RIM BlackBerry Curve 9380 im Test (1):
Klein, kompakt und verführerisch

Wer sich einen BlackBerry kauft, erhält eine langweilige E-Mail-Maschine mit Tastatur? Nicht mit dem kleinen Touch-Modell BlackBerry Curve 9380.

BlackBerry Curve 9380 - Der zweite Touch-only nach meinem Liebllling, dem Torch 9860 (Bild: kaz)

BlackBerry Curve 9380 - Der zweite Touch-only nach meinem Liebllling, dem Torch 9860 (Bild: kaz)

Der Inbegriff des E-Mail-Clients war lange Zeit ein BlackBerry: ausdauernd, handlich und mit vollwertiger Tastatur. So begann die Erfolgsgeschichte des Herstellers Research In Motion (RIM). Mittlerweile ist der Liebling zum Verstoßenen geworden: Das Unternehmen aus Kanada beschwert sich gar, dass die Medien nur noch Negativ-Schlagzeilen schreiben, dabei gehe es dem Konzern gut. Zuletzt hob man das Gerücht aus, RIM verlasse den Privatkunden-Markt und werde nur noch Geschäftskunden adressieren – ein falscher Schluss aus einem Interview, der jedoch die Runde machte. Tatsächlich bleibt RIM weiterhin im wichtigen Endkundenbereich.

Aber wer sich ein Smartphone kauft, überprüft vorher nicht die Aktienkurse, sondern das Aussehen und die Software drumherum, und das werden wir uns jetzt anhand des BlackBerry Curve 9380 zu Gemüte führen.

BlackBerry Curve 9380BlackBerry Curve 9380 - Trotz kleiner Änderungen ähneln sich die beiden sehr (Bild: kaz)BlackBerry Curve 9380 - Der Bold 9790 hat die gleichen Abmessungen (Bild: kaz)BlackBerry Curve 9380 - Der Bold 9790 hat die gleichen Abmessungen (Bild: kaz)
BlackBerry Curve 9380 - Die eingelassenen Tasten sehen zwar gut aus, lassen sich aber schwerer drücken (Bild: kaz)

Tasten

Es gibt viele Gründe, zu einem BlackBerry zu greifen: Es ist eines der seltenen Smartphone-Exemplare, die noch eine echte Hörer-Taste besitzen. Statt sich durch Menüs zu wurschteln oder auf Softtasten zu zielen, drückt man zielsicher die rote oder grüne Hörertaste. Mikro während eines Telefonats stummschalten? Auch hierfür gibt es einen Knopp – keine App vonnöten! Dazu noch eine dedizierte Sperrtaste, eine “Zurückblättern-Taste” und viele mehr davon. Kurzum: Ein BlackBerry ist ein Tastenwunder – trotz des Touchscreens im Fall des Curve 9380.

Ein weiterer Grund könnte der wechselbare Akku sein. Während der Trend zum fest eingebauten Stromlieferanten geht, bleibt jeder BlackBerry auch nach Ableben des Akkus ohne Probleme nutzbar: Einfach einen neuen Akku kaufen und weiter geht’s. Fairerweise muss ich hier allerdings ergänzen, dass ich bisher noch bei keinem Handy oder Smartphone in diese Verlegenheit geriet. Doch bei leerem Akku einfach so einen neuen einsetzen zu können, macht den Unterschied.

Und um noch einen letzten Pluspunkt zu nennen: Das Menü ist bis ins kleinste Detail einstellbar. Sehschwache Menschen können die Schrift nach Belieben vergrößern und Freaks werden sich an den automatischen Funktionen erfreuen.

Curve = billig?

BlackBerry Curve 9380 - Der Bold 9790 hat die gleichen Abmessungen (Bild: kaz)

BlackBerry Curve 9380 - Der Bold 9790 hat die gleichen Abmessungen (Bild: kaz)

Neben der Premium-Serie “Bold” platziert RIM den Curve als Mittelklasse-Gerät. Der Anspruch scheint zu sein: “gleiche hochwertige Technik in einem billigeren Gehäuse”. Das spürt man spätestens am Akkudeckel, der glatt und… billig wirkt. Abgesehen davon, könnte man den kleinen Bruder fast für einen Bold halten. Denn vergleicht man die Modelle Bold 9790 und Curve 9380, so haben sie die gleiche Größe, und auch die Anschlüsse scheinen größtenteils an den gleichen Stellen zu sitzen. Das deutet daraufhin, dass fast das gleiche Platinen-Layout gewählt und nur minimale Veränderungen durchgeführt wurden. Und wieso gehe ich darauf ein? Wir folgern daraus, auch in den Mittelklasse-Modellen könnte die gleiche robuste Bauart zum Einsatz kommt.

Kommt es auf die Größe an?

Der eindeutige Trend zur Zeit: riesige Displays, die kaum noch einhändig bedienbar sind – vier Zoll stellen fast schon den Standard dar. Der BlackBerry Curve 9380 hebt sich mit seiner portablen Displaydiagonale von 3,2 Zoll bei 320 x 480 px wohlwollend davon ab. Endlich mal wieder ein Smartphone für einhändige Bedienung. Und wer sich nicht auf Verrenkungen einlassen will, bemüht einfach das optische Trackpad, das den Cursor über den Bildschirm huschen lässt. Dieser Vorteil ist gleichzeitig der größte Nachteil des Curve 9380: Das Internet ist auf einmal furchtbar klein und schlecht aufgelöst. Obwohl das Display klare Farben zeigt und schön anzusehen ist, bin ich es einfach nicht mehr gewohnt, auf so einem kleinen Bildschirm zu surfen.

Erstes Fazit

Ein BlackBerry ist noch immer eine Klasse für sich; jedoch eine Klasse, bei der man Abstriche hinnehmen muss, dafür andere Freiheiten dazu gewinnt. Wer abseits der Displaymonster ein Smartphone sucht, wird bei RIM durchaus fündig.

Dem zweiten Teil werden wir Akku, Kameraqualität und weiteres widmen – also bleibt dran.

 

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  1. [...] Kurzem hatte ich das Vergnügen, den BlackBerry Curve 9380 zu testen. Jedoch hakte es an manchen Stellen. Mit dem BlackBerry Bold 9790 beweist Hersteller RIM [...]

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