-853.IR ein Filtergewinde.

Nimmt man normale Szenen auf, hat die Infrarotempfindlichkeit jedoch zwangsweise Falschfarben zur Folge: So werden viele schwarze Kleidungsstücke in Aufnahmen des Somikon DV-853.IR plötzlich blau und braune Gegenstände rosa, wie sich in den Aufnahmen von der Münchner Nerdnite und eines Stilllebens zeigt. Wer nur dokumentieren möchte, kann mit diesen Eigenheiten sicher leben. Wer hingegen die auf ihr Aussehen sehr bedachte Erbtante filmt, sollte dagegen besser zu einem anderen Camcorder greifen – oder einen Infrarot-Sperrfilter vor die Linse klemmen.

Video-Testaufnahmen

Da es aber unbefriedigend wäre, jetzt die Qualität der Aufnahmen nur sprachlich darzulegen (“leicht berauschend, etwas moussierend im Abgang”), habe ich ein Stilleben aus etwa 40 cm Entfernung abgefilmt – die verwendete Halogen-Beleuchtung war 2 m entfernt.

Videoaufnahme mit dem Somikon DV-853.IR-Camcorder: Tagesmodus, Kunstlicht (Halogen) 300 W, Entfernung Kamera-Objekt ca. 40 cm

 

Videoaufnahme mit dem Somikon DV-853.IR-Camcorder: Nachtmodus, Kunstlicht (Halogen) 300 W, Entfernung Kamera-Objekt ca. 40 cm

 

Videoaufnahme mit dem Somikon DV-853.IR-Camcorder: Nachtmodus, IR-LED eingeschaltet, Kunstlicht (Halogen) 300 W, Entfernung Kamera-Objekt ca. 40 cm

 

Videoaufnahme mit dem Somikon DV-853.IR-Camcorder: Nachtmodus, Kunstlicht (Halogen) 35 W gedimmt, Entfernung Kamera-Objekt ca. 40 cm

 

Videoaufnahme mit dem Somikon DV-853.IR-Camcorder: Nachtmodus, Kunstlicht (Halogen) 35 W gedimmt, IR-LED aktiv, Entfernung Kamera-Objekt ca. 40 cm

Wie es mit den Fotofähigkeiten des Camcorder Somikon DV-853.IR steht, zeigt Teil 3 unseres Tests.

 

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2 Kommentare

  1. Der Link zum Zweitakku linkt ins Leere.

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  1. [...] gemacht und selbst billige Camcorder können bei wenig Licht in HDTV aufnehmen – wenn auch nicht unbedingt gut. Doch viele für Video interessante Motive befinden sich in Kunstlicht – ob [...]

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